Die besten Hebammen-Tipps für die Schwangerschaft

Hebammen sind so wichtig. Wenn du schon früh in der Schwangerschaft eine gefunden hast, herzlichen Glückwunsch! Denn sie kann dich nicht nur nach der Geburt, sondern auch schon jetzt unterstützen, wenn dich Schwangerschaftsbeschwerden plagen. Die besten Hebammen-Tipps haben wir in diesem Artikel für dich zusammengefasst.

Gegen Übelkeit

Schon nach etwa 5-6 Schwangerschaftswochen erwischt es einen Großteil der Schwangeren: ihnen ist übel, und zwar ständig oder zumindest zu bestimmten Zeiten. Gesunde Ernährung in dieser Zeit? Fehlanzeige! Diesen Zustand musst du nicht einfach hinnehmen. Hebammen haben viele gute Tipps gegen die Schwangerschaftsübelkeit:

  1. Nimm vor dem Aufstehen etwas Warmes zu dir wie z.B. Tee oder Wasser. Bleib danach noch kurz liegen und starte erst dann in den Tag.
  2. Gegen das flaue Gefühl im Magen hilft, immer etwas im Bauch zu haben. Als Snack eignen sich – langsam gekaut – geschälte Mandeln, Kartoffeln oder trockenes Brot.
  3. Warme, gekochte Mahlzeiten sind in dieser Zeit besser als Rohkost oder scharf Gebratenes.
  4. Wenn dir tagsüber öfter übel wird, kannst du an einem Fläschchen mit Zitronen- oder Orangenöl schnuppern. Das vertreibt schlechte Gerüche zuverlässig.
  5. Wie bei vielen Schwangerschaftsbeschwerden hilft auch hier Akupunktur. Hebammen wissen genau, welche Punkte sie stimulieren müssen, damit die Übelkeit vorbei geht.

Bei Erkältung

Schwangere sind meist häufiger erkältet als Frauen ohne Babybauch. Das liegt daran, dass das Immunsystem mit dem Baby so viel zu tun hat, dass es Erreger von außen schlechter abwehren kann als sonst. Ziemlich gemein, denn Medikamente sind in der Schwangerschaft ja nur bedingt zugelassen. Gerade abschwellendes Nasenspray ist ziemlich gefährlich. Denn es kann Frühwehen auslösen. Was also tun?

Deine Hebamme wird dir zu altbewährten Hausmitteln raten, um die Erkältung gut zu überstehen. Zum einen ist es wichtig, die Schleimhäute zu befeuchten, denn dann können sie besser arbeiten und abheilen. Inhalationen, Nasenspülungen, Dampfbäder und Sprays mit Meersalz sind da die beste Wahl.

Gegen Halsschmerzen helfen Kartoffel- oder Quarkwickel und die gute alte heiße Zitrone mit Honig. Bei Husten kannst du dir einen Zwiebelsaft ansetzen.

Rezept für Zwiebelsaft

Eine Zwiebel fein würfeln und in ein verschließbares Glas geben. Einen Esslöffel Honig darüber geben (Zucker geht auch), gut durchmischen und stehen lassen. Der Honig zieht den Saft aus der Zwiebel. Diesen kannst du dann auffangen und im Kühlschrank aufbewahren. Mehrmals täglich ein Löffel davon vertreibt den Husten. Keine Sorge, der Saft schmeckt gar nicht so schlecht!

Es gibt auch Rezepte, wo die Zwiebel gekocht wird. Die desinfizierenden Eigenschaften sind aber besser, wenn sie roh bleibt.

Rezept für Salzwasser

Einen Liter Wasser gut mit zwei Teelöffeln Meersalz oder Kochsalz vermischen. Das Mischungsverhältnis sollte 100 : 1 sein. Nimm nicht zu wenig oder zu viel Salz, denn ein Zuwenig trocknet die Schleimhäute aus und ein Zuviel reizt sie unnötig.

Mit dieser Mischung kannst du inhalieren, gurgeln oder sie als Nasendusche durch die Nase ziehen.

Rezept für warme Quarkwickel

Du brauchst ein Päckchen zimmerwarmen oder leicht angewärmten Quark und insgesamt drei Lagen:

  • Ein Leinentuch oder eine Baumwollwindel, die direkt um den Hals gewickelt wird.
  • Eine Lage Baumwolltücher oder Küchenpapier, um überschüssigen Quark aufzufangen und
  • einen warmen Wollschal.

Trage nun den Quark etwa 0,5 – 1 cm dick in der Mitte des ersten Tuches auf. Wickle das Tuch so um den Hals, dass der Quark mit dem vorderen und seitlichen Hals in Kontakt kommt. Nun kommt die Pufferlage und danach der warme Schal.

Den Wickel kannst du bis zu 3 Stunden am Hals lassen, bis der Quark getrocknet ist.

Dehnungsstreifen vorbeugen

Um unschönen Dehnungsstreifen durch die zusätzlichen Kilos und den größer werdenden Bauch vorzubeugen, gibt es nur ein Mittel: Cremen, cremen, cremen! Das hilft zwar nicht immer – denn Schwangerschaftsstreifen sind erblich bedingt – aber es mildert sie zumindest deutlich. Elastische Haut kann sich besser dehnen als trockene.

Am besten cremst du mit einer reichhaltigen Lotion oder einem Öl für Schwangere. Beide sollten keine hormonell wirksamen Inhaltsstoffe haben. Die ToxFox App des BUND hilft dir, schwarze Schafe herauszufinden.

Damit dein Partner schon früh Kontakt zum Baby aufnehmen kann, bitte ihn doch einfach, das tägliche Eincremen zu übernehmen.

Gegen Sodbrennen

Wenn der Bauch wächst, drückt die Gebärmutter von unten auf den Magen. Zusätzlich sorgen Hormone dafür, dass dieser nach oben hin nicht mehr richtig schließt und Magensäure in die Speiseröhre gelangt. Die Folge sind ein schlechter Geschmack im Mund, saures Aufstoßen oder ein Brennen hinter dem Brustbein. Als Gegenmaßnahmen haben Hebammen bei Sodbrennen folgende Tipps parat.

  1. Iss lieber viele kleine Mahlzeiten als wenige große. Dann machst du es deinem Magen leichter und er läuft weniger schnell über.
  2. Schwarzer Tee, Kaffee, Süßigkeiten, Kohlensäure und andere Übeltäter kurbeln die Magensäureproduktion an. Lass sie daher lieber weg, wenn du starke Beschwerden hast.
  3. Heilerde, Mandeln und Mandelmilch und etliche andere kleine Helferlein schaffen Abhilfe.
  4. Wenn nichts hilft, sind Magengele wie Riopan vielleicht deine Rettung. Frag aber bitte vorher deinen Arzt.

Was Sodbrennen auslösen kann und was noch alles hilft, erfährst du im Artikel „14 gute Tipps gegen Sodbrennen in der Schwangerschaft„.

Bei Eisenmangel

Nicht selten kommt es in der Schwangerschaft zu einem Eisenmangel, vor allem dann, wenn die Frau schon vorher einen hatte, ohne es zu merken, oder wenn sie sich vegetarisch ernährt. Die Symptome sind Müdigkeit, Leistungsschwäche, Haarausfall, brüchige Nägel usw. Bei Verdacht bringt ein Bluttest Klarheit darüber, die gefüllt die Eisenspeicher sind und ob vielleicht schon eine Eisenmangelanämie droht. Diese ist auch für das Kind gefährlich, denn die Plazenta wird dann nicht mehr richtig versorgt.

Je nachdem wie gravierend der Eisenmangel ist, wird dir die Hebamme zu verschiedenen Maßnahmen raten. Manchmal lässt sich die Einnahme eines Eisenpräparates nicht vermeiden. Leider beeinflussen diese die Verdauung oft ungünstig. Bei einem leichten Eisenmangel reicht es daher, wenn du ein paar grundlegende Ernährungstipps beachtest:

  1. Kaffee, schwarzer Tee und Schokolade sind Eisenräuber. Lass sie lieber weg.
  2. Milch und Milchprodukte sollten nicht zusammen mit eisenhaltigen Lebensmitteln konsumiert werden, denn sie behindern die Eisenaufnahme.
  3. Vitamin C hilft dabei, dass das Eisen aus der Nahrung besser aufgenommen wird.
  4. Lebensmittel mit hohem Eisenanteil sind grünes Gemüse wie Brokkoli, viele Beeren, Rindfleisch und Haferflocken (ohne Milch).

Rückenschmerzen vorbeugen

Je schwerer der Bauch wird, desto mehr zieht er deinen Rücken ins Hohlkreuz. Dass die Hormone die Bänder weicher machen, macht alles noch schlimmer. Rückenschmerzen sind die Folge, zumindest wenn du nichts dagegen tust. Hebammen raten daher dazu, die Haltung immer wieder zu kontrollieren und notfalls gegenzusteuern.

Um deine Rückenmuskeln zu trainieren, eignet sich Schwimmen in der Schwangerschaft am besten. Aber auch die Kuh-Katze-Übung aus dem Yoga und der Schwangerschaftsgymnastik, hilft dir, deinen Rücken zu stärken. Dabei begibst du dich auf alle Viere und machst einen Katzenbuckel. Nach 5 Sekunden gehst du bewusst ins Hohlkreuz. Diese Übung wiederholst du am besten 5 bis 10 mal. Jeden Tag angewendet lindert sie Rückenschmerzen.

Für besseren Schlaf

Je weiter die Schwangerschaft fortschreitet, desto mehr stört der Bauch bei der Nachtruhe. Von Party feiernden Bauchzwergen reden wir erst gar nicht.

Damit du zumindest bequem liegst, hilft auch jetzt schon ein großes Stillkissen. Es kann deinen Rücken stabilisieren. Und wenn du es durch die Beine klemmst, liege die Knie nicht so unangenehm aufeinander. Wenn das Baby da ist, wird es dir ebenfalls gute Dienste bei seiner eigentlichen Aufgabe leisten.

Ein weiter Tipp von Hebammen ist, wenn möglich den Lattenrost am Fußende höher zu stellen. Das entlastet die Beinvenen und beugt Wassereinlagerungen vor. Warme Milch mit Honig am Abend macht viele Frauen schön müde. Der Effekt ist zwar nicht wissenschaftlich bewiesen, aber probier es doch einfach mal aus.

Bei Wassereinlagerungen

Spätestens gegen Ende der Schwangerschaft haben viele Schwangere mit Wassereinlagerungen zu kämpfen. Aber auch vorher schon, können die Beine immer mal wieder anschwellen, zum Beispiel wenn du lange sitzt. Denn dann hat es dein Herz schwer, den Blutfluss in Gang zu halten.

Hier helfen vorbeugend Stützstrümpfe und viel Bewegung, zum Beispiel in Form von Schwimmen, Spaziergängen oder Gymnastik. Kurzfristig kannst du die Beine hochlegen.

Hebammen wissen übrigens, dass Zitrusfrüchte wie Mango, Orangen und Mandarinen in der Schwangerschaft Wassereinlagerungen begünstigen. Also halte dich lieber an heimische Früchte wie Äpfel und Birnen.

Bei Verstopfung

Wenn das Baby den Darm verdrängt und du immer unbeweglicher wirst, kommt es oft zu Verstopfungen. Um diese zu lindern, solltest du besser nicht zu Abführmitteln greifen.

Stattdessen hilft alles, das das Stuhlvolumen erhöht, ihn aufweicht und die Darmtätigkeit in Gang hält. Folgendes wird dir die Hebamme raten:

  1. Genug trinken, denn sonst wird die fehlende Flüssigkeit aus dem Darm gezogen und der Stuhl wird fest.
  2. Viel Gemüse und Ballaststoffe essen. Greif also lieber zu Vollkorn als zu Weißmehlprodukten.
  3. Eingeweichte Leinsamen oder Flohsamen helfen mit viel Flüssigkeit eingenommen zusätzlich. Kauf aber bitte nur Flohsamen aus der Apotheke und teste mit einer kleinen Menge. Denn Allergiker können darauf reagieren.
  4. Achte auf ausreichend Bewegung. Denn diese wirkt auch auf den Darm.

Zur Stillvorbereitung

Wenn du stillen möchtest, ist die beste Strategie, dich schon in der Schwangerschaft über einen guten Stillbeginn zu informieren. Am besten besuchst du einen Stillvorbereitungsseminar, das manchmal in Hebammenpraxen und Krankenhäusern angeboten wird. Dort triffst du auch auf Gleichgesinnte. In Geburtsvorbereitungskursen wird das Thema ebenfalls mitbehandelt. Allerdings nur oberflächlich. Besser ist es, wenn deine Hebamme dir schon vorher Tipps für die ersten Tage geben kann. Vielleicht entwickelt sich ja daraus die ein oder andere Freundschaft.

Nervige Nachfragen abstellen

Nichts ist so anstrengend wie um den Geburtstermin herum die hundertste Anfrage zu beantworten, ob denn das Kind nun schon da ist oder wann es denn nun endlich so weit sei. Einer kleiner Hebammen-Trick sorgt hier effektiv für Ruhe. Beginne einfach frühzeitig einen ET zu nennen, der zwei Wochen nach dem eigentlichen liegt. Schummeln ist hier erlaubt. Einfach, oder?

Hast du noch Fragen zu den Hebammen-Tipps? Oder kennst du noch einen clevere Tipp für werdende Mütter, den du unbedingt teilen musst? Dann schreib uns gern einen Kommentar!

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  • Hebammen-Tips: https://hebammen-tips.de/vor-der-geburt.html (abgerufen am 5.3.2019)
  • Silvia Höfer & Nora Szász: Hebammen-Gesundheitswissen:
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    ,
    GU Verlag, Auflage 1 (8. September 2012)
  • Jana Friedrich: Das Geheimnis einer schönen Geburt
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