Bild: Zählkinder

Wie Sie durch Zählkinder 1.800 Euro mehr Kindergeld erhalten

Die Festsetzung des Kindergeldes basiert in erster Linie auf der Anzahl der Kinder. Oft ist Eltern gar nicht bewusst, dass Kinder aus einer vergangenen Beziehung Einfluss auf die Höhe des Kindergeldes bei weiteren Kindern haben.

Was genau sind Zählkinder eigentlich?

Vielleicht haben Sie den Begriff „Zählkinder“ schon einmal im Zusammenspiel mit dem Kindergeldantrag gelesen. Gemeint sind damit Kinder, die aus einer anderen Beziehung entstanden sind, als das Kind, für das Sie Kindergeld beantragen. Selbst dann, wenn diese Kinder nicht bei Ihnen leben, haben Sie einen Anspruch auf den Zählkindvorteil. Die Basis für diese Berechnung ist der Fakt, dass sich die Höhe des Kindergeldes nach der Anzahl Ihrer Kinder staffelt. Die Staffelung sieht aktuell wie folgt aus:

 201520162017
1. + 2. Kind188 Euro190 Euro192 Euro
3. Kind194 Euro196 Euro198 Euro
ab dem 4. Kind219 Euro221 Euro223 Euro

Wichtig: Der Zählkindvorteil ist auf eine Anzahl von vier Kindern beschränkt.

Wussten Sie schon? – Sie können den Antrag auf Kindergeld schon vor der Geburt des Kindes vorbereiten und einreichen. Ist Ihr Kind geboren, reichen Sie die Geburtsurkunde einfach nach. So brauchen Sie sich nach der Geburt mit diesem Thema nicht weiter beschäftigen und können sich auf Ihr Baby konzentrieren.

Ein Beispiel für den Zählkindvorteil

Damit Sie sich besser vorstellen können, wie sich Zählkinder auf den Unterhalt auswirken, bietet das nachfolgende Beispiel eine Hilfe:

Sie und Ihr Mann haben zusammen zwei Kinder. Aus einer früheren Beziehung hat Ihr Mann einen Sohn, der bei seiner Mutter lebt. Die Mutter des Kindes bezieht das Kindergeld für den Sohn. Ihr Mann beantragt für Ihre gemeinsamen Kinder das Kindergeld. Bei seinem Antrag wird der Sohn aus einer vorherigen Beziehung berücksichtigt.

Das bedeutet: Für Ihr erstes gemeinsames Kind bekommt Ihr Partner Kindergeld in Höhe von 192 Euro und für Ihr zweites gemeinsames Kind bekommt er Kindergeld in Höhe von 198 Euro.

Ohne seinen ersten Sohn als Zählkind gebe es für Ihre beiden gemeinsamen Kinder jeweils 192 Euro Kindergeld.

Hinweis: Sein Sohn aus der vergangenen Beziehung gilt nicht als Zählkind, wenn Sie als Mutter der gemeinsamen Kinder das Kindergeld beantragen. Es gelten nur die Kinder desjenigen, der das Kindergeld beantragt (das kann nur ein Elternteil tun).

Mehr Kindergeld durch Zählkinder

Nun ist also klar, dass Zählkinder eine Auswirkung auf das Kindergeld haben können. Deshalb sollten Sie sich bei der Geburt Ihres Kindes auch genau überlegen, wer von Ihnen das Kindergeld erhalten soll. Das legen Sie im Kindergeldantrag fest. Wenn ein Elternteil durch den Zählkindvorteil mehr Kindergeld erhalten sollte, dann sollte derjenige das auch beantragen. 6 Euro Unterschied im Monat mögen erst einmal wenig klingen, machen insgesamt aber etwas aus: Es sind 72 Euro im Jahr und auf 25 Jahre (Kindergeldbezugszeitraum) hochgerechnet sind das 1.800 Euro mehr Kindergeld.

Wirken sich Zählkinder auch auf Unterhaltszahlungen aus?

Die Frage ist berechtigt, da es sich bei Zählkindern meist um Nachwuchs handelt, der Unterhaltszahlungen erhält. Der Zählkindvorteil bezieht sich jedoch ausschließlich auf die Berechnung des Kindergeldes.

Da die Nutzung des Vorteils jedoch mit der Geburt eines weiteren Kindes im Zusammenhang steht, können Sie prüfen lassen, ob sich an der Höhe des Unterhalts etwas ändert. Mit Hilfe von Unterhaltsrechnern im Internet erhalten Sie einen ersten Einblick in die Beträge die, abhängig von Ihrem Einkommen, gezahlt werden müssen. Die Geburt eines weiteren leiblichen Kindes kann einen Einfluss auf die Höhe der Unterhaltsbeträge haben. Alle Kinder stehen, soweit sie noch nicht volljährig sind, auf einer Rangstufe. Es muss daher geprüft werden, ob sich Ihre Einkommensstufe in der Düsseldorfer Tabelle geändert hat. Es ist empfehlenswert, diese Prüfung durch das Jugendamt durchführen zu lassen.


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