Mehr Elterngeld erhalten

Mehr Elterngeld erhalten

Da das Elterngeld am Nettoeinkommen bemessen wird, muss man auch genau dort ansetzen, um mehr Elterngeld erhalten zu können. Die folgenden Tipps und Tricks sind alle legal und können in der Praxis angewendet werden.

Steuerklasse wechseln für Verheiratete

Verheiratete Paare können grundsätzlich zwischen zwei verschiedenen Steuerklasse-Modellen wählen: Beide Partner sind in der Steuerklasse V oder ein Partner ist in der Steuerklasse III (höheres Netto-Einkommen) und der andere in der Steuerklasse V (niedrigeres Netto-Einkommen). Wenn sich der Elternteil, der sich für Elternzeit und das Elterngeld entscheidet, in der ungünstigen Steuerklasse V befindet, sollte er schnellstens in die Steuerklasse III wechseln. Ihm würde damit mehr Netto-Gehalt bleiben und das Elterngeld fällt entsprechend höher aus (da das Bemessungseinkommen höher ist). Der arbeitende Partner rutscht dann automatisch in die Steuerklasse V und erhält zumindest augenblicklich weniger Netto-Gehalt. Mit der nächsten Steuererklärung wird dies jedoch wieder ausgeglichen und es entsteht kein Nachteil.

ACHTUNG: Der Zeitpunkt des Steuerklassen-Wechsels ist sehr wichtig! Der Antrag auf den Wechsel in die Steuerklasse III muss spätestens sieben Monate vor dem Monat gestellt werden, in dem der Mutter­schutz beginnt. Das heißt: Kurz nach dem positiven Schwangerschaftstest sollte der Wechsel schon erfolgen.

Die Steuerklasse können Sie nach der Geburt auch direkt wieder zurück wechseln. Ein solcher Wechsel hat keine Auswirkungen auf das Elterngeld und ist absolut legal.

Der Trick: Was ist, wenn man zu spät dran ist?

Ein Steuerklassen-Wechsel greift immer erst im Folgemonat nach Antragsstellung. Mindestens 7 Monate lang (Beginn nach dem Wechsel bis zum Beginn des Mutterschutzes) müssen Sie der neuen Steuerklasse III jedoch mindestens zugehörig sein, damit das Elterngeld daran bemessen wird. Wer das knappe Zeitfenster nicht erhält, hat zumindest über einen Trick die Möglichkeit, sich einen Monat mehr Zeit zu verschaffen: Im Regelfall werden Mutterschutzmonate bei der Berechnung des Elterngeldes „ausgeklammert“ und nicht mit herangezogen. In dieser Zeit verdienen Mütter auch kein volles Gehalt mehr, sondern nur Mutterschaftsgeld. Wenn Sie nun jedoch nach der Geburt des Kindes bei der Elterngeldstelle schriftlich den Verzicht auf die „Ausklammerung“ des ersten Mutter­schutz­monats erklären, verschiebt sich der Bemessungszeitraum und der erste Monat des Mutterschutzes wird mit berücksichtigt. Ihr zu spät eingereichter Antrag auf Steuerklassen-Wechsel hat somit nachträglich noch einen Monat mehr Zeit. Der Verzicht auf die Ausklammerung von Mutter­schutz­monaten ist auf Seite 19 der Eltern­geld­broschüre des Bundes­ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erwähnt – deshalb ist dieser Trick legal.

Da im ersten Mutterschaftsmonat weniger Einkommen zu verzeichnen ist, sinkt natürlich die Bemessungsgrundlage (das Netto-Einkommen der 12 Monate). Durch den Steuerklassenwechsel erreicht man jedoch meist einen viel höheren Elterngeld-Vorteil, den man mitnehmen sollte.

Ein Beispiel, damit ihr seht, dass es hierbei um viel Geld gehen kann: Manuela verdient 3.000 Euro brutto monatlich. Sie ist in der ungünstigen Steuerklasse V und erhält monatlich 1.477 Euro Gehalt netto ausgezahlt. In dieser Steuerklasse würde ihr Elterngeld 906 Euro monatlich betragen. Wenn sie jedoch rechtzeitig in die Steuerklasse III wechselt, bekommt sie 2.105 Euro netto (das gleicht sich mit der Steuererklärung jedoch wieder aus) und ein Elterngeld in Höhe von 1.314 Euro. Durch den Steuerklassenwechsel hat sie also insgesamt 4.896 Euro mehr Elterngeld bekommen!

Mehr Elterngeld für Selbständige

Bei Selbständigen wird das komplette Jahr vor der Geburt des Kindes (Januar bis Dezember) als Bemessungsgrundlage genommen. Relevant ist hierbei der Gewinn, nicht Umsatz. Es macht also Sinn, mögliche Anschaffungen ins nächste Jahr zu verschieben, um den Gewinn im Bemessungsjahr nicht noch weiter zu schmälern. Eventuell lassen sich Lieferanten und Kunden auch darauf ein, Abrechnungen in das Folgejahr zu verschieben. Eine andere Möglichkeit ist natürlich das Steigern des Umsatzes…mehr Arbeiten bis Jahresende kann sich in dem Fall doppelt auszahlen.


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