15 Dinge, die Eltern und Babys NICHT brauchen

Die Unternehmen wissen, dass werdende Eltern eine spannende Zielgruppe sind: Viele sind zum ersten Mal in dieser Phase und für sie ist alles neu. Man muss sich informieren und zahlt natürlich auch Lehrgeld für Dinge, die man unnötigerweise kauft. Durch diesen Beitrag werden Sie wahrscheinlich Ihre rosarote Brille absetzen und hoffentlich nicht mehr allen Unternehmen auf den Leim gehen. Im Idealfall sparen Sie viel Geld! Diese Liste hat jedoch nicht den Anspruch allgemeingültig zu sein – letztendlich sind die Ansprüche der Menschen unterschiedlich. Was für den Einen unnütz ist, kann dem Anderen schön nützlich sein. Sehen Sie die Liste also eher als Anregung zum Nachdenken an. Zusätzliche Hinweise sind in den Kommentaren gern gesehen.

1) Der Stilltee

Wenn die Muttermilch nicht ausreicht, wird häufig der Milchbildungs- oder Stilltee empfohlen. Er besteht meist einfach aus Fenchel, Anis und Kümmel. 2-3 Tassen reichen pro Tag, um die Milchproduktion zu fördern. Eine Packung Bio-Stilltee von HiPP mit 20 Beuteln kostet bei dm aktuell 2,98 Euro (15 Cent / Teebeutel). Der Bio Fenchel-Anis-Kümmel Tee von Alnatura mit ebenfalls 20 Beuteln kostet hingegen nur 1,59 Euro (8 Cent / Beutel). Wer den Tee in einer 50er Vorteilspackung kauft, zahlt sogar nur 2,95 Euro (6 Cent / Beutel). Wer auf Bio verzichtet, zahlt bei den Discountern z.B. beim Westminster Fenchel-Anis-Kümmel Tee sogar nur 0,89 Euro für eine 25er Packung (4 Cent / Beutel). Außerdem: Nur weil der Tee „Stilltee“ heißt und ein Baby abbildet, ist er nicht besser. Es ist einfach ein normaler Kräutertee. Weitere Infos zu Tees in der Schwangerschaft gibt es hier.

2) Nasensprays für Kinder

Auch bei Nasensprays wird ganz schnell klar, wie hoch die Preisaufschläge sind, wenn Produkte „für Kinder“ gekennzeichnet sind. Ideal eignen sich auch für Kinder Nasensprays aus Kochsalzlösungen. Sie halten die Nasenschleimhaut feucht, helfen ihr damit sich zu regenerieren und das Kind kann wieder frei atmen. Gut sind unkonservierte Salzlösungen. „Sie befeuchten die Nasenschleimhaut, versorgen sie mit Nährstoffen und wirken regenerierend“, sagt Öko-Test. In einem Test aus 2016 untersuchten sie Nasensprays auch speziell für Kinder. Sehr gut abgeschnitten hat zum Beispiel das „Altapharma Meerwasser Nasenspray“ von Rossmann für 1,79 Euro / 20ml oder auch „Das Gesunde Plus Meerwasser Nasenspray“ von dm für 1,65 Euro / 20ml. Im Vergleich dazu gibt es ebenfalls bei Drogerien und Amazon erhältlich die „Emsan Nasentropfen für Babys und Kleinkinder“ von Emcur, allerdings für sportliche 6,45 Euro / 20ml bei dm. Auch diese Nasentropfen bestehen aus einer Salzlösung. Damit ist das Produkt fast 4x so teuer! Die Einkaufskosten der Kochsalzlösungen liegen im Großhandel übrigens bei unter 0,04 Euro für 20ml. Fläschchen und Design sehen natürlich anders aus, die Inhaltsstoffe sind aber grundsätzlich gleich.

3) Babywasser

Babywasser ist ein speziell aufbereitetes Trinkwasser, das für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet ist. Außerdem hat es einen geringeren Mineralstoffgehalt und ist keimfrei, weshalb es nicht abgekocht werden muss. Nicht abkochen müssen ist jedoch auch schon der einzige Vorteil gegenüber dem Leitungswasser oder stillen Mineralwasser „zur Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet“. Das normale Mineralwasser kostet teilweise 3x weniger, als spezielles Babywasser. Alle Infos im Detail gibt es in diesem Artikel

4) Windeltwister

Alle Eltern benötigen einen Ort, um dreckige Windeln zu parken, bevor sie in den Hausmüll gehen. Dafür eignet sich ein Windeleimer, den man dann alle 2 Tage im Hausmüll entleert. Die Qualität aber vor allem die Preise sind jedoch höchst unterschiedlich. Beliebt sind sogenannte Windeltwister, die in der Anschaffung gerade mal 10 Euro kosten und den Geruch maximal eindämmen. Die funktionieren tatsächlich sogar sehr gut, allerdings vergessen viele die Folgekosten: Diese Windeltwister funktionieren nur mit teuren Folienschläuchen, die als „Kassette“ verkauft werden. 7 Euro pro Kassette, 1,5 Kassetten braucht man etwa im Monat. Das bedeutet 36 x 10 Euro = 360 Euro Folgekosten. Es gibt viel günstigere Windeleimer, die zwar in der Anschaffung 50-60 Euro kosten, durch die Verwendung von Supermarkt-Müllbeuteln jedoch sehr geringe Folgekosten haben. 250 – 300 Euro kann man bei der Auswahl des richtigen Modells schon mal sparen. Unsere Windeleimer-Tipps gibt es hier.

5) Babykostwärmer

Ein Babykostwärmer soll abgepumpte Muttermilch oder Gläschennahrung erwärmen. Die Geräte kosten etwa 20 – 40 Euro und nehmen in der Küche einfach Platz weg. Alternativ kann man auch die Mikrowelle oder einen Herd nutzen. Bei der Mikrowelle ist nur zu beachten, dass die Erwärmung nicht gleichmäßig erfolgt und das Ganze nach dem Erwärmen nochmals gut durchmischt werden sollte. Generell wird die Mikrowelle bei Muttermilcherwärmung jedoch nicht empfohlen, da so Nährstoffe zerstört werden können. Die ideale Alternative wäre also ein heißes Wasserbad im Topf auf dem Herd oder in einer Schüssel mit vom Wasserkocher aufgewärmten Wasser.

6) Babyphone mit Sensormatte

Ob Babyphones sinnvoll sind, ist schon eine Frage für sich. Viel diskutiert ist das Thema der elektromagnetischen Strahlung (erhöhtes Krebsrisiko). Man kann das Babyphone jedoch auch in einer anderen Ecke des Kinderzimmers aufstellen, um das Risiko einzudämmen. Anders sieht es bei Babyphones mit Sensormatten aus. Diese werden direkt am Babybett platziert und die Sensormatte liegt unter der Matratze. Kosten: Etwa 100 – 300 Euro. In den Sensormatten befinden sich meist sogenannte Piezokristalle, die auf Bewegungen des schlafenden Babys reagieren. Die Piezokristalle nehmen den Druck war, der durch das Ein- und Ausatmen des Babys auf die Matratze übertragen wird und Erzeugen eine elektrische Ladung an der Oberfläche der Sensormatte. Setzt die Atembewegung zu lange aus, schlägt das Babyphone über die Sensormatte Alarm. Einige Eltern berichten von häufigen Fehlalarmen und regelmäßigen Schreckmomenten. Nicht selten fliegt die Matte irgendwann wieder aus dem Kinderzimmer. Wollen Sie sich das wirklich antun? Die vielen Schreckmomente, die zusätzliche Strahlung und dann auch noch Geld dafür ausgeben?

7) Baby-Pflegeprodukte

Wenn man durch die Drogerien streift, findet man Pflegeprodukte ohne Ende. Gerade am Anfang ist man dazu geneigt eher zu viel als zu wenig zu kaufen. Viele bekommen den Tipp schon direkt zu Beginn von Hebammen, Freunden und aus dem Geburtsvorbereitungskurs: Kaufen Sie nicht zu viel! Für die Pflege und zum Baden reicht eigentlich Wasser, Öl (auch Olivenöl) oder ein bisschen Muttermilch. Mehr brauchen Sie nicht. Vergessen Sie Babyshampoos, Babypuder & Co.

8) Wickeltaschen

Wozu braucht man spezielle Wickeltaschen? Wenn man mal unterwegs ist, nimmt man sich einfach 2 Windeln und eine Packung Feuchttücher mit. Die landen entweder in der Handtasche oder im Rucksack. Eine extra Windeltasche ist eigentlich völlig überflüssig.

9) Babybett

Grundsätzlich brauchen Babys kein eigenes Kinderzimmer. Besser ist es, wenn sie im Bett der Eltern schlafen oder in einem Beistellbett. Am günstigsten ist es im Elternbett. Das ist außerdem auch noch praktisch: Zum stillen in der Nacht ist kein Aufstehen erforderlich. Das ist für die Mutter einfacher und das Kind ist dadurch auch sehr viel ruhiger.

10) Wickeltisch

Einen Platz zum Wickeln braucht man in jedem Fall. Ein Wickeltisch nimmt jedoch viel Platz weg. Gute Alternative: Kaufen Sie einen Wickelaufsatz für eine Kommode oder für die Waschmaschine. Sie sparen damit gut 50 – 100 Euro und haben Ihren Platz effektiver genutzt.

11) Badewannensitz für die Babywanne

Braucht man einfach nicht. Kaufen Sie sich eine Babybadewanne oder einen Badeeinmer (Hinweis: wird schnell zu klein, ist für Babys dennoch eine schöne Sache). Den zusätzlichen Sitz für rund 20 Euro können Sie sich jedoch sparen.

12) Spielzeug

Der Babyspielzeugmarkt ist riesig und es gibt Spielzeuge in allen möglichen Varianten und Größen. Denken Sie daran, dass für ein Baby alles neu ist. Alltagsgegenstände sind also genauso interessant. Denken Sie mal an Stofftücher, Löffel, Schneebesen, Becher und Schüsseln. Es muss nicht das blinkende Feuerwehrauto mit Sound sein. Vielleicht wäre das sogar ein bisschen zu viel.

13) Kuscheltiere

Kuscheltiere sind doch etwas Schönes, wieso stehen die auf dieser Liste? Ganz einfach: Kaufen Sie einfach keine Kuscheltiere. Sie werden von Bekannten, Verwandten und Freunden noch so viele Kuscheltiere geschenkt bekommen, dass Sie Ihre ganze Wohnung damit pflastern können. Wenn Sie das nicht glauben, beschränken Sie sich am besten auf ein Kuscheltier und warten Sie ab 😉

14) Milchpumpe zu früh kaufen

Milchpumpen sind grundsätzlich eine sehr gute Sache und helfen vielen Frauen weiter wenn Sie überschüssige Milch abpumpen müssen oder ihr Kind aus anderen Gründen nicht immer stillen können. Allerdings sollte man die Pumpe erst dann kaufen, wenn man wirklich weiß, ob man sie braucht und was die genauen Anforderungen sind. Bei vielen Müttern liegt die Pumpe ungenutzt im Schrank. Schade um das Geld.

15) (Kinderwagen)

Dieser Punkt ist äußerst strittig, denn viele Eltern nutzen einfach gern Kinderwagen. Deswegen ist dieser Punkt auch ganz zum Schluss aufgeführt. Gute Modelle kosten teilweise 600 – 1.000 Euro, wobei es nach oben hin kaum Grenzen gibt. Eine Alternative sind Tragetüchter oder Babytragen. Besonders beliebt sind die Manduca Babytragen für rund 80 – 90 Euro. Neben dem Kostenargument gibt es jedoch noch mehr Vorteile, die stark ins Gewicht fallen: Ihr habt das Baby direkt bei euch. Es ist für das Kind viel angenehmer, einen so engen Kontakt zu Mama oder Papa zu haben, als in einem eigenen Wagen zu liegen. In der Folge sind die Babys angeblich zufriedener und schreien weniger. Beim Tragen haben Sie außerdem beide Hände frei und sind flexibler. Überfüllte Bahnen sind so weniger problematisch. Ein Kinderwagen ist nicht per se unnütz, aber man kann zumindest darüber nachdenken, ob eine Babytrage sinnvoller ist.

Was ist Ihre Meinung zu unserer Liste? Haben Sie Ergänzungen? Was war oder ist aus Ihrer Sicht unnötig?


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