Geldanlage & Sparen für Kinder

Geldanlage & Sparen für Kinder

Das Wichtigste in Kürze

  • So früh wie möglich mit dem Sparen anfangen, jedoch erst Kredite abzahlen
  • Aktuell lohnen sich Festgeldkonten nicht, da das Zinsniveau so niedrig ist
  • Tagesgeldkonten bieten kaum Zinsen, sind jedoch sicher
  • Am Sinnvollsten: Fonds-und ETF-Sparpläne über ein Junior-Depot
  • Kinderfreibeträge beachten: Selbst oder im Namen des Kindes ansparen
  • Sparprodukte nicht mit Versicherungen kombinieren (Ausbildungsversicherungen, Lebensversicherungen…)
  • Ebenfalls nicht empfehlenswert: Bausparverträge

Viele Eltern und Großeltern möchten gern Geld für ihre Kinder bei Seite legen, um für sie zu sparen. Der Markt ist riesig und die Finanzprodukte sind vielfältig und kreativ gestaltet. Da das Geld über meist 14-20 Jahre, in vielen Fällen sogar deutlich länger (bis ins Rentenalter der Kinder) gesichert ist, ist der Bereich so attraktiv für die Finanzbranche. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, welche Geldanlagestrategie empfehlenswert ist, welche Produkte Sie meiden sollten und geben Ihnen Tipps für Ihren Weg durch den Finanzdschungel mit.

Aktueller Hinweis 2017: Wir befinden uns aktuell in einer Niedrigzinsphase. Wer jetzt anfängt zu sparen, darf insgesamt keine zu hohe Rendite erwarten. Denken Sie daran, dass eine Geldanlage für Kinder langfristig Kapital bindet und Ihre monatliche Liquidität schmälert. Sofern Sie noch Kredite abzahlen müssen, sollten Sie dies vorziehen und lieber Sondertilgungen durchführen, bevor Sie für Ihr Kind in einer Niedrigzinsphase ansparen.

1) Tagesgeld Sparkonto oder Festgeld Sparkonto für Kinder

Die sicherste Variante der Geldanlage ist das Sparkonto. Man unterscheidet hier zwischen Tagesgeld und Festgeld. Bei einem Tagesgeldkonto können Sie jederzeit darauf zugreifen, müssen keinen Mindestbetrag einzahlen, erhalten jedoch auch nur minimale Zinsen. Interessanter wird da schon das Festgeld Sparkonto für Kinder: Man legt das Geld zum Beispiel mit einer Laufzeit von 5-10 Jahren fest an. Das bedeutet Sie haben in dieser Zeit kein Zugriff auf das Geld, erhalten im Vergleich zum Tagesgeld Konto jedoch höhere Zinsen. Da es sich jedoch um eine langfristige Anlage handelt, sollte dies kein Problem darstellen. Aktuell befinden wir uns allerdings in einer Niedrigzinsphase. Sollten die Zinsen in den kommenden Jahren wieder steigen, profitieren Sie beim Festgeld Sparkonto davon nicht. Deshalb ist zumindest in der aktuellen Zinsphase nicht auf ein Festgeldkonto setzen und abwarten, bis das Zinsniveau wieder steigt.

2) Kindersparbuch: Sparen für Kinder bei Volksbanken und Sparkassen oder Direktbanken

Regionale Banken und Sparkassen bieten oft für Kinder besonders gute Konditionen beim Kindersparbuch. Sie wollen die Beziehung von Anfang an mit Ihnen aufbauen und locken daher mit hohen Zinsen. Diese Angebote sind generell gut und empfehlenswert, allerdings sind die Zinsen (die aktuell teilweise bei gut 1,5% liegen) meist auf Beträge bis 1.000 Euro beschränkt. Für Kinder sind die Konten in der Regel gebührenfrei und damit auch empfehlenswert. Sobald sie erwachsen sind, werden jedoch Gebühren fällig. Als „echte“ Geldanlage eignet sich ein solches Konto nicht, gerade als Taschengeldkonto und für kleine Geldgeschenke jedoch empfehlenswert.

3) Junior-Depots: Fonds-Sparplan und ETFs

Mit einem Junior-Depot können Eltern für ihre Kinder ein Depot eröffnen, um mit Aktien, Fonds oder ETFs zu handeln. In Bezug auf die Geldanlage für Kinder eignen sich ETFs und Fonds besonders, da sie eine langfristige Anlageform und risikoärmer als Aktien sind. Vorteil von Junior-Depots gegenüber Erwachsenen-Depots: Sie sind häufig günstiger, wenn nicht sogar kostenfrei. Außerdem können Sie Steuervorteile ausnutzen (siehe „Freibeträge bei der Steuer ausnutzen“). Im Vergleich zum Sparkonto ist diese Variante mit etwas mehr Risiko verbunden, allerdings nur wenn man es falsch macht. Wie immer gilt: Informieren Sie sich vorher gründlich.

Beim Fonds-Sparplan legen Sie einen monatlichen Betrag fest, der auf das Junior-Depot fließt. Damit werden dann Fonds-Anteile erworben. ETFs (Exchange Traded Funds) hingegen bilden Indizes wie den DAX, M-Dax oder Tech-Dax oder EURO STOXX 1:1 ab. Auch der ETF-Sparplan ist sehr empfehlenswert. Es eignen sich hierzu zum Beispiel Depots von Online-Banken wie Comdirect, ING-Diba oder der Consorsbank.

Die Statistik des Deutschen Aktieninstituts zeigt: Mit einem Dax-Indexfonds erlitten Anleger in den vergangenen fünf Jahrzehnten noch nie Verluste, wenn sie ihn länger als zwölf Jahre behielten. Auf Sicht von 50 Jahren erzielten Anleger mit deutschen Standardwerten stets eine Rendite von 6-8% pro Jahr. Fonds zahlen sich also eigentlich immer aus, wenn man lange genug dabeibleibt.

Davon sollten Sie Abstand nehmen

Viele Geldanlage-Produkte sind mit Versicherungen gekoppelt. Der Verbraucherschutz rät dringend dazu „Sparen“ und „Versichern“ strikt zu trennen. Wer für ein Kind Zur Geldanlage in ein Versicherungsprodukt investiert, läuft Gefahr hohe Verluste in Kauf nehmen zu müssen. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn Oma und Opa eine Versicherung für ihren Enkel abschließen, in die monatlich eingezahlt wird – nach ihrem Tod müsste der Enkel weiterhin Jahrzehnte bis zu seiner Rente einzahlen, entscheidet sich jedoch häufig dagegen. In dem Fall gewinnt nur einer: Der Versicherer. Ein Beispiel hierfür sind sogenannte Ausbildungsversicherungen. Die Stiftung Warentest hat hierzu einen passenden Artikel veröffentlicht. Am Ende stehen viele Sparer mit weniger Geld da, als sie überhaupt eingezahlt haben.

Auch Bausparverträge für Kinder eignen sich nicht, denn sie sind sehr starr und zweckgebunden. Wer weiß schon, ob das Kind später einmal ein Eigenheim besitzen möchte und wenn doch, wann.

Freibeträge bei der Steuer ausnutzen

Es ist Ihnen überlassen, ob Sie die Geldanlage im Namen Ihres Kindes aufsetzen, oder auf Ihrem Namen laufen lassen. Gründe gegen ein Sparen im Namen des Kindes finden Sie weiter unten bei den „3 Tipps für die Geldanlage“. Dafür würde sprechen, dass Sie einen Freistellungsauftrag nutzen können und Ihre Steuerlast damit legal senken können. Jedem Kind stehen Freibeträge zu, die Sie ausnutzen können, sofern Konten, Depots oder Sparbücher auf den Namen Ihres Kindes laufen. Zinsen bis 801 Euro sind zum Beispiel von der Abgeltungssteuer befreit. Insgesamt kann Ihr Kind 9.489 Euro jedes Jahr steuerfrei „verdienen“. Beide Varianten haben ihre Vor-und Nachteile.

Art des FreibetragesHöhe
Grundfreibetrag8.652 Euro
Sparer-Pauschbetrag801 Euro
Sonderausgaben-Pauschale36 Euro
steuerfrei9.489 Euro

Unsere 3 Tipps für die Geldanlage

1) So früh wie möglich anfangen

Fangen Sie so früh wie möglich an zu sparen. Am besten genau jetzt! Bei der Geldanlage geht es darum, den Zinseszins-Effekt mitzunehmen. Das bedeutet Sie legen Geld an und erhalten darauf Zinsen. Auf diese Zinsen erhalten Sie in den Folgejahren jedoch auch Zinsen. Je später Sie anfangen würden, desto geringer sind diese Zinseszins-Effekte. Sie glauben es handelt sich dabei um Peanuts? Ich werde Ihnen an einem Beispiel das Gegenteil beweisen:

Angenommen Sie fangen erst ab dem Kindesalter von 10 Jahren an zu sparen und legen jeden Monat 100 Euro auf ein Sparkonto. Bis zum 20. Geburtstag Ihres Kindes haben Sie 12.000 Euro eingezahlt und bei 2% Zinsen würden Sie 13.300 Euro ansparen. Hätten Sie mit dem Sparen schon zum Zeitpunkt der Geburt gestartet, hätten Sie 29.500 Euro eingezahlt. 5.500 Euro davon allein sind Zinsen. Bei einem anderen Finanzprodukt mit (wir setzen mal hoch an) 6% Zinsen hätten Sie sogar ganze 45.500 Euro angespart. Sie sehen, der Zinseszins hat eine tragende Bedeutung.

2) Konsequent durchziehen

Wenn Sie sich für eine Anlageform entscheiden, dann ziehen Sie das konsequent durch. Es bieten sich für langfristige Sparer zum Beispiel Fonds oder ETFs (Indexfonds) an. Auch mit kleinen Summen unter 100 Euro monatlich kann man hier ein Vermögen aufbauen – viele machen das als private Altersvorsorge. Schauen Sie nur nicht täglich nach Kursschwankungen und lassen sich davon beirren – 1x jährlich als Check reicht aus. Langfristig geht der Kurs immer bergauf. Selbst von einem größeren Crash (wie 2008) erholt sich die Börse relativ schnell. Wer in solchen Zeiten allerdings inkonsequent ist und verkauft, der verliert.

3) Im eigenen Namen sparen

  • Einige Finanzberater raten dazu, im Namen des Kindes (mit Geburtsurkunde) Konten zu eröffnen, um den Steuerfreibetrag des Kindes auszunutzen. Wir sehen das aus folgenden Gründen eher kritisch und raten dazu, im eigenen Namen zu sparen, da:
    das gesparte Geld wird auf das Bafög angerechnet, bis zu einem Betrag von 5.200 Euro müsste das Konto also geräumt werden um Bafög zu erhalten
  • es droht die Schenkungssteuer (aber erst ab 400.000 Euro in 10 Jahren)
  • sollten Sie zwischenzeitlich aus irgendwelchen Gründen in Not sein und auf das Geld zurückgreifen wollen, würde dies als Betrug gelten. Sie müssten das Geld dann auch nachversteuern.
  • wenn das Kind 18 ist, kann es das Geld ausgeben, wofür es möchte (auch verschenken, spenden, leihen oder verpulvern) ohne dass Sie darauf rechtlich Einfluss haben

Gerade wenn Sie das Geld fürs Studium andenken, macht es Sinn, es auf Ihren eigenen Namen laufen zu lassen: Das Bafög wird nicht versperrt, die Krankenversicherung (Familienversicherung) läuft weiterhin kostenfrei und Ihr Kind gibt das Geld nicht anderweitig aus. Sie können es dann per Dauerauftrag monatlich in Häppchen überweisen. Zum Zweck des Studiums unser absoluter Tipp!


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