Hebamme finden: Worauf Sie achten sollten

Relativ schnell nach der Bestätigung der Schwangerschaft durch den Frauenarzt ist es wichtig, sich auf die Suche nach einer guten Hebamme zu machen. Doch woran können Sie eine gute Hebamme erkennen und was ist bei der Suche eigentlich wirklich wichtig? Da Ihre Hebamme Sie durch die Schwangerschaft und darüber hinaus begleiten wird, ist es wichtig, sich vor der Suche Gedanken zu machen und keine Kompromisse einzugehen.

Ganz wichtiger Hinweis vorab: Es gibt leider eine Hebammenknappheit. Sie sollten sich daher in jedem Fall früh kümmern, da es ansonsten passieren kann, dass Sie keine Hebamme in Ihrem Ort finden. Wer keine Hebamme findet, kann sich u.U. nach Sprechstunden in den Hebammenpraxen informieren.

Die Unterschiede bei den Hebammen

Es gibt bei den Hebammen einige Unterschiede, die eine Entscheidung deutlich beeinflussen können. Wissen Sie darüber Bescheid, wie sich die Hebammen in ihren Angeboten und Aufgaben unterscheiden, können Sie bereits bei der Auswahl der Möglichkeiten Einschränkungen machen:

1. Die freiberufliche Hebamme

Freiberufliche Hebammen arbeiten ohne eine Festanstellung in der Klinik oder im Geburtshaus. Sie sind eine sehr gute Wahl, wenn Sie auf der Suche nach einer Hebamme sind, die Sie vor und nach der Geburt begleitet. Freiberufliche Hebammen können die Vorsorge und auch die Stillberatung übernehmen. Denken Sie über eine Hausgeburt nach, ist eine freiberufliche Hebamme die erste Anlaufstelle. Allerdings führen nicht alle Hebammen auch Hausgeburten durch. Diese Frage sollte daher schon vor der ersten Terminvereinbarung gestellt werden.

2. Die Beleghebamme

Auch eine Beleghebamme praktiziert nicht über eine Anstellung, sondern freiberuflich. Allerdings hat sie dennoch einen Vertrag mit Kliniken oder Geburtshäusern. Sie kann einen oder mehrere Verträge haben. Diese werden als Belegverträge bezeichnet. Legen Sie Wert darauf, dass Ihre Hebamme Sie auch während der Geburt begleitet, dann benötigen Sie eine Beleghebamme. Allerdings muss diese einen Belegvertrag mit der Klinik oder dem Geburtshaus haben, das von Ihnen auch als Ort für die Entbindung ausgewählt wird.

Sehr einfach können Sie es sich machen, wenn Sie direkt in der Klinik oder im Geburtshaus fragen, welche Hebammen in Frage kommen.

3. Die angestellte Hebamme

Haben Sie keine Priorität, was die Betreuung bei der Geburt angeht, dann werden Sie durch eine angestellte Hebamme betreut. Diese sind im Krankenhaus oder im Geburtshaus angestellt und für die Unterstützung bei der Entbindung zuständig. Es ist empfehlenswert, sich dennoch eine freiberufliche Hebamme zu suchen, die Vor- und Nachsorge übernimmt.

4. Die Nachsorgehebamme

Sie müssen keine Hebamme für die Vorsorge in Anspruch nehmen. Entscheiden Sie sich dagegen, dann können Sie dennoch eine Nachsorgehebamme in Anspruch nehmen. Möchten Sie eine Hebamme lediglich für die Nachsorge, so sollten Sie sich dennoch bereits einige Wochen vor der Geburt darum kümmern, jemanden zu finden.
Sie können auch in der Klinik nachfragen, ob eine der Beleghebammen die Nachsorge übernimmt. Auch hier ist es wichtig, rechtzeitig nachzufragen.

Tipp: Befindet sich Ihr voraussichtlicher Entbindungstermin in der Urlaubszeit oder in der Weihnachtszeit, sollten Sie sich noch zeitiger um eine Nachsorgehebamme kümmern, da viele zu dieser Zeit nicht arbeiten.

Das Erstgespräch – eine Frage des Gefühls

Bevor Sie sich zu einem Erstgespräch mit der Hebamme verabreden, steht der Telefontermin an. Bereits beim Telefonat merken Sie oft schon, ob die Chemie stimmt. Hier können Sie bereits die ersten Fragen stellen und schauen, ob das Angebot der Hebamme passt. Ist dies der Fall, wird ein Termin für die Erstberatung vereinbart.

Das Erstgespräch kann bei Ihnen zu Hause, im Geburtshaus oder auch in der Hebammenpraxis stattfinden. Ziel eines Erstgespräches ist es, dass Sie sich besser kennenlernen. Optimal ist es natürlich, wenn auch Ihr Partner dabei sein kann.

Die Hebamme wird Ihren Mutterpass prüfen und schauen, ob mit dem Baby alles in Ordnung ist. Sicher wird sie auch einige Fragen zur Schwangerschaft haben. Beim ersten Gespräch kommt das Thema zudem auf Ihre Wünsche in Bezug auf die Betreuung und die Schwangerschaft. Die Hebamme wird Ihnen erklären, wie sie arbeitet, wie die Vorsorge erfolgt und wie die Betreuung nach der Geburt durchgeführt wird.

Nach dem Erstgespräch werden Sie ein Gefühl dafür haben, ob Sie sich eine Zusammenarbeit mit der Hebamme vorstellen können. Dabei sollten Sie vor allem dem Wohlfühlfaktor sehr viel Raum geben. Eine Schwangerschaft ist ein intimes Erlebnis. Sie werden viele Fragen mit der Hebamme teilen, die nicht immer ganz angenehm sind. Daher sollten Sie volles Vertrauen entwickeln können.

Falls die Hebamme nicht Ihren Erwartungen entspricht, können Sie sich weiter auf die Suche machen. Bei einigen Krankenkassen kann es jedoch passieren, dass Sie die Kosten für weitere Erstgespräche mit Hebammen selbst tragen müssen. Dies sollten Sie vorher bei der Krankenkasse erfragen.

Wichtige Tipps rund um die Hebamme

Sind Sie noch unsicher, wie Sie sich der Hebamme gegenüber verhalten sollen und was bei der Suche wirklich wichtig ist, können Sie die nachfolgenden Richtlinien nutzen. Fragen Sie auch ruhig bei Ihrer Hebamme nach, wenn Sie nicht genau wissen, wie sie die folgenden Punkte handhabt:

1. Die Entfernung zu Ihrem Wohnort

Häufig erhalten Schwangere Empfehlungen von Freunden oder Bekannten, was die Hebamme angeht. Allerdings ist es dennoch hilfreich darauf zu schauen, dass Ihre Hebamme nicht zu weit von Ihnen entfernt wohnt. Die kurzen Wege sind sowohl für die Hebamme, als auch für Sie, eine gute Sache in der Schwangerschaft. Möchten Sie beispielsweise an Kursen in der Hebammenpraxis teilnehmen, fahren Sie nicht zu lange.

2. Wo kann man eine Hebamme finden?

Neben den Empfehlungen durch Freunde gibt es noch andere Möglichkeiten, eine Hebamme zu finden. Sie können direkt in den Kliniken nachfragen, online z.B. auf hebammensuche.de suchen oder im Geburtshaus vorbeischauen.

3. Der Anruf bei der Hebamme

Gerade Erstgebärende haben viele Fragen und sind oft unsicher, wenn es um die Schwangerschaft geht. Grundsätzlich können Sie daher Ihre Hebamme jederzeit anrufen. Einige Hebammen verweisen jedoch auch auf ihre Ruhezeiten und auf den Frauenarzt oder das Krankenhaus. Möchten Sie also eine Hebamme, die Sie immer erreichen, sollten Sie dies beim Gespräch deutlich machen.

4. Die Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Die Kosten für die Vorsorgeuntersuchungen durch die Hebamme werden nur dann von der Krankenkasse übernommen, wenn Sie nicht parallel eine Vorsorge beim Frauenarzt machen. Meist wechseln sich Hebammen und Frauenarzt in einem Rhythmus von vier Wochen ab. Klären Sie direkt zu Beginn, ob dies für Ihre Hebamme ebenfalls in Ordnung ist. Möchten Sie lediglich die drei großen Kontrollen beim Frauenarzt durchführen lassen und sonst die Betreuung durch die Hebamme in Anspruch nehmen, ist dies ebenfalls möglich. Allerdings sollte auch dieser Punkt besprochen werden.

Wichtig: Bereitschaftsdienst durch die Hebamme oder andere Zusatzleistungen, wie Yoga oder die Geburtshilfe, müssen Sie finanziell meist selbst tragen. Erfragen Sie hier die Kosten. Tipp: Die BKK VBU übernimmt meist mehr Kosten als andere Versicherungen.

5. Kontaktaufnahme bei Wehen

Zeigen sich erste Wehen und Sie haben keine Beleghebamme gewählt, können Sie dennoch Kontakt mit Ihrer Hebamme aufnehmen. Diese wird Ihnen Tipps geben, wie Sie sich weiter verhalten sollen und auch zu Ihnen nach Hause kommen und den aktuellen Stand prüfen.

6. Die Zeit nach der Entbindung

Sind Sie mit Ihrem Baby zu Hause angekommen, dann betreut Ihre Hebamme Sie im Wochenbett. Sie prüft das Gewicht Ihres Babys, kontrolliert Ihren Blutdruck sowie die Rückbildung der Gebärmutter. Zudem gibt sie Unterstützung beim Stillen und bei der richtigen Pflege des Babys.

Hinweis: Sie müssen auch im Wochenbett die Betreuung einer Hebamme nicht in Anspruch nehmen. Dennoch ist es, gerade in Bezug auf die Gesundheit Ihres Babys und Ihre körperliche Rückbildung, empfehlenswert.

Der Service in einem Geburtshaus

Es ist durchaus möglich, nicht direkt auf die Suche nach einer Hebamme zu gehen, sondern den Service von Geburtshäusern in Anspruch zu nehmen. Je nach Geburtshaus können die Angebote zwar variieren, meist unterscheiden sie sich aber nur geringfügig. Damit Sie sich ein Bild davon machen können, was in einem Geburtshaus für Service-Angebote zur Verfügung stehen, finden Sie nachfolgend eine Zusammenfassung:

  • Beratung zu den Untersuchungen in der Schwangerschaft, die durchgeführt werden
  • Durchführung der Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft
  • Behandlungen mit Homöopathie, Akupunktur, Massagen
  • Ernährungsberatung
  • Behandlung bei Beckenendlage im letzten Drittel der Schwangerschaft
  • Betreuung durch ein Team von Hebammen
  • Geburtendurchführung
  • Betreuung im Wochenbett
  • Betreuung in der Stillzeit
  • Kursangebot

Der Vorteil eines Geburtshauses wird meist darin gesehen, dass hier die Betreuung durch ein komplettes Team an Hebammen erfolgt. Es ist also jederzeit jemand für Sie erreichbar. Natürlich kann es auch hier passieren, dass der Wohlfühlfaktor bei einer oder mehreren der Hebammen leidet. An dieser Stelle gilt es abzuwägen, ob Sie doch lieber in die Einzelbetreuung gehen.

Haben Sie noch weitere Fragen zum Thema Hebamme finden? Schreiben Sie uns einen Kommentar oder diskutieren Sie mit in unserer Facebook-Gruppe für Schwangere & Mamis!


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