Durchschlafen: 6 Tipps für ruhige Nächte mit deinem Baby

Lässt dich dein Baby nicht schlafen und du gehst deshalb schon auf dem Zahnfleisch? So wie dir geht es vielen Eltern. Zwei Drittel der Babys zwischen 9 und 12 Monaten wachen nachts immer noch einmal oder öfter auf. In den ersten Lebensmonaten sind es sogar 98%. Wir haben ein paar Tipps zusammen getragen, wie auch deine Nächte wieder entspannter werden können und du deinem Baby beim Durchschlafen helfen kannst. Eine Garantie gibt es leider nicht, aber einen Versuch ist es wert!

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Gar nicht erst aufwachen lassen

Wenn ein Baby nachts Hunger hat, macht es sich meist schon eine halbe Stunde vorher bemerkbar, ohne wirklich aufzuwachen. Schafft man es, seinen Hunger in dieser Zeit zu stillen, schläft es friedlich weiter. Wenn das Baby noch keinen festen Rhythmus hat, geht das am besten, wenn du neben dem Baby oder zumindest im selben Raum schläfst. Wenn es einen Rhythmus gibt, kannst du deinen Wecker schon kurz vorher stellen und gleich zur Stelle sein. Stillen ist dabei natürlich die einfachste Methode. Aber auch, wenn du abends das Fläschchen so weit es geht vorbereitest, vergeht keine wertvolle Zeit. Wenn dein Baby nachts lediglich den Nuckel verlangt, hab immer genug davon parat, damit du nicht suchen musst. Ab ca. 8 Monaten können viele Babys ihren Nuckel schon selbst „bedienen“. Dann ist es hilfreich ein paar Nuckel am Kopfende des Bettes zu verteilen, damit das Baby immer einen findet (es gibt auch Nuckel, die im Dunkeln leuchten). Wenn dein Baby nachts bereits an Wasser gewöhnt ist, kannst du auch ab diesem Alter damit beginnen, eine auslaufsichere Wasser- oder Teeflasche im Bett zu positionieren.

Im Elternbett schlafen lassen

Dein Baby schläft im eigenen Bett und wird nachts ständig wach? Vielleicht braucht es dich tatsächlich noch mehr, als gedacht. Das ständige aufstehen müssen kann dabei schnell an die Grenzen führen. Wenn du noch stillst, gehen dir dadurch etliche Stunden Nachtschlaf verloren. Denk noch einmal darüber nach, ob dein Baby nicht doch bei dir im Bett schlafen kann. So kannst du es schnell beruhigen, bevor es richtig wach wird und auch das Stillen passiert ganz nebenbei im Liegen. Wenn Mutter und Baby zusammen schlafen, synchronisieren sich praktischerweise die Schlafphasen. Das Baby wird dich dann weniger aus dem Tiefschlaf reißen, und du kannst es im Halbschlaf stillen.

Achten Sie bitte dennoch darauf, dass alle Sicherheitsvorkehrungen für einen sicheren Schlaf im Elternbett getroffen werden.

Vom Durchschlafen spricht man bei einem Baby, wenn es mindestens 5 Stunden am Stück schläft. Tatsächlich schaffen das aber die wenigsten Babys in den ersten Lebensmonaten.

Unruhige Schläfer ausquartieren

Ganz anders sieht es hingegen aus, wenn du einem Zappelphilipp bei dir im Bett hast. Wenn dein Baby sich ständig hin und her wirft, dich wegstößt oder tritt und keine organische Ursache ausgemacht werden konnte, handelt es sich vielleicht lediglich um einen unruhigen Schläfer. Dann kann es eine gute Idee sein, das Baby doch im eigenen Bettchen schlafen zu lassen. Dabei kannst du nach und nach eine größere Distanz schaffen, indem du zuerst versuchst, das Baby im Beistellbett schlafen zu lassen. Wenn das nicht ausreicht, kann das Kinderbett weiter weg gerückt oder eine Matratze auf den Boden gelegt werden. Manchmal hilft es auch, wenn Babys tatsächlich im eigenen Zimmer schlafen. Dies gilt vor allem für leichte Schläfer, die beim kleinsten Geräusch aufwachen. Wenn du Bedenken hast, ob dein Baby dazu bereit ist, probier es zwischendrin immer mal wieder aus, bevor duFakten schaffst. Sollte alles nicht funktionieren, braucht dein Baby höchstwahrscheinlich deine Nähe noch sehr. Dann musst du dich wohl damit abfinden und gegebenenfalls in ein paar Monaten noch einmal eine Trennung probieren.

Tag und Nacht anders gestalten

Manche Babys haben auch nach zwei bis drei Monaten den Unterschied zwischen Tag und Nacht noch nicht richtig verinnerlicht bzw. scheinen diese Fähigkeit nach einem Wachstumsschub verloren zu haben und machen fortan die Nacht fröhlich zum Tag. Hier ist es wichtig, dafür zu sorgen, dass in der Nacht andere Verhältnisse herrschen, als während des Tages. Dunkle den Raum nachts gut ab. Lass das Baby tagsüber seine Schläfchen in einem anderen Zimmer halten. Leg nachts keine Spielrunde ein und sprich nur das Nötigste. Versuch, nachts ohne Wickeln auszukommen, sofern die Windel nicht überläuft. Wenn du doch wickeln musst, hab am besten alle Utensilien parat und wechsle die Windel in absoluter Stille und mit wenig Licht direkt im Bett. Wenn du das Baby im Tiefschlaf wickeln kannst, schläft es vielleicht einfach friedlich weiter. Das klappt sicherlich nicht immer, aber einen Versuch ist es wert.

Nicht mehr als nötig schlafen lassen

Einige Babys liegen nachts wach, weil sie einfach nicht müde genug sind, um weiterzuschlafen. Das kann daran liegen, dass sie tagsüber zu viel schlafen oder insgesamt zu lange im Bett liegen. Manchmal ändert sich der Schlafbedarf ganz plötzlich. Diese Änderung kann vorübergehend oder von Dauer sein. Manche Kinder benötigen schon im Babyalter weniger Schlaf als andere. Findefür dein Baby heraus, wie viel Schlaf es tatsächlich benötigt, indem du über einen Zeitraum von etwa zwei Wochen genauestens protokollierst, wann das Baby wie lange geschlafen hat und wie lange es wach lag oder zum Einschlafen gebraucht hat. Danach überleg dir, wie du den Rhythmus so anpassen kannst, dass das Baby nur so viel Zeit im Bett verbringt, wie es tatsächlich schlafen kann. Das kann bedeuten, die Zubettgehzeit nach hinten zu schieben oder es morgens früher zu wecken. Oder aber du kürzt den Tagschlaf oder streichst ein Schläfchen ganz.

Nachts nicht mehr füttern

Wenn dein Schatz nachts stündlich trinken will, kann es durchaus sein, dass es sich oft gar nicht um Hunger, sondern um die Befriedigung des Bedürfnisses nach Nähe handeln. Oder aber dein Baby nuckelt sich bei dir in den Schlaf und fordert seine Einschlafhilfe jedes Mal ein, wenn es aufwacht. Was eigentlich von der Natur durchaus so gewollt ist, kann in unserer heutigen Zeit wirklich an die nervlichen Grenzen der Mutter führen. Ab einem Alter von etwa 6 Monaten sind viele Babys (nicht alle!) theoretisch dazu in der Lage, für etwa 5 bis 6 Stunden ohne Nahrung auszukommen. Mit etwa einem Jahr brauchen sie innerhalb von 8 bis 12 Stunden – außer während der Wachstumsschübe – eigentlich keine Nahrung mehr. Die Betonung liegt auf eigentlich 😉 Wenn du es schaffst, vor dem ersten Geburtstag eine nächtliche Stillpause einzuführen, kann dir das auch im zweiten Lebensjahr einiges an Schlaf retten. Denn gerade im zweiten Lebensjahr halten Kinder dann besonders fest an ihren Einschlafhilfen fest.

Wenn dein Baby Fläschchen bekommt, kannst du diese nach und nach mit Wasser strecken, bis es entwöhnt ist. Beim Stillen ist das etwas schwerer. Hier ist es wichtig, das Baby sehr liebevoll dabei zu begleiten, wenn es weint, weil es keine Brust bekommt. Irgendwann wird es wieder einschlafen. Es wird je nach Charakter des Kindes ein paar Tage bis Wochen dauern, bis es den neuen Umstand vollständig akzeptiert hat. Manchmal hilft es, wenn der Papa dann für ein paar Tage die Nächte übernimmt. Wenn das Baby die Brust nicht riecht, fällt es ihm vielleicht leichter.

Weitere Ratgeber zum Thema Babyschlaf

Hast du weitere Fragen oder Ergänzungen zum Thema „Durchschlafen beim Baby“? Dann schreib uns einen Kommentar!

Unser Tipp, wenn dein Baby schlecht schläft

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1 Kommentar
  1. Supermami sagt

    Vielen Dank für die tollen Tipps! Ein Aspekt fehlt mir allerdings noch: Ich finde es außerordentlich wichtig, dass man die richtige Babymatratze für die Kleinen findet! Denn wenn diese ein bisschen zu weich oder zu hart für das Baby ist liegt es unbequem und kann dadurch natürlich auch schlechter schlafen. Liebe Grüße, Supermami

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