Wie viel Folsäure man in der Schwangerschaft braucht

Folsäure ist vor allem in der Frühschwangerschaft wichtig für die Entwicklung Ihres ungeborenen Kindes. Frauenärzte empfehlen, eine Nahrungsergänzung mit Folsäure einzunehmen. Planen Sie ein Kind, kann es sinnvoll sein, das Depot bereits vor der Schwangerschaft zu füllen. Doch wie viel Folsäure brauchen Sie eigentlich?

Folsäure und die Aufgaben im Körper

Bei Folat handelt es sich um ein Vitamin. Die B-Vitamine sind wasserlöslich und werden dem Körper über die Aufnahme von Nahrungsmitteln zugeführt. Folsäure, die auf natürliche Weise in Lebensmitteln vorkommt, wird als Folat bezeichnet. Zusätzlich dazu gibt es die synthetisch hergestellte Variante. Hierbei wird direkt von der Folsäure gesprochen. Möchten Sie also ein Nahrungsergänzungsmittel kaufen, um den Körper mit Folsäure zu versorgen, erhalten Sie dies in der Drogerie oder der Apotheke.

Notwendig ist das Vitamin für die Prozesse der Zellteilung im menschlichen Körper. Sind Sie schwanger, ist ein erhöhter Bedarf von Folsäure vorhanden. Sie sorgt dafür, dass bei der Entwicklung des Embryos das Neuralrohr geschlossen werden kann. Kann Ihr Körper nicht ausreichend Folsäure zur Verfügung stellen, besteht die Möglichkeit, dass sich das Neuralrohr nicht richtig schließt. Die Folgen können Schäden am Embryo sein. Typisch ist die Entwicklung eines offenen Rückens. Experten gehen davon aus, dass Folsäure zudem verhindern kann, dass sich beim Baby Herzfehler bilden.

Folsäure-Bedarf mit der Ernährung abdecken – geht das?

In der Schwangerschaft möchten Sie sich natürlich von Beginn an möglichst ausgewogenen ernähren. Bei einer abwechslungsreichen und gesunden Ernährung wird Ihr Körper mit Folat versorgt. Es befindet sich vor allem in Obst, Gemüse und in Fisch sowie Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten. Zu bedenken ist jedoch, dass es sich um ein wasserlösliches Vitamin handelt, das zudem empfindlich auf Wärme und Licht reagiert. Bereits wenn Sie die Lebensmittel zubereiten, wird ein großer Teil des Folats zerstört. Bis zu 70% verschwinden auf diese Weise schon vor der Nahrungsaufnahme. Die Empfehlungen lauten daher, dass Sie Obst und Gemüse in Form von Rohkost häufiger zu sich nehmen sollten. Bei der Zubereitung von Gemüse können Sie darauf achten, dass dieses nicht gekocht, sondern nur gegart wird.

Übersicht über Lebensmittel mit Folat

  • Vollkornprodukte enthalten auf 100 Gramm 34 Mikrogramm Folat
  • 150 Gramm Blattspinat in gegarter Form enthalten rund 160 Mikrogramm Folat
  • Roher Kohlrabi hat auf 100 Gramm 70 Mikrogramm Folat
  • Tomaten sind mit 33 Mikrogramm Folat auf 100 Gramm reich an dem wichtigen Vitamin
  • 117 Mikrogramm Folat finden sich in 150 Gramm gegarten TK-Erbsen

Wie hoch ist der Bedarf an Folat in der Schwangerschaft?

Wenn Sie ein Baby erwarten, dann erhöht sich der Bedarf an Folat um 100%. Sie benötigen täglich 600 Mikrogramm. Im Schnitt nehmen Erwachsene jedoch nur rund 180 Mikrogramm Folat zu sich. Dies geht aus der Nationalen Verzehrstudie aus dem Jahr 2013 hervor. Das heißt, selbst wenn Sie die Aufnahme von Lebensmitteln mit Folat erhöhen, wird es schwer, den kompletten Bedarf nur durch die Nahrungsaufnahme zu decken. Besser ist es, in der Schwangerschaft zusätzlich 400 Mikrogramm mit Hilfe von Tabletten aufzunehmen.

Wichtig ist es, möglichst schon vor der Schwangerschaft mit der Einnahme von Folsäure zu beginnen. Grund dafür ist, dass sich das Neuralrohr bei Ihrem Ungeborenen ungefähr am 28. Tag der bestehenden Schwangerschaft verschließt. Möglicherweise ist Ihnen zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht klar, dass Sie ein Baby erwarten. Optimal ist es daher, wenn Sie ein Depot schon vor der Schwangerschaft aufbauen.

Beim Einnahmezeitraum in der Schwangerschaft wird empfohlen, die Tabletten wenigstens die ersten 12 Wochen der Schwangerschaft zu verwenden. Mit der vollendeten 12. Schwangerschaftswoche sind die Grundlagen der Organbildung abgeschlossen und auch das Neuralrohr hat sich verschlossen. Vielleicht stellen Sie sich die Frage, ob Sie weiterhin Folsäure nehmen sollten oder ob dies möglicherweise sogar schadet. Auch über die 12. Schwangerschaftswoche hinaus können Sie die Folsäure weiter einnehmen. Nach wie vor wirkt sie sich positiv auf die Zellbildung aus, die auch weiterhin wichtig für Ihr Baby ist. Zudem profitieren Sie in der Schwangerschaft ebenfalls von den Vorteilen, die durch die Folsäure zur Verfügung gestellt werden. So gilt das Vitamin als Helfer beim Schutz gegen Blutarmut und kann sogar das Risiko für Herz- Kreislauferkrankungen und Darmkrebs senken.

Hinweise für die Einnahme von Folsäure

Nehmen Sie Tabletten mit Folsäure ein, sollten Sie diese am besten direkt am Morgen nutzen. Auf nüchternen Magen ist die Bioverfügbarkeit besonders hoch. Das heißt, die enthaltene Folsäure kann so gut wie komplett von Ihrem Körper aufgenommen werden. Bei der Suche nach einem passenden Präparat können Sie Ihren Frauenarzt ansprechen. Es gibt Präparate für die Schwangerschaft, die nicht nur Folsäure, sondern auch andere wichtige Vitamine und Mineralstoffe enthalten.

Die Gefahr für eine Überdosierung mit Folsäure ist sehr gering. Hat Ihr Körper einen Überschuss, dann wird dieser durch den Blutkreislauf zu den Nieren transportiert und über diese ausgeschieden. Erhöhte vereinzelte Einlagerungen haben keinen nachweislichen Einfluss auf die Gesundheit. Um eine Überdosierung zu erwirken, die einen Schaden hervorrufen kann, müssten Sie über einen längeren Zeitraum pro Tag 15 mg Folsäure zu sich nehmen.

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