Risikolebensversicherung

Die Risikolebensversicherung – wichtig für alle Familien!

In Deutschland verliert durchschnittlich in jeder Schulklasse ein Kind noch vor dem Schulabschluss einen Elternteil – sehr erschreckend! Die hinterbliebene Familie benötigt im Schnitt etwa 250.000 Euro um den Einkommensverlust ausgleichen zu können.

Die Risikolebensversicherung (RLV) deckt genau dieses Problem ab und ist für junge Familien daher äußerst wichtig. Ob auch Sie eine Risikolebensversicherung brauchen, zeigen wir Ihnen in diesem Beitrag.

Das Wichtigste in Kürze

  • Lohnt sich vor allem für die Absicherung der Familie, sobald Sie Kinder haben
  • Der Todesfall des Hauptverdieners sollte zwingend abgesichert werden
  • Auch bei einem Immobilienkredit ist eine Risikolebensversicherung dringend zu empfehlen
  • Ideal: Überkreuzversicherung, bei der beide Partner abgesichert sind (Steuervorteil)
  • Versicherungssumme sollte ausreichen, um Kredite und die vorhandene Gehaltslücke über 3 Jahre ausgleichen zu können
  • Hier geht’s zum Tarifvergleich

Wer braucht eine Risikolebensversicherung?

Junge Familien sollten sich im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten immer mit einer Risikolebensversicherung absichern. Sie leistet eine einmalige finanzielle Entschädigung, wenn einer der Partner verstirbt. Der hinterbliebene Partner kann mit dem Kapital aus der Risikolebensversicherung zum Beispiel bestehende Kredite ablösen oder die Umorganisation des Alltags ohne finanzielle Sorgen bewältigen. Sollten Sie einen Immobilienkredit laufen haben, ist dringend zu einer Risikolebensversicherung zu raten! Auch wenn nur einer der Partner arbeitet, sollten beide in der Risikolebensversicherung abgesichert werden. Wenn der Partner verstirbt, der sich vorher größtenteils um die Kinder und den Haushalt gekümmert hat, muss der andere Partner diese Aufgaben übernehmen und kann nicht mehr im bisherigen Umfang arbeiten. Ohne eine passende Absicherung führt auch das schnell zum finanziellen Ruin. Achten Sie deswegen bei der Risikolebensversicherung immer auf eine ausreichende Versicherungssumme und den richtigen Versicherungsschutz für beide Partner.

Stellen Sie sich folgende 3 Fragen:

  • Gibt es Menschen, die Ihnen besonders am Herzen liegen? In erster Linie Lebenspartner oder Kinder.
  • Sind diese Menschen von Ihnen finanziell abhängig? Das ist z.b. dann der Fall, wenn Sie Hauptverdiener in Ihrer Familie sind.
  • Möchten Sie sicherstellen, dass Ihre Angehörigen keine finanziellen Sorgen haben, falls Ihnen etwas zustoßen sollte?

In diesem Fall sollten Sie eine Risikolebensversicherung abschließen!

Wann leistet die Risikolebensversicherung?

Die Risikolebensversicherung leistet die vereinbarte Versicherungssumme, wenn die versicherte Person im Vertrag während der Vertragslaufzeit versterben sollte. Die versicherte Person muss nicht dem Versicherungsnehmer entsprechen. Es gibt grundsätzlich kaum Einschränkungen bei der Leistungspflicht. Wichtig ist, dass die Versicherer bei einer Selbsttötung innerhalb der ersten zwei Jahre nach Vertragsabschluss keine Leistung erbringen. Außerdem müssen alle Gesundheitsfragen im Antrag wahrheitsgemäß beantwortet werden, damit der Versicherer nicht später aufgrund verschwiegener Vorerkrankungen von der Leistung befreit ist.

Bei Antragsstellung führt der Versicherer eine Gesundheitsprüfung durch. Bei bestimmten Vorerkrankungen kann der Versicherer einen Antrag ablehnen oder einen Zuschlag auf die normale Versicherungsprämie erheben. Raucher zahlen außerdem einen höheren Beitrag als Nichtraucher.

So berechnen Sie die benötigte Versicherungssumme

Die richtige Versicherungssumme ist immer von Ihrem persönlichen Bedarf abhängig. Wenn Sie Ihre Hinterbliebenen absichern möchten, sollten Sie abhängig von Ihrem Verdienst mindestens drei Nettojahresgehälter als Versicherungssumme absichern. Wenn Sie Immobilien- oder andere Kredite absichern möchten, sollte die Versicherungssumme mindestens der Kreditsumme entsprechen. Bedenken Sie, dass eine zusätzliche Absicherung sinnvoll sein kann, wenn es einen Hauptverdiener gibt.

Diese Arten von Risikolebensversicherung gibt es

Versicherungsunternehmen bieten verschiedene Varianten einer Risikolebensversicherung an. Die bekannteste Variante ist die Risiko-LV mit einer festen Versicherungssumme über die gesamte Vertragslaufzeit. Verstirbt eine versicherte Person während der Laufzeit, zahlt der Versicherer die vereinbarte Summe an die Hinterbliebenen aus. Diese Variante ist besonders zur reinen Absicherung von Kindern oder dem Partner. Dann gibt es zwei Varianten, bei denen die Versicherungssumme mit der Zeit sinkt. In der ersten Variante sinkt die Summe linear und in der zweiten Varianten orientiert Sie sich an der Restschuld eines Kredits. Beide Varianten sind vor allem zur Kreditabsicherung gedacht. Bei einer dritten Variante lässt sich die Versicherungssumme über die gesamte Laufzeit frei bestimmen. Denkbar sind also zum Beispiel zehn Jahre Laufzeit mit 100.000 Euro Versicherungssumme, dann fünf Jahre Laufzeit mit 150.000 Euro Versicherungssumme und zum Schluss noch einmal fünf Jahre Laufzeit mit 50.000 Euro Versicherungssumme. Diese letzte Variante gibt es nur bei wenigen Versicherern.

Brutto- oder Netto-Beitrag?

In vielen Angeboten von Risikolebensversicherungen sind Brutto- und Netto-Beiträge ausgewiesen. Diese Unterscheidung hat aber nichts mit Steuern oder Abgaben zu tun. Die Bruttobeiträge entsprechen dem Beitrag, den Sie gemäß des Tarifs des Versicherers zahlen müssten. Die Nettobeiträge berücksichtigen bereits die sogenannte Überschussbeteiligung, die auch bei anderen Lebensversicherungen anfällt. Diese wird dazu eingesetzt, den derzeitigen Beitrag direkt wieder zu reduzieren. Die Nettobeiträge sind nicht garantiert und können vom Versicherer erhöht oder gesenkt werden. Alternativ können Sie bei einigen Versicherern auch den ausgewiesenen Bruttobeitrag zahlen. Die Überschüsse werden dann zur Erhöhung der Todesfallleistung verwendet. Die erhöhte Versicherungssumme ist dann aber nicht garantiert und kann durch den Versicherer angepasst werden.

Achten Sie bei den angebotenen Varianten vor allem auf die garantierte Versicherungssumme. Diese sollte immer Ihrem Absicherungswunsch entsprechen. Bei Tarifen mit der Brutto- und Nettobeiträgen ist das in der Regel kein Problem. Bei Tarifen, bei denen die Versicherungssumme durch Überschüsse erhöht werden soll, bieten die Versicherer Ihre gewünschte Absicherung oft nur als Gesamtversicherungssumme an. Wenn die Überschüsse dann während der Vertragslaufzeit abgeändert werden, reicht das Kapital im schlimmsten Fall nicht aus, um zum Beispiel einen Kredit komplett zu tilgen.

Kann auch mehr als eine Person in der Risikolebensversicherung versichert werden?

Risikolebensversicherungen können auch für verbundene Leben abgeschlossen werden. Das bedeutet, dass es mehr als eine versicherte Person in dem Vertrag gibt. Wenn eine der versicherten Personen während der Vertragslaufzeit verstirbt, wird die Versicherungssumme ausgezahlt und der Vertrag erlischt. Die Versicherungssumme wird also trotz mehrerer versicherter Personen nur einmal ausgezahlt. Diese Variante eignet sich zum Beispiel zur Absicherung eines Kredits, wenn keine Kinder vorhanden und nur der jeweilige Partner abgesichert werden soll. Gegenüber zwei einzelnen Verträgen hat die Risikolebensversicherung auf verbundene Leben leichte Beitragsvorteile, weil der Versicherer die Summe nur einmalig auszahlen muss. Einige Versicherer zahlen allerdings die Versicherungssumme doppelt aus, wenn beide versicherten Personen aufgrund eines Unfalls versterben. Im Zweifelsfall hilft ein Blick in die genauen Vertragsbedingungen.

Die steuerliche Behandlung von Leistungen aus der Risikolebensversicherung

Grundsätzlich sind Leistungen, die aus der Risikolebensversicherung ausgezahlt werden, steuerfrei, da die Verträge nicht zur Vorsorge, sondern für die Risikoabsicherung abgeschlossen werden. Es gibt allerdings bestimmte Vertragskonstellationen, bei denen Steuern anfallen können, und zwar immer dann, wenn die versicherte Person und der Bezugsberechtigte des Vertrags identisch sind. Das bedeutet, Sie erhalten bei Ihrem Tod die Leistungen aus dem Vertrag. Die Versicherungssumme fällt dann in die Erbmasse und Ihre Hinterbliebenen müssen Erbschaftssteuer bezahlen, wenn die Freigrenzen überschritten werden.


Die steuerlichen Freigrenzen sind aktuell wie folgt:

Ehe- und eingetragene Lebenspartner500.000 Euro
Leibliche Kinder, Adoptiv- und Stiefkinder400.000 Euro
Enkelkinder200.000 Euro
Eltern und Großelter100.000 Euro
Alle anderen Personen20.000 Euro

Wer nicht auf die richtige Kombination von begünstigter Person und versicherter Person achtet, verliert so unter Umständen viel Geld. Um ganz ohne Erbschaftssteuer auszukommen, ist auch bei einer gegenseitigen Absicherung die Überkreuzversicherung zu empfehlen.

Überkreuzversicherung – sinnvoll für unverheiratete Paare und wohlhabende Eheleute

Die Überkreuzversicherung ist eine Variante der Risikolebensversicherung, die im Leistungsfall die Erbschaftssteuer komplett vermeiden kann. Wenn Sie und Ihr Partner sich gegenseitig absichern möchten, wählen Sie diese spezielle Art. Die Überkreuzversicherung ist insbesondere sinnvoll, wenn Sie nicht verheiratet sind und deswegen maximal 20.000 Euro Erbschaftssteuerfreibetrag berücksichtigt werden.

Bei der Überkreuzversicherung schließen Sie zwei Verträge ab. In dem ersten Vertrag werden Sie Versicherungsnehmer, zahlen die Beiträge und erhalten die Leistungen aus dem Vertrag. Ihr Partner wird versicherte Person. Bei dem zweiten Vertrag sind die Rollen genau anders herum verteilt. Ihr Partner ist Versicherungsnehmer, zahlt die Beiträge und erhält die Leistungen aus dem Vertrag, Sie selbst sind versicherte Person. Sollte einer von Ihnen versterben, fällt die Leistung aus der Risikolebensversicherung nicht in die Erbmasse und steht in jedem Fall steuerfrei zur Verfügung.

Die Überkreuzversicherung ist auch bei verheirateten Partnern empfehlenswert, wenn bereits ein gewisses Vermögen oder Wohneigentum vorhanden ist. Erbschaftssteuer wird auf alle Werte fällig und die Immobilie gehört dann ebenfalls dazu. Mit der Überkreuzversicherung können Sie die Erbschaftssteuer legal umgehen und optimal für Ihre Hinterbliebenen sorgen.

So finden Sie die beste Risikolebensversicherung

Bei den grundlegenden Versicherungsbedingungen gibt es bei der Risikolebensversicherung nur wenige Unterschiede. Alle Versicherer leisten, wenn eine versicherte Person während der Vertragslaufzeit verstirbt. Ausgenommen sind bei den meisten Versicherern nur Selbsttötungen während der ersten zwei Jahre der Vertragslaufzeit, danach ist auch dieses Risiko mitversichert. Das entscheidende Kriterium für den passenden Versicherungsschutz ist also hauptsächlich der Preis. Je günstiger der Versicherungsschutz ist, desto besser. Es lohnt sich aber trotzdem, wenn Sie bei der Auswahl des passenden Anbieters auf einige Kriterien achten:

  • die gewünschte Versicherungssumme sollte immer garantiert sein und nicht nur mithilfe der Überschüsse erreicht werden
  • der Versicherer sollte über eine ausreichende Finanzstärke verfügen, damit die verrechneten Überschüsse über die Vertragslaufzeit stabil bleiben
  • der Vertrag sollte bei Veränderungen der individuellen Lebenssituation angepasst werden können, ohne dass eine erneute Gesundheitsprüfung fällig wird

Insbesondere der letzte Punkt ist sehr wichtig. Risikolebensversicherungen werden über einen langen Zeitraum abgeschlossen, viele haben eine Laufzeit von 30 Jahren oder mehr. In diesem Zeitraum kann sich einiges ändern. Vielleicht bekommen Sie noch ein weiteres Kind oder Sie ziehen in ein größeres Haus und verkaufen das bisherige Objekt. Eventuell haben Sie auch die Chance, in einem anderen Beruf deutlich mehr Geld zu verdienen und benötigen deswegen eine höhere Versicherungssumme. Wenn der Versicherer Anpassungen erlaubt, können Sie den Vertrag auch bei inzwischen entstandenen Vorerkrankungen anpassen, ohne dass der Versicherer die Erhöhung ablehnen kann.

Prüfen Sie außerdem, ob Sie einen persönlichen Ansprechpartner vor Ort wünschen oder mit einer rein telefonischen Beratung und Betreuung einverstanden sind. Persönliche Beratung finden Sie zum Beispiel bei Versicherungsvertretern oder Versicherungsmaklern, dafür sind die angebotenen Tarife zum Teil etwas teurer als vergleichbare Tarife von reinen Onlineversicherern, die Kunden nur online und telefonisch beim Abschluss unterstützen.

Risikolebensversicherungen im Vergleich

Hier können Sie direkt die verschiedenen Risikolebensversicherungen vergleichen. Durch Eingabe Ihrer Daten ermitteln wir, welche Versicherungen überhaupt für Sie in Frage kommen und können die Angebote direkt für Sie vergleichen. Der Vergleich ist natürlich kostenfrei und völlig unverbindlich.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Warum ist eine Risikolebensversicherung wichtig für Familien?

Die Risikolebensversicherung sichert Ihre Familie gegen das Todesfallrisiko ab. Sollten Sie oder Ihr Partner während der Vertragslaufzeit versterben, erhält der hinterbliebene Partner eine einmalige Leistung aus der Risikolebensversicherung und kann zum Beispiel bestehende Kredite ablösen und eine kontinuierliche Betreuung für die Kinder sicherstellen.

Wie viel kostet eine Risikolebensversicherung?

Die Prämie einer Risikolebensversicherung ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Ihr Alter bei Beginn des Vertrags, die gewünschte Laufzeit und die Höhe der Versicherungssumme spielen eine große Rolle. Zudem unterscheiden die Versicherer zwischen Rauchern und Nichtrauchern. Nichtraucher zahlen im Vergleich zu Rauchern deutlich günstigere Versicherungsprämien.

Was ist der Unterschied zwischen Brutto- und Netto-Beitrag?

Der Brutto-Beitrag entspricht dem Beitrag, den Sie im Normalfall für Ihren gewählten Versicherungsschutz zahlen müssen. Der Netto-Beitrag ist der Beitrag, den Sie tatsächlich an den Versicherer zahlen. Auch die Risikolebensversicherung gehört zu den Lebensversicherungen und das Versicherungsunternehmen erwirtschaftet mit Ihren Beiträgen eine Rendite, die er zum Teil an Sie zurückerstatten muss. Bei der Risikolebensversicherung kann die Überschussbeteiligung direkt mit den Beiträgen verrechnet werden, sodass Ihre monatliche Belastung geringer ausfällt. Die Höhe des Netto-Beitrags ist nicht garantiert und kann vom Versicherer in jedem Jahr angepasst werden.

Müssen die Leistungen aus einer Risikolebensversicherung versteuert werden?

Die Leistungen aus der Risikolebensversicherung zahlt der Versicherer grundsätzlich steuerfrei aus. In bestimmten Vertragskonstellationen kann es aber dazu kommen, dass auf die ausgezahlte Summe Erbschaftssteuer fällig wird. Wenn Sie das umgehen möchten, entscheiden Sie sich für eine Überkreuzversicherung, durch die generell keine Erbschaftssteuer fällig wird, weil die Todesfallsumme nicht in die Erbmasse fällt.

Kann ich die Risikolebensversicherung jederzeit wechseln?

Trotz einer festen Vertragslaufzeit von zum Teil mehreren Jahrzehnten können Sie den Versicherungsschutz bei den meisten Versicherern mit einer Frist von einem Monat zum Monatsende kündigen. Wenn Sie einen Wechsel zu einem anderen Versicherer planen, sollten Sie den Vertrag aber erst kündigen, wenn Sie eine Annahmebestätigung vom neuen Versicherer erhalten haben. Ohne Annahmebestätigung könnte es passieren, dass Sie aufgrund geänderter Gesundheitsverhältnisse keinen neuen Versicherungsschutz erhalten und durch die Kündigung dann ganz ohne Versicherungsschutz dastehen.


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