Warum du dein Konto bei der Sparkasse kündigen solltest

Die Sparkasse wirbt damit, für jeden das passende Konto zu bieten. Das mag stimmen, aber wieso muss das Geld kosten? Wie viele andere Geldinstitute folgt die Sparkasse dem Trend, ihren Kunden für alltägliche Dienstleistungen Gebühren zu berechnen. Die Erklärung dahinter ist meist dieselbe: guter Service kostet, Filialen müssen unterhalten und in Stand gehalten werden. Dennoch gibt es Banken, bei denen du weder für dein Konto, noch für zusätzliche Leistungen zur Kasse gebeten wirst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kontoführung, Online-Banking oder Kreditkarte müssen nichts kosten
  • Bei der Sparkasse wirst du für viele Dienstleistungen zur Kasse gebeten
  • Online- oder Direktbanken bieten einen besseren Service zum Nulltarif
  • Einige Banken bieten dir als Neukunde zudem eine Willkommensprämie
  • Ein Wechsel deines Girokontos geht unkompliziert und schnell

Immer neue Gebühren

Für die Mehrheit der Girokonten gibt es keine Guthabenverzinsung mehr. Wenn du Glück hast, findest du noch Bankinstitute, die dir für dein Konto bis zu 0,5% gewähren – meist jedoch weit weniger oder gar nichts. Aufgrund historisch niedriger Zinsen gehen auch bei den Banken die Gewinne zurück. Da verwundert es wenig, dass nach und nach Gebühren für bestimmte Leistungen anfallen. Neben der Kontoführung werden für diverse weitere Dienstleistungen Beträge fällig. Online-Banking, Daueraufträge oder deine EC-Karte kosten mitunter extra. Sogar Abhebungen können teuer werden, zum Beispiel wenn sie unter einer Mindestsumme liegen oder eine festgelegte Anzahl an Bargeldabhebungen überschreiten. Die Gebühren können sich über ein Jahr betrachtet bis in den dreistelligen Bereich summieren.

Nicht immer sind Gebühren rechtens. Im Jahr 2017 urteilte der Bundesgerichtshof (BGH), dass Kosten für SMS-TAN in den meisten Fällen unzulässig sind. Mit einer individuell erstellten und zugeschickten TAN (Transaktionsnummer) legitimierst du einzelne Geldtransfers oder andere Aktionen beim Online-Banking. Bis zu dem Richterspruch hatten verschiedene Banken für den Versand einer TAN per SMS bis zu 25 Cent berechnet. Hast du per Online-Banking 10 Überweisungen im Monat getätigt, wurden übers Jahr gesehen immerhin 30 Euro fällig.

Strafzinsen für Sparer

Wie weit manche Institute auf der Suche nach Einnahmequellen gehen, zeigt sich am Beispiel Minuszinsen. Kontoinhaber erhalten keine Zinsgutschriften, sondern im Gegenteil Abzüge. Erste Banken lassen ihre Kunden für ihre Einlagen auf dem Konto bezahlen. Derzeit ist das jedoch nur bei Tagesgeldkonten gestattet. Dagegen sind Strafzinsen fürs Girokonto (noch) unzulässig.

Das sollte ein modernes Girokonto bieten

Ein Girokonto muss mehr können als nur deine nötigen Transfers erledigen. Am besten ist es für dich, wenn du ein umfassendes Paket an Dienstleistungen bekommst, die dich keinen Cent kosten. Im Idealfall bekommst du noch einen geringen Sparzins, was heutzutage allerdings nicht mehr selbstverständlich ist. Unsere weiteren Stichpunkte kannst du als Checkliste verwenden. Betrachte einmal dein eigenes Girokonto: Kann es dir die folgenden Dienste alle bieten?

  • Kostenfreie Kontoführung
  • Keine Extragebühren für Überweisungen, Lastschriften oder Daueraufträge
  • Online-Banking ohne versteckte Kosten, z. B. für TANs oder Ausführungen
  • Gratis App für den Empfang deiner TANs oder die Suche nach Geldautomaten
  • EC- sowie Kreditkarte ohne Aufpreis oder Führungspauschale
  • Möglichst großes Netz an Bankautomaten für kostenloses Bargeld
  • Erreichbarkeit eines Mitarbeiters bei Problemen oder Fragen
  • Gebührenfreie Möglichkeiten, Bargeld auf dein Girokonto einzuzahlen
  • Willkommensbonus für dich als Neukunde

Wieviel ein Konto bei der Sparkasse kostet

Die nachfolgenden Angaben beziehen sich auf die Basistarife der drei aufgeführten Girokonten, wie sie seit Jahresbeginn 2019 für die Berliner Sparkasse gelten. Bei Sparkassen anderer Regionalverbände können Abweichungen in den jeweiligen Tarifmodellen sowie den Kontokosten möglich sein. Die Angaben stellen außerdem nur einen Ausschnitt dar. Weitere Gebühren können dir darüber hinaus für andere Dienstleistungen wie etwa das Abheben von Bargeld im Ausland entstehen.

Leistung„Giro Individual“„Giro Digital“„Giro Pauschal“
Führung VISA Card BasisKunden bis 21 Jahre: kostenlos; Kunden ab 21 Jahre: 42€ pro JahrKunden bis 21 Jahre: kostenlos; Kunden ab 21 Jahre: 42€ pro JahrKunden bis 21 Jahre: kostenlos; Kunden ab 21 Jahre: 42€ pro Jahr
Führung EC-Karte8,50€ pro Jahr8,50€ pro Jahrkostenlos
Kontoüberziehung / Dispozins10,5% p. a.10,5% p. a.10,5% p. a.
Bargeldabhebungen** bei anderen Banken mit der Kreditkarteje mind. 7,50€je mind. 7,50€je mind. 7,50€
Bargeldauszahlung mit der Sparkassen-Card (EC-Karte) am Geldautomatenje 0,30€kostenloskostenlos
Münzgeldeinzahlungje 7,50€je 7,50€je 7,50€
Lastschriftje 0,30€kostenloskostenlos
Dauerauftrag ändern / einrichtenje 0,60€ *je 2€ *kostenlos
Eilüberweisungje 12€je 12€je 12€
Echtzeit-Überweisungje 0,55€je 0,25€je 0,25€
Kontoführung1€ pro Monat3€ pro Monat7€ pro Monat

* Die Bearbeitung eines Dauerauftrags ist über das Online-Banking kostenlos; die Gebühren werden am SB-Terminal oder Schalter fällig.
** Die Automatengebühr beträgt 2% des Umsatzes (z B. 10€ bei 500€ Abhebung), jedoch mindestens 7,50€ pro Bargeldabhebung. Im Ausland kostenlos; gegebenenfalls erhebt der Geldautomatenbetreiber ein Entgelt.

Zu viele Gebühren bei der Sparkasse

Wenn du zu deinem Girokonto eine Kreditkarte haben willst, musst du dich für das relativ teure Modell „Girokonto Pauschal“ entscheiden. Dabei kommen bereits durch die Kontoführung sowie die Gebühr für deine Kreditkarte 126 Euro an jährlichen Fixkosten zusammen. Die Giro-Karte kostet dich weitere 8,50 Euro jährlich. Für diese Belastungen über insgesamt 134,50 Euro hast du noch keinen Euro am Automaten abgehoben oder irgendwelche Transaktionen ausgeführt.

Selbst die günstigeren Kontomodelle „Girokonto Individual“ und „Girokonto Digital“, bei denen keine Kreditkarte erhältlich ist, kosten dich fixe Gebühren. Immerhin werden 20,50 Euro bzw. 44,50 Euro pro Jahr berechnet, wenn du neben der Kontoführung die Ausgabe einer standardmäßigen EC-Karte wünschst. Einzelne Aktionen oder Dienste verursachen dir dabei weitere Gebühren, die etwa beim Abheben von Bargeld oder beim Überweisen entstehen können. Dabei handelt es sich um Beträge, die du dir ganz einfach sparen kannst.

So unkompliziert gelingt ein Wechsel

Trägheit oder mangelndes Wissen gehen auch bei einem Girokonto unnötig ins Geld. Dabei kannst du in wenigen Schritten und ohne Risiken dein Konto wechseln. Banken sind dazu verpflichtet, dich bei einem Kontowechsel zu unterstützen. Solltest du es wünschen, tauschen deine alte und neue Bank die wichtigsten Informationen aus. Eine solche Kontowechselhilfe soll sicherstellen, dass deine Zahlungspartner auch künftig sicher ihre Überweisungen erhalten.

So klappt ein Wechsel reibungslos

❶ Vergleiche die Angebote
Schau dir an, welche Möglichkeiten dir bei verschiedenen Girokonten geboten werden. Nutze unseren Girokonto Vergleich, um dir schnell, bequem und einfach einen Überblick zu verschaffen. Nach wie vor finden sich Banken, die dir ein Girokonto ohne Gebühren anbieten. Dennoch solltest du alle Bedingungen vor der Kontoeröffnung kennen, etwa die, wie du an einen möglichen Willkommensbonus kommst.

❷ Eröffne dein neues Konto

Ein neues Konto ist online in wenigen Minuten eröffnet. Natürlich werden die üblichen persönlichen Angaben von dir verlangt. Eine Identifizierung erledigst du entweder über das Postident-Verfahren beim nächsten Postamt. Oder du nutzt das Video-Ident-Verfahren. Dafür reicht die Kamera deines Smartphones oder Tablets aus.

❸ Kurze Wartezeit

Die nötigen Unterlagen bekommst du innerhalb weniger Tage zugeschickt. Dazu gehören im Wesentlichen eine Kredit- und Bankkarte, deine neue Kontoverbindung sowie Passwörter für die erforderlichen Freischaltungen. Nutze die Zeit, um deine neuen Bankdaten etwa an Vermieter, Versicherungen oder Energieversorger weiterzugeben. Dieser Schritt ist wichtig, damit Lastschriften nicht kostenpflichtig zurückgebucht werden müssen und du weiterhin deinen finanziellen Verpflichtungen nachkommst. Scheue dich nicht, deine bisherige Bank an ihre Mitwirkungspflicht zu erinnern. Immer mehr Institute bieten mittlerweile auch eine eigene App, die dich beim Wechsel unterstützen.

❹ Die Kündigung deines alten Girokontos

Die Abwicklung deines bisherigen Girokontos dauert nicht lange. Nach spätestens einem Monat ist es aufgelöst. Dennoch solltest du es damit nicht zu eilig haben. Vergewissere dich, dass bei deinem neuen Girokonto alles glatt läuft. Sind alle Zahlungen eingerichtet? Wissen alle über deine neue Kontoverbindung Bescheid? Zieht keiner mehr Geld vom alten Girokonto ein? Denk dabei auch an deine Online-Accounts. Hast du deine hinterlegten Zahlungsdaten bei Amazon, Paypal, Netflix & Co. aktualisiert? Du solltest beide Konten zwei oder drei Monate parallel laufen lassen, bevor du dich endgültig vom Alten trennst. Behalte dabei beide Konten im Auge.

❺ Dein Wechsel zahlt sich aus

Häufig sind Willkommensgeschenke mit Auflagen verbunden und werden nicht direkt nach Eröffnung verteilt. Erfüllst du die vorgegebenen Bedingungen (bestimmter Geldeingang, regelmäßige Nutzung etc.), kannst du in der Regel nach drei Monaten mit deinem Neukundenbonus als Gutschrift rechnen. Das Beste: Deine bisherigen Fixkosten von der Sparkasse hast du hinter dir gelassen. Geldkarten und Kontoführung genießt du zum Nulltarif.

Das gilt es beim Kontowechsel zu beachten

  • Nutze für die Kündigung das dafür vorgesehene Formular auf der Webseite deiner Sparkasse oder sende sie per Einschreiben.
  • Achte dabei auf einen Nachweis in Form einer Kündigungsbestätigung.
  • Sichere die letzten Auszüge deines alten Kontos als Zahlungsnachweise. Drucke sie sicherheitshalber aus und hefte sie sicher ab.

Natürlich sollte dein bisheriges Konto kein Minus aufweisen. Mit einer Kündigung entgehst du keinem laufenden Dispokredit oder anderen roten Zahlen auf deinem Konto.

Unsere Empfehlungen

Als kostenfreie Kontomodelle empfehlen wir Girokonto “DKB-Cash“ der DKB oder das Comdirect Girokonto. Die DKB bietet dir dabei sogar einen Guthabenzins über 0,2% an und verlangt für eine Überziehung 6,9% Sollzinsen. Die Zinsen für einen Dispokredit sind mit 6,5% bei Comdirect noch etwas günstiger. Zudem kannst du dort noch mit 100 Euro als Willkommensprämie rechnen sowie mit einer monatlichen Gutschrift von 2 Euro über volle 2 Jahre. Beide Anbieter verlangen keine Gebühren für die Kontoführung oder eine Geldkarte. Du erhältst bei beiden Banken sowohl eine EC- als auch eine Kreditkarte. Mit beiden kannst du Bargeld nicht nur in Deutschland, sondern weltweit gratis abheben. Gerade wenn du im Ausland bist, profitierst du von der VISA-Kreditkarte als weltweit anerkanntem Zahlungsmittel.

Wieso geht das kostenlos?

Direktbanken sparen Kosten ein, da sie weniger Mitarbeiter beschäftigen und die Unterhaltung von Filialen wegfällt. Diese Einsparungen geben sie unmittelbar an dich als Kunde weiter. Der telefonische oder Online-Kundenservice steht dem eines Bankberaters nicht nach. Musst du dich mit Bargeld versorgen, steht dir ein großes Netz an Automaten zur Verfügung. Wo bei anderen Banken Gebühren anfallen, weil du bei der Konkurrenz Geld abhebst, werden diese von einer Direkt- oder Onlinebank direkt für dich übernommen. Aber Vorsicht: Beachte die genaue Gebührenordnung deiner Bank, um zu erfahren, welche Abbuchungen tatsächlich kostenlos sind. Manchmal finden sich im Kleingedruckten Mindestbeträge fürs Geldabheben. In solchen Fällen bleibst du dann beispielsweise von Gebühren nur verschont, wenn du dir mehr als 50 Euro am Automaten ziehst.

Wenn du deine Bankgeschäfte übers Online-Banking erledigst, machen Gebühren oder andere Ausgaben für dein Konto kaum Sinn. Den üblichen Service der Sparkasse kannst du nämlich auch bei Comdirekt.de, der DKB oder weiteren Bankinstituten erwarten. Hinzu kommen Extras, die du als Gratisleistungen quasi noch „on top“ erhältst. Dir entstehen keinerlei Nachteile in Qualität oder Service, wenn du dich bei deinem neuen Girokonto gegen Gebühren entscheidest. Wie alle anderen Kreditinstitute hierzulande, unterstehen Online-Banken der deutschen Finanzaufsicht mit ihren strengen Reglements. Bedenke, zu welchen Summen sich solche Ausgaben über ein Jahr addieren. Mit dem gesparten Geld kannst du sicher mehr als einmal schön essen gehen.


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