Elterngeldreform: was wird sich ab 2020 ändern

Kürzlich stellte die Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey eine repräsentative Umfrage zum Thema Familie und Familienpolitik vor. Wer davon in Zukunft profitiert und wie, darüber informieren wir dich in diesem Artikel.

Die Ergebnisse der Umfrage

Durchgeführt wurde die Umfrage vom Institut für Demoskopie Allensbach. Die wesentlichen Punkte aus der Studie sind:

  • Familien mit kleinem Einkommen sollten stärker finanziell gefördert werden
  • Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sollte erleichtert werden, besonders für Eltern minderjähriger Kinder

Klassisches Rollenbild weiterhin vorn

Immer noch bleiben wesentlich mehr Mütter als Väter zu Hause, um die Kinder zu betreuen. Dieser Fakt begegnete uns auch in unserer eigenen, in diesem Jahr durchgeführten Elternzeit- und Elterngeld-Studie. 

Die Allensbach-Studie ergab aber auch, dass immer mehr Väter das Elterngeld nutzen. Die Ausweitung der „Vätermonate“, der mit diesem Begriff beschriebenen Partnermonate, hält die Bundesfamilienministerin jedoch für fraglich. Gleichzeitig stellte sie heraus, dass die Mehrzahl der Väter nur zwei Monate Elternzeit nähme. Der Durchschnitt läge insgesamt bei 3,5 Monaten.

Anhand unserer eigenen Studie ist dieser Trend nicht erkennbar, denn laut unser Umfrage nehmen 50% der Väter gar keine Elternzeit. Über den Zeitraum von 2 Monaten sind es immerhin schon 38% der Väter. Nur 2% bzw. 2,6% nehmen 3 bzw. 4 Monate in Anspruch.

Den Wunsch, nach mehr partnerschaftlicher Ausrichtung der Familienarbeit zwischen Müttern und Vätern, äußerten die Teilnehmer beider Studien. Diesem Wunsch wird die Reform, laut aktuellen Plänen, nachkommen.

„Die Gesellschaft ist im Wandel. Vielfältige Familienkonstellationen, veränderte Rollenbilder, der Wunsch nach guter Kinderbetreuung von Anfang an und nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf und Pflege prägen die Anforderungen an eine moderne Familienpolitik. Daran arbeiten wir.“

Dr. Franziska Giffey, Bundesfamilienministerin

Frühgeburten

Die Reform wird voraussichtlich Familien mit Frühgeburten besser unterstützen. Das neue Gesetz soll auf die Bedürfnisse dieser Familien besser eingehen. Immer mehr Kinder werden zu früh geboren. Die Entwicklung der zu früh geborenen Kinder nach der Elternzeit mit Kindern, die zum errechneten Termin kommen seien nicht vergleichbar, so Giffey.

Zusätzlich kann so eine medizinische Frühgeburt schon einmal die Elternzeit- und Elterngeldplanung durcheinander bringen.

Babys gelten als medizinische Frühgeburt, wenn sie bei der Geburt weniger als 2.500 Gramm wiegen. Aber auch, wenn das Baby „trotz höherem Geburtsgewicht wegen noch nicht voll ausgebildete Reifezeichen einer wesentlich erweiterten Pflege bedarf“ (BAG 12.03.1997 5 AZR 329/96). 

Folgen einer Frühgeburt beim Elterngeld

Die Mutterschutzfrist nach der Geburt beträgt im Fall einer Frühgeburt 12 statt der regulären 8 Wochen. Kommt das Baby also noch vor der 6-wöchigen Schutzfrist vor der Geburt auf die Welt, beträgt die Schutzfrist nach der Geburt insgesamt 18 Wochen (4,14 Monate). Diese gelten als Monate mit Basiselterngeld. Für Teilmonate ist die Bezugsform beim Elterngeld nicht veränderbar, sodass bereits 5 Monate des Elterngeldanspruchs verbraucht sind. In der Folge entstehen in der Elternzeit ungewollt Monate ohne Elterngeldbezug.

Fazit

Aktuell gibt es wenig Informationen über die geplante Reform. Die bisher erwähnten Punkte sind notwendige Änderungen, um das Gesetz dem Wandel bei Familien anzupassen. Das Gesetz gilt seit dem Jahr 2007. Zuletzt wurden im Jahr 2015 kleinere Veränderungen vorgenommen. Die Bundesministerin äußerte sich zuversichtlich, die Änderungen noch dieses Jahr auf den Weg zu bringen. 

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