Elterngeld

Elterngeld

Das Wichtigste in Kürze

  • Pro Elternteil maximal 12 Monate Anspruch auf Elterngeld (z.B. Teilung 12/2 Monate)
  • Höhe des Elterngeldes: 300 bis 1.800 Euro im Monat
  • Optional: ElterngeldPlus
  • Antragstellung erst nach der Geburt (maximal 3 Monate rückwirkend möglich)
  • Durch Steuerklassenwechsel kann man im Einzelfall mehr Elterngeld erhalten

Das Elterngeld ist eine staatliche Leistung, mit der Familien unterstützt werden sollen, die ihr Kind nach der Geburt selbst betreuen wollen und deshalb nicht oder nicht voll erwerbsfähig sind. Es soll das wegfallende Einkommen des jeweiligen Elternteils teilweise kompensieren. Man spricht von einer Einkommensersatzleistung.

Wer hat Anspruch auf Elterngeld?

Elterngeld gibt es für Arbeitnehmer, Beamte, Selbständige, erwerbslose Elternteile, Studierende und Auszubildende. In Ausnahmefällen können auch Verwandte dritten Grades (z.B. Großeltern oder Geschwister) Elterngeld erhalten (siehe Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz – BEEG).

Einen Anspruch auf Elterngeld besteht, wenn Sie…

  • Ihre Kinder nach der Geburt selbst betreuen und erziehen
  • nicht mehr als 30 Stunden / Woche erwerbstätig sind
  • mit Ihren Kindern in einem Haushalt leben
  • Ihren Wohnsitz in Deutschland haben

Keinen Anspruch auf Elterngeld haben Paare, die im Kalenderjahr vor der Geburt Ihres Kindes gemeinsam ein zu versteuerndes Einkommen von 500.000 Euro und mehr (bei Alleinerziehenden mehr als 250.000 Euro) hatten.

Basiselterngeld oder ElterngeldPlus?

Bis zu 14 Monate können Eltern das Basiselterngeld beantragen. Beide Elternteile können die Monate untereinander aufteilen. Je Elternteil werden mindestens 2 und maximal 12 Monate vergütet. Alleinerziehende erhalten ebenfalls 14 Monate Elterngeld.

Für Eltern deren Kind nach dem 01.07.2015 geboren wurde besteht die Möglichkeit, ElterngeldPlus zu beantragen. Es eigenet sich in erster Linie für Eltern, die während des Elterngeldbezugs in teilzeit arbeiten wollen. Es wird ebenso wie das Basiselterngeld berechnet, allerdings auf 50% pro Monat gekürzt. Es wird jedoch für den doppelten Zeitraum gezahlt. Vorteil: Diese Variante ermöglicht es Eltern, relativ früh wieder in den Beruf einzusteigen.

Partnerschaftsbonus beim ElterngeldPlus
Wenn sich beide Elternteile dazu entscheiden, in 4 aufeinanderfolgenden Lebensmonaten des Kindes gleichzeitig 25-30 Wochenstunden zu arbeiten, erhalten Sie zusätzlich einen Partnerschaftsbonus: Sie haben dann Ansprich auf jeweils 4 weitere Monatsbeiträge ElterngeldPlus.

Höhe des Elterngeldes

Die Höhe des Elterngeldes richtet sich nach dem Nettoeinkommen des jeweiligen Elternteils der letzten 12 Monate vor der Geburt des Kindes. Nicht dazu zählen die Monate der Mutterschutzfrist und Monate in denen die Mutter wegen schwangerschaftsbedingter Krankheit weniger verdient hat. Es werden dann weiter zurückliegende Monate zur Berechnung zu Grunde gelegt. Bei Selbständigen erfolgt der Nachweis über die Steuererklärung des Jahres vor der Geburt (Tipp: Mehr arbeiten kurz vor der Geburt macht daher nur Sinn, wenn das Kind im Frühjahr geboren wird). Das Elterngeld beträgt mindestens 300 Euro und maximal 1.800 Euro.

Wenn das Nettoeinkommen zwischen 1.000 und 1.200 Euro lag, erhält man 67% Elterngeld. Die Ersatzrate sinkt um 0,1% je 2 Euro Mehrverdienst (Beispiel: 1.220 Euro = 65% Elterngeld). Unter 65% sinkt es jedoch nicht (siehe § 2 Abs. 2 BEEG).

Bei einem Voreinkommen von unter 1.000 Euro steigt die Ersatzrate auf bis zu 100% an – je niedriger das Einkommen, desto höher die prozentuale Rate. Sofern Sie in den vergangen 12 Monaten keiner Erwerbtätigkeit nachgegangen sind, steht Ihnen der Mindestbetrag von 300 Euro im Monat zu. Familien mit mehreren kleinen Kindern erhalten einen Geschwisterbonus bzw. einen Mehrlingszuschlag.

Hinweis: Mehrlingsgeburten & Geschwister

Bei Mehrlingsgeburten erhöht sich das Elterngeld um 300 Euro für jedes weitere Kind. Familien mit einem älteren Kind unter 3 Jahren (oder 2 älteren Kindern unter 6 Jahren) erhalten 10% Zuschlag auf das Elterngeld, mindestens jedoch 75 Euro.

Das Elterngeld wird beim Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe und Kinderzuschlag vollständig als Einkommen angerechnet. ALG II Empfänger haben unterm Strich durch das Elterngeld keinen Vorteil.

Elterngeld beantragen

Die Beantragung muss schriftlich nach der Geburt erfolgen und jeder Elternteil kann diesen Antrag stellen. Er sollte in den ersten drei Monaten nach der Geburt bei der Elterngeldstelle des Jugendamts in Ihrem Wohnbezirk eingereicht werden, da er Rückwirkend nur für 3 Monate vor Beginn des Monats gültig ist. Anderenfalls verfallen ältere Ansprüche. Der Antrag auf Elterngeld kann bis zum Ende des Elterngeldbezugs geändert werden – allerdings nur für die Zukunft, nicht rückwirkend. Beim ElterngeldPlus können die Monate jedoch auch rückwirkend in Basiselterngeld-Monate umgewandelt werden.

Hinweis: Elterngeld ist Ländersache – es gibt daher in jedem Bundesland unterschiedliche Antragsformulare!

Diese Unterlagen brauchen Sie für den Elterngeldantrag

  • Vollständig ausgefülltes Elterngeld-Formular
  • Geburtsbescheinigung des Kindes
  • Personalausweiskopie der Eltern
  • Einkommensnachweis (Gehaltsabrechnungen bei Angestellten; Steuerbescheid des Jahres vor der Geburt des Kindes bei Selbständigen)
  • Krankenkassenbescheinigung über das Mutterschaftsgeld
  • Bescheinigung über den Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschaftsgeld
  • Arbeitgeberbescheinigung über Elternzeit

Profi-Tipp: Mehr Elterngeld durch Steuerklassen-Wechsel
Durch einen Wechsel der Steuerklasse können Sie unter Umständen mehr Elterngeld erhalten. Wie das geht, erfahren Sie hier.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Kann ich meinen Resturlaub für die Elternzeit nutzen?

Auf keinen Fall, denn dann erlischt der Anspruch auf Elterngeld. Das gibt es nämlich nur, wenn es sich tatsächlich um Einkommenseinbußen handelt. Den Urlaub daher in jedem Fall vor der Elternzeit nehmen.

Wird das Einkommen aus Nebenjobs in der Zeit vor der Geburt auch angerechnet?

Ja, Haupt-und Nebeneinkommen zusammen sind Grundlage für die Berechnung des Elterngeldes. Wer also in den 12 Monaten vor der Geburt noch einen zusätzlichen Nebenjob aufnimmt, erhält auch mehr Elterngeld.

3 Kommentare

  1. alice pal sagt

    Hallo, ich habe mal eine Frage zum Elterngeld wenn man ALG1 bezieht. Man kann ja ALG1 und zusätzlich das Elterngeld beziehen. Die Elterngeldstelle hat für die Zeit in der ALG1 gezahlt wird den mindestsatz von 300€ berechnet. Nun hat das Arbeitsamt das alg1 eingestellt. Die wollen für die Zeit nur noch ALG1 für 15 Stunden die Woche bezahlen und nicht mehr das volle. Ist das so richtig? Kann ich mir gar nicht vorstellen. Dann hätten wir ja nur 300€ Elterngeld plus vielleicht 300 oder 400€ statt 101
    7€ ALG1. Da stimmt doch was nicht.

  2. Fusaro, Susanna sagt

    Wo kann ich den Antrag für elterngeld auf dieser Seite herunterladen? Beim Antrag für Kindergeld ging es – für das elterngeld nicht? Wie ist es, wenn man 2 Jobs hat? (ich arbeite Dienstag bis Freitag in einer Zahnarztpraxis und montags auf 400eur Basis in einer anderen Praxis) brauche ich dann zwei Formulare?
    Susanna Fusaro

    1. admin sagt

      Den Elterngeldantrag kannst du dir hier herunterladen: http://www.elterngeld.de/elterngeldantrag/ (bitte wähle dein Bundesland aus). Du brauchst nur ein Formular ausfüllen, die Nachweise über deinen Lohn müssen dann alle gesammelt in den Anhang.

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