Gesundheitsvorsorge für Baby und Kleinkind: Das gibt es zu beachten

Ein neues Leben beginnt: Viele Jahre voller Abenteuer, Spaß und wunderschöner Familienmomente stehen den frischgebackenen Eltern und ihrem Sprössling bevor, in denen der Grundstein für ein langes, glückliches Leben gelegt wird. Alles, was das Kind in den Jahren der Obhut lernt, wird es später weiter in sich tragen und sein Leben damit gestalten. Verhalten, Bindungsfähigkeit, die tagtäglichen Gedanken und auch die Gesundheit nehmen ihren Anfang bereits mit der Schwangerschaft und schließlich in den ersten Stunden, die das Baby auf der Welt verbringt.

Da das kleine Wesen voll und ganz auf die Versorgung durch die Eltern angewiesen ist, müssen diese ganz besonders darauf achten, dass das Baby alles hat, was es braucht. Die richtige Ernährung gehört genauso dazu, wie die jeweilige ans Wetter angepasste Kleidung. Auch von außen findet eine engmaschige Überprüfung des Gesundheitszustandes statt. Dafür sind die Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt und die Termine mit der Hebamme da, die auch nach der Geburt für Mutter und Kind da ist. Dennoch gibt es natürlich große Pfeiler, die die Gesundheit des Babys maßgeblich beeinflussen. Was es dabei zu beachten gibt, erfährst du hier im Überblick.

Die richtige Ernährung für einen gesunden Körper

Wie auch beim Erwachsenen hat die Ernährung des Babys einen maßgeblichen Einfluss auf die Gesundheit. Vitamine, Nährstoffe und die wichtigen Bausteine des Körpers werden in erster Linie über die Nahrung aufgenommen, bevor sie schließlich im Körper verwertet werden können. „Du bist was du isst“ trifft es auf den Punkt.

Da im Säuglings- und Kleinkindalter bereits der Grundstein für ein gesundes Essverhalten gelegt wird, haben die Eltern eine ganz besondere Vorbildfunktion. Regelmäßige Mahlzeiten mit gesunder Mischkost prägen die Ernährungsweise des Kindes in die richtige Richtung. Dabei ist auch entscheidend, was der Rest der Familie zu sich nimmt: Wird in der Familie nur wenig Obst und Gemüse verzehrt und es stattdessen nur dem Kleinkind angeboten, wird es sich dem gegenüber früher oder später versperren. Die meisten Verhaltensweisen werden nämlich durch Abschauen erlernt – was die Eltern und Geschwister machen, will der kleine Spross schließlich auch. Ein abwechslungsreicher Speiseplan, den die ganze Familie mitmacht, sorgt stattdessen für eine gesunde Entwicklung und eine entsprechende Prägung der Ernährungsgewohnheiten.

Dieser ist schon mit der Einführung von Beikost aufzunehmen. Vorher ist Muttermilch die beste Wahl. Sie enthält die richtige Zusammensetzung an Nährstoffen, die das Baby braucht. Dazu kommen die wichtigen Bakterien, die das Immunsystem ausbilden. Das heißt auch, dass die Mutter – die Produzentin der Muttermilch – sich entsprechend ernähren muss. Wobei das nicht bedeutet, dass sie einen strengen Speiseplan einhalten muss. Was ihr schmeckt und gut bekommt, ist in der Regel auch für das Baby gut, wenn Kohl und andere blähende Speisen außen vor gelassen werden. Ansonsten sind vor allem viel Obst und Gemüse zu empfehlen, die passenden Getreideprodukte, Kartoffeln, Omega-3-Fettsäuren-haltiger Fisch, mäßig Fleisch und Milchprodukte.

Papa mit Kind

Geht es dann zwischen dem fünften und dem siebten Monat mit der Beikost los, ist in erster Linie auf Obst und Gemüse, dann aber auch auf Getreide, Kartoffeln und Fleisch zu setzen. Abwechslung sollte ebenfalls groß geschrieben werden. Die Ansicht, dass die monotone Ernährung Allergien vorbeugt, ist heute überholt. Stattdessen werden dem Baby durch abwechslungsreiche Ernährung auch Vitamine und Nährstoffe zugänglich gemacht, die sich in anderen Gemüsesorten befinden. Wichtig sind trotzdem das stressfreie Heranführen und das Akzeptieren der Vorlieben des Kindes. Eltern sollten zwar zum Probieren motivieren, dem Kleinen aber nichts aufzwingen. Vorlieben sind angeboren und richten sich nach den Gewohnheiten der Eltern, werden dann aber bis zum 10. Lebensjahr ausgebaut und gefestigt. Wenn in dieser Zeit abwechslungsreiche Kost serviert und auch von der Familie verzehrt wird, kann der Start des Kindes in die Welt des Essens so gesund wie möglich ablaufen – eine wertvolle Grundlage für das ganze Leben.

Besser Vorsorgen als Nachsorgen

Die regelmäßigen Arztbesuche im Säuglings- und Kleinkindalter sind wichtig: Genau wie während der Schwangerschaft, sind die Vorsorgeuntersuchungen für das Baby vor allem darauf ausgelegt, mögliche Probleme und Krankheiten frühzeitig zu erkennen und behandeln zu können. Der Kinderarzt bzw. die Hebamme können außerdem Aussagen darüber treffen, ob die Entwicklungsstufe altersgemäß ist und was das Kleinkind verstärkt braucht. Außerdem können sie aus der Erfahrung schöpfen und dir möglicherweise den einen oder anderen Rat mit auf den Weg geben, wenn es irgendwo Schwierigkeiten gibt.

Die Vorsorge in der Schwangerschaft geht direkt in die Vorsorge beim Kind über. Los geht es zunächst mit der U1, die direkt am Tag der Geburt erfolgt. Dabei wird überprüft, ob das Baby die Geburt gut überstanden hat, ob die Reflexe ausgebildet sind, Herz und Lunge einwandfrei sind. Ebenfalls wird der APGAR-Test durchgeführt, der Aufschluss über den allgemeinen Gesundheitszustands des Babys gibt. Zwischen dem dritten und zehnten Lebenstag kommt dann direkt die U2 hinterher, bei der ebenfalls einige Tests absolviert werden, die die Früherkennung von Hormonstörungen oder Stoffwechselerkrankungen zulassen.

In der vierten oder fünften Lebenswoche wird das Kind zur U3 dann zum ersten Mal dem Kinderarzt vorgestellt, der es in der Regel durch alle weiteren Vorsorgeuntersuchungen – also bis zur U11 und anschließend durch die „Teenager-Untersuchungen“ J1 und J2 – begleiten wird. Letztendlich wird dabei jeweils beurteilt, ob das Kind sich dem Alter entsprechend entwickelt und wie der Gesundheitszustand ist. Die Eltern werden außerdem in allen möglichen Fragen beraten, auch Themen wie die Unfallverhütung oder der Umgang mit schwierigen Phasen kommen zur Sprache.
Abgesehen von den regulären Vorsorgeuntersuchungen sollte auch an die Heranführung an die Zahnpflege gedacht werden. Babys können bereits mit dem Durchbruch des ersten Zahns – in der Regel um den sechsten Lebensmonat herum – an das Zähneputzen gewöhnt werden. Der spielerische Umgang mit der Zahnbürste und später auch die Begleitung der Mutter zu Zahnarztbesuchen machen den Weg zu einer gesunden Zahnhygiene leichter – ebenfalls ein wichtiger Bestandteil eines gesunden Lebens, der dem Kind später viel Geld sparen kann, denkt man an teuren Zahnersatz. Hier ist wie bei der Ernährung auch das Verhalten der Eltern ausschlaggebend: Gehen diese verantwortungsvoll mit ihrer Gesundheit um, lernen auch die Kinder einen bewussten Umgang damit.

Mama mit Kind

Die Vorsorgeuntersuchungen werden übrigens vom Kinderarzt durchgeführt und von der Krankenkasse übernommen, wenn sie denn in dem dafür vorgesehenen Zeitraum durchgeführt werden. Das entsprechende Alter des Kindes ist jeweils im gelben Heft vorgegeben, das beim Verlassen des Krankenhauses nach der Geburt mitgegeben wird. Diesen Zeitraum einzuhalten ist wichtig, sonst werden selbst die geforderten U-Untersuchungen als IGeL-Leistung abgerechnet. Abgesehen von den Vorsorgeuntersuchungen können aber auch weitere Termine bei der Hebamme in Anspruch genommen werden. Die Krankenkasse übernimmt in den ersten zehn Lebenstagen einen täglichen Termin mit der Hebamme. Bis das Kind acht Wochen alt ist, können 16 weitere Hebammen-Konsultationen auf Kosten der Krankenkasse durchgeführt werden. Auch die Rückbildung und acht weitere Termine über den Stillzeitraum verteilt werden von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

Verhalten des Umfelds

Vorsorge beim Arzt ist wichtig, aber vor allem das Verhalten des Umfelds hat einen großen Einfluss auf das Kind. Kinder lernen schnell und das vornehmlich durch Abschauen und Nachahmen. Leben die Eltern einen gesunden Umgang mit sich und ihrer Gesundheit und eine ausgewogene Lebensweise vor, macht das Kind diese nach – ein guter Start in ein gesundes Leben. Das bezieht sich auch auf Kleinigkeiten im Alltag: Aufräumen, die gebrauchten Gegenstände beiseite räumen, lieber zum Apfel statt zur Schokolade greifen…all das sind Punkte, die schon Kleinkinder von ihren Eltern übernehmen. Ein gutes Vorbild ist die beste Motivation.

Aber natürlich ergibt sich auch der Umgang mit sich selbst und mit anderen aus dem vorgelebten Verhalten. Kinder, die liebevoll behandelt werden, sind später eher dazu in der Lage, Beziehungen anzunehmen und auch ihre eigene Liebe weiterzugeben. Wer hingegen von den eigenen Eltern mit Kälte behandelt wird, wird auch das übernehmen und weitertragen. Zuhören, Da Sein, nicht Ausschimpfen wenn etwas passiert und vor allem, dass man sich in einer Familie immer lieb hat, auch wenn mal Streit herrscht – all das sind wichtige Signale an das Kind, das letztendlich zu einem gesunden psychischen Leben führt. Auch diese Seite gehört nämlich zu einem gesunden Menschen.

Fazit

Die engmaschige Betreuung durch Kinderarzt und Hebamme ermöglicht eine dichte Kontrolle der Entwicklung des Kindes. Dadurch können mögliche Entwicklungsstörungen oder Krankheiten frühzeitig festgestellt und behandelt werden – ein wichtiger Punkt bei dem Start in ein gesundes Leben. Darüber hinaus wird aber zu Hause im alltäglichen Leben der Grundstein für lange währende Gesundheit gelegt. Ein gesundes Essverhalten mit abwechslungsreicher Ernährung gehört genauso dazu, wie die erste Zahnpflege und der Vermittlung von „psychischer Hygiene“: Über Probleme reden, für das Kind da sein und ihm viel Liebe geben – das bereitet auf ein glückliches Leben vor, das neben körperlicher auch auf psychischer Gesundheit basiert.

Bildquellen:
Bild 1 (Schriftzug hinzugefügt): fotolia.de ©Konstantin Yuganov #97852214
Bild 2: fotolia.de ©pololia #140827874
Bild 3: fotolia.de ©mimagephotos #56789523


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