So geht es nach der Schwangerschaft weiter: 5 Tipps für den Wiedereinstieg in den Job

Du bist schwanger und überlegst, wie es mit deinem Job nach der Babyzeit weitergeht? Oder du steckst schon mittendrin in der Elternzeit und willst wissen, was du beim Wiedereinstieg beachten musst? Wir geben dir Tipps, wie du am elegantesten zurück in deinen Beruf findest.

1. Kenn deine Rechte (und Pflichten)

Bevor du dir Gedanken machst, wie lange du in Elternzeit gehen möchtest, musst du wissen, wie die rechtliche Situation aussieht. Vor allem, wenn es um Länge der Elternzeit, Antragsfristen, Kündigungsschutz und den späteren Tätigkeitsbereich geht, ist es sinnvoll, wenn du dich schlau machst, bevor du mit deinem Arbeitgeber redest.

Wusstest du zum Beispiel, dass der Sonderkündigungsschutz in der Elternzeit nur dann greift, wenn du deinen Elternzeitwunsch in einem bestimmten Zeitfenster einreichst? Und wusstest du, dass der Sonderkündigungsschutz mit dem Ende der Elternzeit ebenfalls endet? Dann geht er in den allgemeinen Kündigungsschutz über.

Nach der Elternzeit sind neue Aufgaben möglich

Nach dem Wiedereinstieg haben Arbeitnehmer per Gesetz erst einmal das Recht, auf einen „gleichwertigen“, also nicht denselben! Arbeitsplatz zurückkehren zu können.

Aber nicht alle Betriebe sind dazu verpflichtet, denn Kleinbetriebe mit nur wenigen Mitarbeitern haben weniger strenge Auflagen, wenn es um die reguläre Kündigung ihrer Mitarbeiter geht, da sie Ausfälle und Änderungen schlechter kompensieren können.

Wann Arbeit in Teilzeit geht

Wer während der Elternzeit wieder arbeiten möchte, kann dies in Teilzeit mit bis zu 30 Wochenstunden tun. In seinem, einem anderen Unternehmen oder sogar selbstständig. Dafür hat der Gesetzgeber gesorgt, zumindest wenn das Unternehmen mehr als 15 Mitarbeiter hat und keine betrieblichen Gründe dagegen sprechen. Mit Ablauf der Elternzeit gelten dann automatisch wieder die vor dem Mutterschutz vereinbarten Arbeitszeiten.

Wer nach der Elternzeit ebenfalls in Teilzeit arbeiten möchte, kann dies nach den Regeln des Teilzeit- und Befristungsgesetz tun. Wenn du das sowieso vorhast, ist es schlau, die drei Jahre Elternzeit zu nehmen und währenddessen schon mit der Teilzeitarbeit zu beginnen. Denn dann bist du zumindest während dieser Zeit vor einer Kündigung geschützt.

2. Besprich deine Wünsche mit dem Chef

Wenn du dir klar bist, was du willst, sprich mit deinem Chef. Natürlich hat er (in größeren Unternehmen) die Pflicht, dich in einer vergleichbaren Tätigkeit wiedereinzugliedern. Aber aus unternehmerischer Sicht ist eine lange Elternzeit immer schwierig, denn die fehlende Mitarbeiterin musste ja in der Zwischenzeit irgendwie ersetzt werden und neue Aufgabenfelder erschließen sich nicht immer automatisch.

Versuch also durch konstruktive Vorschläge mit ihm gemeinsam zu einer Lösung zu kommen, mit der alle leben können. Zeig ihm, dass dein Job dir wichtig ist. Wenn das geglückt ist, sorg dafür, dass das Besprochene schriftlich festgehalten wird. Denn zu schnell sind mündliche Zusagen vergessen.

Frag deinen Chef übrigens auch, wie ihr Unwägbarkeiten handhaben könnt, z.B. wenn du nicht rechtzeitig einen Kitaplatz findest oder die Eingewöhnung länger dauert.

3. Bleib im Gedächtnis

Auch wenn du das Recht auf Elternzeit und gleichwertigen Wiedereinstieg hast, solltest du es nie als Selbstverständlichkeit sehen. Sorg also am besten dafür, dass sich dein Chef und deine Kollegen gut in Erinnerung behalten. Meld dich also ab und zu. Geh mit dem Baby vorbei, sobald es groß genug dafür ist. Geh mit zu Betriebsfeiern und zu Weiterbildungen, wenn du die Möglichkeit dazu hast. Für dich gelten jetzt die gleichen Dinge wie für einen Mitarbeiter im Home Office. Sonst passiert es allzu schnell, dass du nach der Elternzeit wegrationalisiert wirst.

4. Halt deinen Kopf fit

Unterschätz sie nicht, die Stilldemenz 😉 Nachdem du dich monate- oder gar jahrelang fast nur um das Baby gekümmert und vielleicht bestenfalls das Vormittagsprogramm im TV genossen hast, braucht dein Kopf danach Zeit, um wieder aktiv zu werden. Hormone, fehlender Schlaf und möglicher Nährstoffmangel tun ihr Übriges.

Am besten fängst du schon in der Elternzeit an, Dinge wie Gedächtnis, Querdenken und gedankliche Schnelligkeit zu trainieren. Lies das ein oder andere anspruchsvolle Buch. Schau Nachrichten und sprich mit Freunden auch mal über andere Dinge als das Baby. Bild dich in deinem Beruf weiter oder halt dich zumindest auf dem Laufenden. Auch gut, frag deine Kollegen ab und zu, was sie gerade so umtreibt.

Unser Tipp: eine Gehirnjogging-App hilft dabei, wieder fit im Kopf zu werden.

5. Mach dir einen Masterplan

Spätestens ein paar Monate bevor du wieder im Beruf einzusteigen willst, solltest du einen Plan fertig haben, wie du euer Leben dann organisieren willst. Folgendes musst du bedenken:

  • Was passiert, wenn du keinen Betreuungsplatz bekommst? Mit der Suche einer Betreuung musst du übrigens ganz früh anfangen, am besten noch in der Schwangerschaft. Denn die Plätze sind rar und ob du einen findest, ist nicht garantiert. Hier gibt es Tipps für die Kita-Platz-Suche.
  • Wer macht die Eingewöhnung?
  • Was passiert, wenn die Eingewöhnung länger dauert, als du dachtest? Darfst du die Elternzeit unbezahlt verlängern? Könnt ihr euch das leisten?
  • Wer bringt dein Kind zukünftig zur Krippe/Kita/Tagesmutter? Und wer holt es ab?
  • Was passiert, wenn du Überstunden machen musst?
  • Wer betreut dein Kind, wenn es krank ist? Das wird zu Anfang sehr häufig sein.
  • Wie teilt ihr euch zukünftig den Haushalt auf? Denn Arbeit, Kinderbetreuung und Haushalt sind eine große Mehrfachbelastung, die ganz oft zu Streit oder sogar Trennung führt.
  • Könnt ihr einen Oma/Opa-Tag zu deiner Entlastung einführen?
  • Könnt ihr Teile des Haushalts abgeben, z.B. eine Putzkraft organisieren?
  • Wie willst du das Abendbrot handhaben? Wann? Kochen oder nicht? Wenn ja wer?
  • Willst du weiter stillen? Wenn ja, was musst du tun, damit das funktioniert?

Viel Erfolg!

Haben wir etwas Wichtiges zum Thema Wiedereinstieg vergessen? Hast du damit schon gute oder schlechte Erfahrungen gemacht? Schreib uns gern einen Kommentar!

Mehr Elterngeld erhalten
Mehr Elterngeld erhalten

Bitte bewerte diesen Beitrag: 1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne 4,75 von 5 Sternen - Insgesamt 4 Bewertungen
Loading...
Das könnte dir auch gefallen

Hinterlass einen Kommentar

Hinweis: Wir bekommen täglich etwa 50 Kommentare mit Fragen zum Elterngeld. Aus zeitlichen Gründen können wir diese individuellen Anfragen leider nicht beantworten. Unser Elterngeld-Onlinekurs wird von einem Expertenteam betreut. Bitte buche den Kurs, wenn du individuelle Fragen zum Elterngeld hast. Hier geht's zum Kurs.