Eisenmangel in der Schwangerschaft: Symptome und Abhilfen

Eisenmangel in der Schwangerschaft ist ein großes Thema. Viele Frauen leiden unter leeren Eisen-Depots. Dies hängt in erster Linie mit dem erhöhten Eisenbedarf in der Schwangerschaft zusammen. Die Empfehlung lautet, pro Tag dem Körper immerhin 30 mg an Eisen über die Nahrung zuzuführen. Nur so kann sichergestellt werden, dass ausreichend Eisen für die Hämoglobinproduktion vorhanden ist. Wie sich Eisenmangel zeigt und was Sie dagegen tun können, erfahren Sie hier.

Die Eisenaufnahme in der Schwangerschaft – wie kann sie kontrolliert werden?

Die 30 mg an Eisen pro Tag sind ein Richtwert und es ist nicht ganz so einfach nachzuvollziehen, wie viel Eisen wirklich in den Lebensmitteln enthalten ist, die Sie aufnehmen. Dunkelgrünes Gemüse sowie Kartoffeln, rotes Fleisch, Pflaumen, Hülsenfrüchte und Vollkornbrot sind hervorragende Eisen-Lieferanten. Damit das Eisen jedoch auch vom Körper aufgenommen und verarbeitet werden kann, brauchen Sie Vitamin C. Essen Sie also grünes Gemüse, versorgen Sie Ihren Körper mit Vitaminen und Eisen. Zusätzlich können Sie Obst mit einem hohen Anteil an Vitamin C aufnehmen.

Um abschätzen zu können, welche Lebensmittel Sie gut mit Eisen versorgen, gibt die nachfolgende Auflistung erste Anhaltspunkte:

  • 1 Esslöffel Haferflocken enthalten 9 mg Eisen
  • 100 g rotes Fleisch, fettarm, enthalten 3 mg Eisen
  • 100 g getrocknete Petersilie enthalten 97,8 mg Eisen
  • 100 g Thymian enthalten 20 mg Eisen

Wie macht sich Eisenmangel in der Schwangerschaft bemerkbar?

Ihr Frauenarzt wird in regelmäßigen Abständen Ihren Eisenspeicher kontrollieren. Dennoch kann sich Eisenmangel auch durch verschiedene Symptome bemerkbar machen. Verspüren Sie eines oder mehrere der Symptome, sprechen Sie die Hebamme oder den Frauenarzt gezielt auf einen möglichen Eisenmangel an:

  • Sie verspüren eine erhöhte Müdigkeit
  • Sie können sich nur schwer konzentrieren
  • Ihre Haut ist blass
  • Ihre Leistung lässt nach
  • Sie sind anfällig für Infekte
  • Sie bemerken einen stärkeren Haarausfall
  • Ihre Fingernägel sind brüchig
  • Sie verspüren Kopfschmerzen

Nun treffen einige der Symptome auch generell auf die Schwangerschaft zu. Mit einem fortschreiten der Schwangerschaft wird Ihre Leistungsfähigkeit nachlassen. Auch die Müdigkeit nimmt zu. Dennoch kennen Sie Ihren Körper gut und können feststellen, wenn sich etwas stark verändert.

Wie kann sich ein Eisenmangel auf die Schwangerschaft auswirken?

Eisen ist ganz besonders wichtig für den Blutkreislauf von Mutter und Kind. Wird dem Eisenmangel nicht entgegengewirkt, kann es passieren, dass die Plazenta sich nicht richtig weiterentwickelt und die Versorgung des Babys nicht optimal ist. Dadurch nimmt Ihr Baby schlechter zu und die Gefahr einer Frühgeburt steigt an. Kann Ihr Körper zudem nicht ausreichend Blutreserven bilden, dann wird Ihr Herz unter der Geburt sehr stark belastet. Es kann notwendig sein, Bluttransfusionen in Anspruch zu nehmen.

Bei Kindern, die zu früh geboren werden, wird eine Zugabe von Präparaten mit Eisen teilweise durchgeführt. Die Entscheidung dafür oder dagegen treffen jedoch die Ärzte.

Wie erfolgt die Therapie bei Eisenmangel?

Sie können einem Eisenmangel vorbeugen, wenn Sie darauf achten, ausreichend eisenhaltige Nahrungsmittel zu sich zu nehmen. Ergeben die Blutbilder bei den Routineuntersuchungen dennoch einen Mangel, erhalten Sie durch den Frauenarzt zusätzliche Tipps für die Ernährung. Bei einem starken Eisenmangel wird er Ihnen Präparate verschreiben, mit denen Sie den Speicher auffüllen können. Allerdings möchten Ärzte die Gabe von Präparaten lieber vermeiden, da es hier zu Nebenwirkungen kommen kann.

Bei der Einnahme von Eisen-Präparaten treten teilweise Verstopfungen, Durchfall oder auch Übelkeit und Brechreiz auf. Weisen Sie eine erhöhte Blutarmut aufgrund von Eisenmangel auf, kann es notwendig werden, dass Ihnen Eisen intravenös zugeführt wird.

Tipp: Sie können einem Eisenmangel bereits vor der Schwangerschaft vorbeugen. Sie können durch eine eisenhaltige Ernährung Ihre Speicher auffüllen. Gehen Sie mit einer guten Eisenversorgung in die Schwangerschaft, ist die Gefahr eines Eisenmangels gering.

Kann ich zu viel Eisen im Körper haben?

Auch ein Überschuss an Eisen kann im Körper entstehen. Dieser führt ebenfalls zu gesundheitlichen Risiken. So kann zu viel Eisen für die Entstehung von Bluthochdruck sorgen. Eisen reichert sich in den Organen an. Sind die Ablagerungen zu hoch, können die Organe nachhaltig geschädigt werden. Daher sollten Sie, vermuten Sie bei sich einen Eisenmangel, nicht selbst zu Präparaten greifen, sondern sich durch einen Arzt beraten lassen.

Wer ist besonders gefährdet, Eisenmangel zu haben?

Es gibt einige Frauen, bei denen die Wahrscheinlichkeit für Eisenmangel und eine daraus resultierende Anämie, höher ist. Dies ist dann der Fall, wenn Sie generell sehr wenig Eisen über die Lebensmittel zu sich nehmen. Fühlen Sie sich am Morgen sehr schlecht und müssen sich auch häufig übergeben, steigt die Wahrscheinlichkeit ebenfalls an. Ein weiterer Faktor ist der Abstand zwischen den Schwangerschaften. Liegt zwischen zwei Schwangerschaften nur ein sehr kurzer Zeitraum, dann ist die Gefahr von Eisenmangel erhöht. Erwarten Sie Mehrlinge, steigt der Eisenbedarf noch einmal an. Daraus kann schneller ein Eisenmangel resultieren.

Selbst Faktoren vor der Schwangerschaft können die Wahrscheinlichkeit erhöhen. Frauen, die unter sehr starken und lang anhaltenden Regelblutungen leiden, haben oft einen geringeren Eisenspeicher und leiden in der Schwangerschaft schneller unter Eisenmangel.

Haben Sie noch weitere Fragen zum Thema Eisenmangel in der Schwangerschaft? Schreiben Sie uns einen Kommentar oder diskutieren Sie mit in unserer Facebook-Gruppe für Schwangere & Mamis!


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