Elternzeit als Karriereauszeit – Was ist beim Wiedereinstieg ins Berufsleben zu beachten?

Ein Kind ist unterwegs! Damit beginnt für die Eltern eine wundervolle Zeit voller neuer Erfahrungen und Erlebnisse. Mütter und auch immer mehr Väter wollen gerade die erste Zeit mit dem Baby intensiv erleben und nehmen sich mit der Elternzeit eine Auszeit vom Beruf. Doch wie gelingt nach Ende der Elternzeit der Wiedereinstieg in das Berufsleben?

Vor- und Nachteile der Elternzeit

Inzwischen dürfen Mütter, Väter oder beide Elternteile gemeinsam die Elternzeit in Anspruch nehmen und ohne Berufstätigkeit für ihr Kind da sein. Doch welche Vorteile bringt die Elternzeit konkret und welche Nachteile können sich ergeben?

Der wohl größte Vorteil der Elternzeit besteht darin, dass sich Mütter und Väter bis zu drei Jahre lang eine Auszeit vom Berufsleben nehmen können, um sich ganz auf das Kind zu konzentrieren.

Gerade in den ersten Jahren entwickeln sich Kinder enorm schnell und lernen jeden Tag etwas Neues dazu. In der Elternzeit können Eltern also jeden Entwicklungsschritt ihres Kindes selbst miterleben, vom ersten Zahn bis zu den ersten eigenen Schritten. So können Mütter und Väter eine enge Bindung zum Kind aufbauen, außerdem brauchen Sie keine Kinderbetreuung, wenn Sie selbst zuhause sind. Das spart nicht nur Aufwand, sondern auch Geld.

Du arbeitest nur halbtags oder willst nach der Schwangerschaft nicht mehr zurück in den alten Job? Auch, wenn du nicht auf die Elternzeit angewiesen bist, solltest du das Angebot annehmen und nicht durch eine Kündigung die Elternzeit verkürzen. Ansonsten kann es sein, dass es bei der Krankenversicherung, der Rente und dem Arbeitslosengeld Nachteile gibt. Schließlich kann immer etwas Außerplanmäßiges passieren. Besser ist es daher, erst drei Monate vor Ende der Elternzeit zu kündigen, wenn du den Job tatsächlich nicht mehr weiter ausüben willst.

Teilzeit während der Elternzeit

Wer plant, in die Elternzeit zu gehen, muss nicht zwingend drei Jahre zuhause bleiben. Es besteht die Möglichkeit, die Elternzeit zu verkürzen oder Teilzeit arbeiten zu gehen. Vorausgesetzt, das Unternehmen hat mindestens 15 Mitarbeiter und dein Arbeitsverhältnis besteht schon seit mindestens sechs Monaten.

Teilzeitarbeit hat den Vorteil, dass du nicht den Anschluss an das Berufsleben verlierst und dich trotzdem um dein Kind kümmern kannst. Was es bei Teilzeitarbeit im Zusammenhang mit Elternzeit zu beachten gibt: Den Wunsch nach Teilzeit während der Elternzeit musst du frühzeitig kommunizieren. Mindestens sieben Wochen vor Beginn der Teilzeittätigkeit muss dazu ein schriftlicher Bescheid abgegeben werden. Am besten ist es, den Wunsch nach Teilzeit bereits dann zu äußern, wenn du die Elternzeit anmeldest.

Wichtig: Lass dir die Vereinbarungen über die Gestaltung der Teilzeit mit dem Arbeitgeber schriftlich bestätigen. So sollte festgehalten sein, wie viele Stunden du am Tag oder in der Woche arbeitest, wie diese Stunden verteilt werden und an welchen Tagen sie absolviert werden.

Während der Elternzeit darfst du 15 bis 30 Stunden pro Woche arbeiten. Wie viel Arbeitszeit du im Einzelfall leistest, hängt aber vom Arbeitgeber ab. So ist es im Grunde auch möglich, weniger als 15 Stunden zu arbeiten. Du kannst zwar den Wunsch äußern, wann du die Arbeitsstunden leisten willst – das letzte Wort hat dabei aber der Arbeitgeber. Sofern er einverstanden ist, kannst du während der Elternzeit auch in einem anderen Unternehmen tätig sein.

Auch nach der Elternzeit kannst du Teilzeit arbeiten. Das solltest du spätestens drei Monate vor dem Ende der Elternzeit beantragen. Informier dich früh genug darüber, zu welchen Zeiten noch Teilzeitarbeit möglich ist, und plane die Kinderbetreuung dementsprechend ein.

Teilzeit während der Elternzeit

Der Wiedereinstieg in den Beruf

Wenn sich ein Elternteil dazu entschließt, in die Elternzeit zu gehen, muss natürlich bedacht werden, wie es nach der Elternzeit beruflich weitergehen soll. Wer danach wieder im alten Beruf weiterarbeiten möchte, hat von Seiten des Gesetzgebers gute Karten. Denn er garantiert, dass jemand, der sich in Elternzeit befindet, Kündigungsschutz und eine Arbeitsplatzgarantie genießt.

Das bedeutet, dass der alte Arbeitsvertrag weiterhin gültig ist und während der Elternzeit lediglich ruht. Mit dem Ende der Elternzeit haben die Frau oder der Mann wieder einen Anspruch auf einen Arbeitsplatz beim gleichen Arbeitgeber. Das muss allerdings nicht heißen, dass du wieder denselben Job bekommst. Ist die Stelle nicht mehr vakant, kann der Arbeitgeber auch einen gleichwertigen Job anbieten.

Die Arbeitsplatzgarantie meint, dass du das Recht auf eine Weiterbeschäftigung zu den gleichen räumlichen, örtlichen und zeitlichen Bedingungen wie zuvor hast. Wer vor der Elternzeit eine Ganztagsstelle hatte, hat auch danach erst einmal nur Anspruch auf eine Ganztagsstelle.

Es kann vorkommen, dass bei der Rückkehr aus der Elternzeit weder der alte Job noch eine gleichwertige Stelle frei sind und es auch sonst keine Tätigkeit gibt, die für die betreffende Frau oder den Mann akzeptabel ist. In dem Fall kann man zwar dennoch auf eine Anstellung im alten Unternehmen bestehen, muss allerdings in Kürze mit einer Kündigung rechnen.

Ein neuer Job nach der Elternzeit

Wer sich im alten Job sowieso nicht mehr wohlfühlt, kann die Elternzeit dazu nutzen, um sich umzuschauen und sich beruflich neu zu orientieren. Nach der Elternzeit kannst du dann in einem neuen Job wieder durchzustarten. Immerhin kommt es häufiger vor, dass sich während der Elternzeit die beruflichen Wünsche verändern.

Doch wie geht man bei der Umorientierung am besten vor? Zunächst solltest du dir darüber klar werden, wohin die berufliche Reise gehen soll und was dir wichtig ist. Dabei ist es wichtig zu ermitteln, welche Kompetenzen und Fähigkeiten du schon mitbringst und was noch zum Wunschjob fehlt.

Die fehlenden Kompetenzen lassen sich oftmals mit Weiterbildung ausgleichen. Generell kommt es bei Bewerbungen gut an, wenn man sich während der Elternzeit weiterbildet. Dann kann man bereits Erlerntes wieder auffrischen und sich auf den neusten Stand bringen. Besonders praktisch ist ein Fernkurs, den man von Zuhause aus machen kann.

In einem nächsten Schritt geht es dann an die konkrete Stellensuche und Bewerbung für einen neuen Job. Der Fokus in Bewerbungsanschreiben und Lebenslauf sollte auf der bisherigen Berufserfahrung sowie auf Qualifikationen und Kompetenzen liegen. Hier kommen auch die Maßnahmen zur Weiterbildung ins Spiel.

Wichtig ist es, vor allem im Lebenslauf mit Lücken richtig umzugehen. Abgesehen von der Elternzeit gibt es einige andere Gründe, warum du deine berufliche Laufbahn unterbrechen musstest. Geh offen damit um und gib den jeweiligen Zeitraum und den Grund für die Auszeit im Lebenslauf an. Mach im Bewerbungsanschreiben deutlich, dass du nun wieder bereit sind, zu arbeiten und die nötige Leistungs- und Lernbereitschaft dafür mitbringen.

Was Eltern nicht unterschätzen sollten: der Berufseinstieg nach der Elternzeit bringt an sich schon gewisse Herausforderungen mit sich. Man muss sich wieder an einen neuen Tagesablauf gewöhnen und die Neuerungen für die Tätigkeit erst aufarbeiten. Bei einem Jobwechsel musst du dich auf eine vollkommen neue Arbeitssituation mit neuen Aufgaben und Kollegen einstellen.

Ein neuer Job nach der Elternzeit

Gut vorbereitet zurück ins Berufsleben

Damit du nach der Elternzeit wieder problemlos in das Berufsleben zurückkehren kannst, ist eine gute Vorbereitung gefragt. Plan daher schon vor der Geburt des Kindes, wie lange du die Elternzeit in Anspruch nimmst, ob du gegebenenfalls währenddessen Teilzeit arbeiten möchtest und wie es nach der Elternzeit beruflich weiter gehen soll.

Ein wesentlicher Punkt ist auch die Betreuung deines Kindes, die spätestens dann relevant wird, wenn du wieder berufstätig bist. Da kann es helfen, sich mit anderen Eltern zusammen zu tun und gemeinsam die Betreuung der Kinder zu organisieren.

Wenn man längere Zeit aus dem Berufsleben ausgestiegen ist, plagt man sich vor dem Wiedereinstieg oft mit Zweifeln, ob man den Herausforderungen noch gewachsen ist. Deswegen ist es ratsam, sich in den ersten Wochen nicht zu viel zuzumuten und allmählich zurück in den beruflichen Alltag zurückzufinden.

Wer sich auch während der Elternzeit auf dem Stand der Dinge hält, sich weiterbildet oder die erforderlichen Kenntnisse noch einmal auffrischt, macht sich den Wiedereinstieg wesentlich leichter, als wenn man sich für drei Jahre komplett aus allem ausklinkt.

Unserer Einschätzung nach sind 85% der Elterngeldanträge fehlerhaft. Die Folge: Eltern bekommen weniger Geld, weil sie ihre Möglichkeiten nicht ausschöpfen oder warten monatelang auf die Zahlung. Wie ihr beide Probleme vermeiden könnt, erfahrt ihr in unserem Elterngeld-Onlinekurs oder in einer persönlichen Elterngeldberatung.


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