Rieser-Rente

Riester-Rente: Nur so macht sie wirklich Sinn!

Knapp 16,5 Millionen Riesterrentenverträge gibt es laut einer Statistik des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales in Deutschland, knapp ein Fünftel davon wird derzeit wahrscheinlich ohne Beitragszahlung geführt. Die Riester-Rente hat in der Öffentlichkeit nach wie vor einen schweren Stand. Regelmäßig wird ihre Rentabilität infrage gestellt. Wir zeigen Ihnen, für wen ich die Riester-Rente wirklich lohnt, warum die meisten Riester-Verträge schlecht sind und wie Sie einen guten Riester-Vertrag abschließen können. Doch zunächst ein paar Grundlagen zum Verständnis…

Das Wichtigste in Kürze

  • Riestern kann grundsätzlich jeder, der in die staatliche Rentenversicherung einzahlt
  • Es wird mindestens 4% des Bruttoeinkommens in den Riester-Vertrag eingezahlt
  • Es gibt staatliche Förderungen in Form von Zulagen & Steuervorteilen
  • Zulage: 154 Euro / Jahr + bis zu 300 Euro / Jahr für jedes Kind
  • Warnung vor hohen Abschluss-und Verwaltungskosten – es gibt jedoch Alternativen ohne Abschlusskosten und mit geringen Verwaltungskosten
  • Riester-Rente eignet sich daher vor allem für Eltern mit Kindern oder bei einem Jahres-Bruttoeinkommen von über 40.000 Euro
  • Lohnt sich hingegen nicht bei Geringverdienern, die im Alter die Grundsicherung erhalten
  • Bis zu 2.100 Euro / Jahr als Sonderausgaben von der Steuer absetzbar
  • Bis zu 30% bei Renteneintritt auszahlbar, Konzept sieht jedoch eine lebenslange Rentenzahlung durch den Riester-Vertrag vor

Wer erhält die staatliche Förderung bei Riester-Renten?

Um den staatlichen Zuschuss zur Riester-Rente zu erhalten, müssen Sie in der deutschen gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sein. Das trifft auf die meisten normalen Arbeitnehmer zu. Bezieher von Arbeitslosengeld, Krankengeld und Arbeitslosengeld II haben ebenfalls Anspruch auf die Riesterförderung. Rentenversicherungspflichtige Selbstständige, pflichtversicherte Landwirte und Wehr- und Zivildienstleistende gehören ebenfalls zum förderfähigen Personenkreis. Beamte, Richter und Soldaten erhalten die staatliche Förderung, wenn sie nur deswegen nicht versicherungspflichtig sind, weil sie eine beamtenrechtliche oder beamtenähnliche Versorgung erhalten. Auch Minijobber profitieren von der staatlichen Förderung, wenn sie nicht auf den Eigenanteil des Beitrags zur Rentenversicherung verzichten.

Ehe- oder Lebenspartner der oben genannten Personengruppen erhalten ebenfalls eine Förderung, auch wenn sie selbst nicht dazu berechtigt wären. Dafür müssen sie allerdings mindestens 60 Euro pro Kalenderjahr in einen Riestervertrag einzahlen.

Höhe der Förderung und Bedingungen der Riester-Rente

Der Staat fördert die Besparung von Riester-Renten auf zwei verschiedenen Wegen. Zum einen zahlt er eine direkte Förderung in den Vertrag ein und begünstigt zudem die Beiträge zur Riester-Rente steuerlich bis zu einem Höchstbetrag von 2.100 Euro pro Jahr. Neben der Grundförderung erhalten Versicherungsnehmer mit Kindern zusätzliche jährliche Förderbeträge im Vertrag. Junge Sparer erhalten einen einmaligen Bonus in Höhe von 200 Euro, wenn sie vor dem 25. Lebensjahr mit dem Besparen eines Riestervertrags beginnen.

Die Höhe aller Förderungen in der Übersicht:

  • Grundzulage: 154 Euro / Jahr für den Versicherungsnehmer (175 Euro ab 2018)
  • Kinderzulage: 185 Euro / Jahr für jedes Kind, das vor dem 01.01.2008 geboren wurde
  • Kinderzulage: 300 Euro / Jahr für jedes Kind, das ab dem 01.01.2008 geboren wurde
  • Vertragsbonus für junge Sparer unter 25: 200 Euro
Riester Rente Zulagen
Überblick über die Zulagen bei der Riester Rente

Die Förderung wird in der vollen Höhe nur gewährt, wenn der Versicherungsnehmer mindestens 4% seines Bruttovorjahreseinkommens, maximal aber 2.100 Euro in den Riestervertrag einzahlt. Die Zulagen werden bei diesen 4% aber berücksichtigt. Zur Verdeutlichung der Berechnung der Zulagen stellen wir Ihnen zwei Beispielberechnungen vor:

Fall 1: Hubert Maier, 55.000 Euro Einkommen, keine Kinder, ledig

Herr Maier muss für das Erreichen der vollen Zulage mindestens 4% seines Vorjahreseinkommens in den Riestervertrag einzahlen. Diese Summe wäre bei 2.200 Euro erreicht. Er muss aber nur maximal 2.100 Euro einzahlen, um die Förderung zu erhalten. Zudem darf er die Grundzulage in Höhe von 154 Euro von seinen zu leistenden Beträgen abziehen. Er zahlt also 1.946 Euro jährlich oder 162,17 Euro monatlich in den Vertrag ein. Zusätzlich zur direkten Zulage profitiert er vom Sonderausgabenabzug, der seine individuelle Steuerlast senkt.

Fall 2: Simone Huber, 22.000 Euro Einkommen, Zwillinge, geb. 2010, verheiratet

Frau Huber zahlt ebenfalls 4% ihres Vorjahreseinkommens in den Riestervertrag ein. Bei 22.000 Euro Einkommen entspricht das 880 Euro. Für die volle Förderung darf sie aber noch die Zulagen für sich und ihre Kinder abziehen. Von den 880 Euro gehen also noch einmal 154 Euro Grundzulage und zweimal 300 Euro Kinderzulage ab, sodass ihr eigentlicher Eigenanteil nur noch bei 126 Euro im Jahr bzw. 10,50 Euro monatlich liegt. 85% ihres Gesamtbeitrags übernimmt der Staat durch die Förderung der Riester-Rente. Eine zusätzliche Angabe der Beiträge bei der Steuererklärung ist möglich, führt aber in diesem konkreten Fall vermutlich nicht zu einer weiteren Steuerersparnis.

Neben der Riester-Rente gibt es auch noch weitere Formen der Altersvorsorge, die für Sie relevant sein könnten. In erster Linie sind das die betriebliche Altersvorsorge und die flexible Altersvorsorge. Sollte Riester für Sie nicht in Frage kommen, sollten Sie sich die Rürup-Rente ansehen.

Darf ich auch weniger in den Vertrag einzahlen?

Selbstverständlich ist eine geringe Einzahlung bei allen Riesterverträgen möglich. Die Riesterzulage wird dann anteilig im Verhältnis gekürzt und Sie erhalten nicht die volle Zulage. Das gilt sowohl für die eigene Grundzulage als auch für alle Kinderzulagen oder die einmalige Starterzulage. Es ist in der Regel jederzeit möglich, die Zahlungsweise und die Zahlungshöhe bei einem Riestervertrag zu ändern.

Was passiert, wenn ich den Riestervertrag kündigen will?

Sie können jederzeit die Riester-Rente kündigen und das bisher eingezahlte Kapital zurückverlangen. Sie müssen aber beachten, dass die Zulagen sowie eventuell gewährte Steuervorteile nicht ausgezahlt werden. Diese fließen an die Zulagenstelle zurück. Die Rückzahlung nimmt das Versicherungsunternehmen automatisch vor. Zudem gehen gegebenenfalls Stornogebühren von dem Rückkaufswert ab. Die Auszahlungssumme kann je Vertragslaufzeit auch deutlich unter den bisher gemacht Einzahlungen liegen. Wenn das Kapital nicht unbedingt benötigt wird, kann der Vertrag auch beitragsfrei gestellt werden. In diesem Fall erfolgen keine weiteren Einzahlungen, das Kapital bleibt aber erhalten und wird auch weiterhin verzinst.

Wann muss ich die erhaltenen Zulagen zurückzahlen?

Die Zulagen müssen nicht nur bei Kündigung zurückgezahlt werden. Es gibt noch einige weitere Fälle, in denen die Zulagenstelle die Zahlungen zurückfordern muss. Wenn der Versicherungsnehmer noch in der Ansparphase des Vertrags verstirbt, kann nur der Ehepartner das Guthaben inklusive der Zulagen erhalten. Gibt es keinen Ehepartner, zahlt der Versicherer das angesparte Kapital inklusive Verzinsung, aber ohne Zulagen und eventuell zusätzliche Steuervorteile an die Erben des Versicherungsnehmers aus.

Wenn das Kapital aus dem Vertrag entnommen wird, bevor die eigentliche Auszahlungsphase erreicht ist, werden die Zulagen ebenfalls zurückgefordert. Eine Ausnahme gibt es aber, wenn das Kapital zum Erwerb von Wohneigentum zur Eigennutzung eingesetzt wird. Diese Möglichkeit steht bei allen Riesterverträgen zur Verfügung, seitdem die Förderung auch für den Erwerb von Wohneigentum eingesetzt werden kann.

Welche Grundlagen müssen Riesterprodukte erfüllen, damit die staatliche Förderung gezahlt wird?

Um die staatliche Förderung zu erhalten, müssen die entsprechenden Verträge zertifiziert sein. Die Zertifizierung wird durch die BaFin vorgenommen. Die Produkte müssen folgende Punkte erfüllen:

  • In der Auszahlungsphase sind die eingezahlten Beiträge und die Zulagen garantiert
  • Rentenzahlungen erfolgen frühestens ab dem 62. Lebensjahr (bei Verträgen, die bis 2012 abgeschlossen wurden: 60. Lebensjahr)
  • Die Rente wird lebenslang gezahlt, keine vollständige Kapitalauszahlung bei Rentenbeginn
  • Die Beiträge zum Vertrag werden laufend gezahlt
  • Abschluss- und Vertriebskosten müssen sich auf mindestens fünf Jahre verteilen
  • Der Produktanbieter informiert den Kunden umfassend über verschiedene Details wie Beitragsmittelverwendung, Anlageaspekte und die Abschluss-, Vertriebs- und Verwaltungskosten

Ausnahmen von diesen Grundlagen gibt es nur in zwei Bereichen. Wenn die gesetzliche Rentenversicherung bei bestimmten Berufsgruppen einen früheren Rentenbeginn als das 62. Lebensjahr vorsieht, gilt diese Grenze entsprechend. Zu den betroffenen Berufsgruppen gehören zum Beispiel Piloten und Bergarbeiter. Außerdem dürfen bei Rentenbeginn bis zu 30% des Kapitals aus dem Vertrag entnommen werden, ohne dass die erworbenen Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden müssen. Die Regelung ist nicht verpflichtend für die Anbieter von Riesterprodukten, bei den meisten ist es aber möglich.

Kann ich das Guthaben aus Riesterverträgen übertragen?

Das Guthaben von Riesterverträgen lässt sich zwischen verschiedenen Anbietern übertragen, ohne dass die erhaltenen Zulagen zurückgezahlt werden müssen. Der abgebende Produktanbieter darf aber eine Gebühr von maximal 150 Euro für die Übertragung verlangen. Zudem fallen gegebenenfalls neue Abschlusskosten beim zukünftigen Anbieter an. Nicht jeder Anbieter nimmt Kapital aus Altverträgen an. Der Gesetzgeber hat die Unternehmen lediglich zur Abgabe des Kapitals verpflichtet, nicht aber zur Annahme. Gerade Verträge, die schon einmal übertragenes Guthaben enthalten oder nur noch eine kurze Restlaufzeit haben, gehören bei vielen Produktanbietern zu den unerwünschten Risiken. Fragen Sie im Zweifelsfall schon im Vorfeld bei Ihrem neuen Anbieter nach, ob die Übertragung möglich ist.

Welche Arten von Riesterverträgen gibt es?

Es gibt verschiedene Arten von Riesterverträgen, die die gesetzlichen Vorgaben erfüllen:

  • Rentenversicherungen (klassisch oder fondsgebunden)
  • Sparpläne (fondsgebunden oder klassisch)
  • Direktversicherung, Pensionsfonds, Pensionskasse innerhalb der betrieblichen Altersvorsorge
  • Wohnriester-Darlehen
  • Wohnriester-Bausparverträge

Sparpläne, Wohnriester-Darlehen und Bausparverträge werden vor allem von Banken vertrieben, die Versicherungsprodukte über Versicherungsvermittler und freie Makler. Alle Anbieter sind dazu verpflichtet, mindestens die eingezahlten Beiträge und die Zulagen zu garantieren, weswegen bei fondsgebundenen Produkten in der Regel ein Teil der Beiträge in einen speziellen Deckungsstock eingezahlt wird, der die Kapitalgarantie sicherstellen soll. Bei Wohnriesterverträgen werden die Zulagen direkt für eine zusätzliche Tilgung des Kredits beziehungsweise eine höhere Sparquote eingesetzt.


🔥 Nun sind wir mit den Grundlagen durch. Jetzt wird es aber erst interessant: Wir zeigen, warum sich die meisten Riester-Verträge nicht lohnen & was Sie anders machen können! 🔥


Lohnt sich die Riester-Rente?

Grundsätzlich ist der Aufbau einer zusätzlichen privaten Altersvorsorge mit Riesterprodukten empfehlenswert. Die Riester-Rente sollte dabei nicht als einziger Baustein dienen, sondern als Ergänzung zu weiteren Produkten. Die staatliche Förderung kann insbesondere bei Familien mit Kindern zu einer ansehnlichen Zusatzrente führen, deswegen ist sie da sehr empfehlenswert. Gleiches gilt aber auch für Arbeitnehmer mit einem Gehalt über 40.000 Euro im Jahr, da diese von einer hohen Steuerersparnis profitieren. In den Medien wird die Riester-Rente regelmäßig stark kritisiert, weil sie nur eine geringe Rendite erwirtschafte und die Versicherer zudem hohe Abschluss-und Verwaltungskosten verlangen. Nicht berücksichtigt wird in dieser Diskussion allerdings häufig, dass die Zulagen die Rendite des Versicherungsnehmers erhöhen. Selbst wenn am Ende der Vertragslaufzeit nur die eigenen Beiträge und die Zulagen verrentet werden, hat der Versicherungsnehmer gegenüber dem Sparen auf einem Sparbuch eine höhere Rendite erzielt.

Richtig ist allerdings, dass einige Anbieter hohe Verwaltungskosten für Riesterverträge erheben. Diese liegen teilweise bei 15-20% der eingezahlten Beträge. Hier sollten Sie den Anbieter auch nach den vermutlichen Kosten auswählen. Gerade im Niedrigzinsumfeld mit nur noch 0,9 % Garantiezins sind fondsgebundene Riester-Renten mit einer Investition in Exchange Traded Funds (ETFs) eine interessante Alternative. Dabei investieren Sie in Fonds, die zum Beispiel den Dax oder den MSCI World abbilden und somit breit diversifizieren (das Risiko streuen). Vorteil eines ETF: Ein Index wird automatisch nachgebildet. Die Fonds benötigen keinen teuren Fondsmanager und können mit einer viel schlankeren Kostenstruktur arbeiten. Man nennt diese Anlageform „passive Anlage“ im Vergleich zur „aktiven Anlage“ durch einen Fondsmanager.

Ein empfehlenswerter Anbieter für solche Produkte ist fairr.de. Sie können über den Anbieter einen neuen Riester-Vertrag abschließen oder ihren bestehenden Rieser-Vertrag umziehen, um in Zukunft Kosten zu sparen.

Die Vorteile von fairr.de im Überblick:

  • Niedrige Kostenstruktur
    Es fallen keine Abschlussprovisionen oder Ausgabeaufschläge an. Die Gesamtkosten sind deutlich niedriger als bei anderen Anbietern.
  • Weniger Kosten, mehr Rente
    Kosten schmälern die Rendite bei der Geldanlage erheblich. Durch mehr Rendite bekommen Sie später mehr Rente.
  • Beim Wechsel: 150 Euro Bonus nutzen
    Die Kündigungsgebühr Ihres aktuellen Anbieters erstattet Ihnen fairr.de
    bis zu 150 Euro.

Um den Unterschied in den Abschluss-und Verwaltungskosten mal deutlich zu machen: Wenn Sie einen Riester-Vertrag mit einer monatlichen Rate von 50 Euro bei einem normalen Versicherungsberater abschließen, können Sie mit rund 15-20% Abschluss-und Verwaltungskosten rechnen. Das sind auf beispielhafte 35 Jahre gesehen 3.150 – 4.200 Euro, die Sie in den ersten Jahren mit Ihren Beiträgen zahlen. Dieses Geld kann nicht angelegt werden, sondern wird erstmal nur zur Kostendeckung genutzt.

Video: Riester-Rente: "Wer Kosten spart, gewinnt am Ende mehr"

Wenn Sie über fairr.de einen Riester-Vertrag abschließen, zahlen Sie je nach Depotstand nur 0,5 – 1,5% Verwaltungskosten, die Abschlusskosten entfallen komplett. Das Geld kann direkt vom ersten Euro an angelegt und verzinst werden. Wie sich der Unterschied in harten Zahlen bemerkbar macht, sehen Sie in dieser Beispielgrafik:

Finanzielle Vorteile bei Fairriester

Sie sehen: Die Riester-Rente eignet sich vor allem wenn Sie Kinder haben. Aber auch ohne Kinder ist es ein spannendes Produkt zur Altersvorsorge, wenn man im Rahmen von Riester in die richtigen Produkte investiert. Produkte mit einer geringen Kostenstruktur wie ETFs sollten hierbei bevorzugt werden. Wer die Abschlusskosten spart und die Verwaltungskosten gering hält, hat mit Riester tatsächlich einen sehr guten Rentenbaustein. Leider sehen die meisten Riester-Verträge anders aus. Da empfehlen wir nur: Kündigen Sie nicht komplett, sondern ziehen Sie Ihren Vertrag zu fairr.de um. So verzichten Sie nicht auf Ihren Steuervorteil und können in Zukunft mit geringeren Kosten und höheren Renditen noch etwas aus dem Vertrag machen.

Für wen sich die Riester-Rente nicht lohnt

Es gibt eine Gruppe Menschen, für die Riestern sich absolut nicht lohnt: Wer aktuell schon sehr wenig Geld verdient und im Alter höchstwahrscheinlich nur die Grundsicherung erhält, für den lohnt sich Riesern nicht. Grund: Die Grundsicherung fällt geringer aus oder komplett weg, wenn Sie eine Riester-Rente abgeschlossen haben, da beides verrechnet wird. Unterm Strich lohnt sich die Riester-Rente für Dauer-Geringverdiener daher fast nie.

Was sind Wohnriester-Verträge?

Als Wohnriester wird umgangssprachlich die sogenannte Eigenheimrente bezeichnet, die seit 2008 die bestehende Riesterförderung ergänzt. Wer sich für einen Wohnriestervertrag entscheidet, kann bereits angespartes Kapital aus einem bestehenden Riestervertrag entnehmen oder einen neuen Vertrag für folgende Anschaffungen abschließen:

  • ein Einfamilienhaus
  • eine Eigentumswohnung
  • eine Genossenschaftswohnung
  • eine eigene Wohnung im eigenen Mehrfamilienhaus
  • ein eigentumsähnliches oder lebenslanges Dauerwohnrecht
  • den barrierefreien Umbau einer bestehenden selbst genutzten Wohnung

Voraussetzung ist, dass die Wohnung oder das Haus tatsächlich selbst genutzt wird und sich der Lebensmittelpunkt auch dort befindet. Ferienwohnungen werden nicht gesondert gefördert. Das Wohneigentum kann sich auch in einem Staat der Europäischen Union oder einem dem EWR angehörigen Land liegen. Darlehen, die mit Riesterförderung aufgenommen werden, müssen bis zum Rentenbeginn vollständig zurückgezahlt werden.

Die Anschaffung einer Immobilie mit staatlicher Förderung wird ebenfalls nachgelagert besteuert. Zur Berechnung der Steuerlast wird von der Zulagenstelle ein fiktives „Wohnförderkonto“ geführt, das mit 2% pro Jahr verzinst wird. Auf diesem werden alle gewährten Zulagen, gegebenenfalls der Entnahmebetrag aus einem bestehenden Vertrag und alle weiteren Tilgungsleistungen vermerkt. Mit Rentenbeginn wird das Guthaben des Wohnförderkontos festgestellt und dann durch die Anzahl der Lebensjahre von Rentenbeginn bis zum Erreichen des 85. Lebensjahres des Versicherten geteilt. Diese Summe wird dann in jedem Jahr zum zu versteuernden Einkommen des Versicherungsnehmers hinzugerechnet. Alternativ kann die Steuer auch in einer einmaligen Summe gezahlt werden. Dafür gewährt der Staat einen Rabatt in Höhe von 30%. 70% der Gesamtsumme werden dann zu Rentenbeginn dem Einkommen des Vertragsnehmers zugerechnet.

Was passiert, wenn ich die Immobilie wieder verkaufe?

Wenn Sie die Immobilie verkaufen, müssen Sie die erhaltene Förderung grundsätzlich wieder zurückzahlen. Es gibt allerdings auch bei Wohnriesterverträgen Ausnahmen. Wenn Sie beruflich bedingt umziehen müssen und die Immobilie in der Zwischenzeit vermieten, müssen Sie die Förderung nicht zurückzahlen, wenn Sie spätestens mit 67 die Eigennutzung wieder aufnehmen. Zudem entfällt eine Rückzahlung, wenn Sie das Kapital aus dem Verkauf innerhalb von fünf Jahren nach dem Verkauf der Immobilie wieder in neues Wohneigentum investieren.

Lohnen sich Wohnriesterverträge?

Der Sinn von Wohnriesterverträgen ist umstritten. Sicherlich kann Wohneigentum einen Teil zur zusätzlichen Altersvorsorge beitragen. Dennoch benötigen Rentner im Alter ausreichend Kapital, um gegebenenfalls Reparaturen und Sanierungen an der eigenen Immobilie durchzuführen. Wer die Förderung bis zum 85. Lebensjahr nachgelagert versteuern muss, hat je nach Rentenhöhe eine starke zusätzliche Belastung zu tragen. Das gilt insbesondere, wenn die Immobilie zum Beispiel durch Krankheit oder Pflegebedürftigkeit verkauft werden muss. Die Besteuerung wird dadurch nicht hinfällig.

Es gibt eine Möglichkeit, die nachgelagerte hohe Besteuerung zu mindern oder sogar komplett zu verhindern. Dafür ist es notwendig, weiteres Kapital in einen anderen zertifizierten Riestervertrag einzuzahlen. Gemäß § 92a EStG mindern diese Beiträge den Stand des Wohnförderkontos. Zusätzliche Zulagen werden für diesen Vertrag aber nicht gewährt. Das angesparte Kapital wird gemäß den Riesterrichtlinien im Alter aber ganz normal verrentet. Um diese Möglichkeit zu nutzen, sind aber ausreichende finanzielle Mittel erforderlich, die nicht immer zur Verfügung stehen.

Ob ein Wohnriestervertrag für Sie infrage kommt, müssen Sie letztendlich selbst entscheiden. Die staatliche Förderung kann für eine schnellere Tilgung eines Darlehens sorgen. Sie sind allerdings stärker an eine Immobilie gebunden, weil die Zulagengewährung an die Eigennutzung einer Immobilie gekoppelt ist. Im Alter wartet gegebenenfalls eine höhere Steuerbelastung auf Sie.

Riester-Rentenangebote im Vergleich

Mit unserem Riester-Rente Rechner können Sie sich Ihre Riester-Rente kostenlos berechnen. Nutzen Sie ihn, um selbst die Unterschiede bei den einzelnen Anbietern zu sehen. Bei Bedarf können Sie im Anschluss zusätzlich eine kostenfreie Beratung durch einen Experten erhalten. In einem persönlichen Gespräch können Ihre individuellen Fragen dann gezielt geklärt werden. Sie sehen so, ob die Riester-Rente für Sie sinnvoll ist oder nicht. Der Vergleich ist natürlich kostenfrei und völlig unverbindlich.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Muss ich meine Riester-Rente später versteuern?

Ja, es handelt sich bei der Auszahlung der Rente um Einkünfte, die Sie im Rentenalter versteuern müssen. Man nennt das nachgelagerte Besteuerung. Diese ist jedoch fast immer niedriger als die Besteuerung zu erwerbstätiger Zeit, da die Einkünfte in der Rente geringer sind und entsprechend ein geringerer Einkommenssteuersatz anzusetzen ist.

Wie hoch ist die staatliche Förderung bei Riester-Renten?

Die volle jährliche Zulage beträgt 154 Euro für den Versicherungsnehmer, 185 Euro für jedes bis zum 31.12.2007 geborene Kind und 300 Euro für jedes ab dem 01.01.2008 geborene Kind. Sie wird gezahlt, wenn der Versicherungsnehmer mindestens 4% seines Vorjahresbruttoeinkommens in den Vertrag einzahlt. Die Zulagen werden bei der Eigenbeitragsberechnung berücksichtigt. Zudem können Beiträge zu Riester-Rente bei der Steuererklärung angegeben werden. Bis zu 2.100 Euro werden als Sonderausgabenabzug berücksichtigt.

Wer bekommt die staatliche Förderung?

Grundsätzlich bekommt jede gesetzlich rentenpflichtversicherte Person, die in Deutschland unbeschränkt einkommenssteuerpflichtig ist, die staatliche Förderung bei der Riester-Rente. Bestimmte Personengruppen aus dem öffentlichen Dienst können die staatliche Förderung ebenfalls erhalten.

Was ist ein Wohnriester-Vertrag?

Als Wohnriester werden Verträge bezeichnet, die zum Erwerb einer eigenen Immobilie abgeschlossen werden. Dazu gehören zum Beispiel Bausparverträge oder spezielle Darlehensverträge, bei denen die staatliche Förderung für die Tilgung eingesetzt wird. Auch aus bestehenden Verträgen lässt sich Kapital für den Erwerb einer selbst genutzten Immobilie einsetzen.

Müssen die Zulagen bei Kündigung des Vertrags zurückgezahlt werden?

Die bereits gewährten Zulagen bei der Riester-Rente müssen zurückgezahlt werden, wenn der Vertrag komplett gekündigt wird. Bei einer Beitragsfreistellung oder einer Übertragung des Guthabens auf einen anderen Riestervertrag bei einem beliebigen Anbieter bleibt die Förderung erhalten.

Kann ich das angesparte Guthaben bei Rentenbeginn auch in einer Summe erhalten?

Die Auszahlung des gesamten Guthabens bei Rentenbeginn ist nur möglich, wenn die erhaltenen Zulagen und Steuervorteile komplett zurückgezahlt werden. Ohne Verlust der staatlichen Förderung können Sie bei vielen Anbietern bis zu 30% des angesparten Kapitals als Einmalzahlung aus dem Vertrag herausziehen. Der Gesetzgeber räumt diese Möglichkeit ein, aber nicht jeder Anbieter hat sie in die eigenen Vertragsbedingungen übernommen.

Haben Sie weitere Fragen zur Riester-Rente? Schreiben Sie sie uns in die Kommentare!


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