Private Altersvorsorge

Private Altersvorsorge – so sorgen Sie richtig fürs Alter vor

„Riester-Rente, Rürup-Rente, die eigene Immobilie, Sparpläne, Lebensversicherung oder doch Aktien? Was ist die beste Altersvorsorge für mich? Wie kann ich meinen Lebensstandard sichern? Müssen meine Kinder im Alter für mich zahlen?“ Fragen, die sich nicht nur junge Eltern stellen. Wir stellen Ihnen hier die Möglichkeiten und das sogenannte 3-Schichten-Modell mit Vor- und Nachteilen vor.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die gesetzliche Rente wird für Sie nicht mehr ausreichen
  • Jeder sollte seine zu erwartende Rente und seine Rentenlücke kennen
  • Geld auf dem Girokonto verliert an Wert, daher besser sinnvoll anlegen
  • Man unterscheidet bei den Möglichkeiten der Altersvorsorge das 3-Schichten-Modell
  • Nahezu jeder Erwerbstätige ist über die 1. Schicht abgesichert
  • Die 2. + 3. Schicht ist für zusätzliche Vorsorge relevant und wird teilweise durch
  • Steuervergünstigungen staatlich gefördert
  • Ganz wichtig ist es, einen seriösen Berater zu finden; Meiden Sie Ihre Hausbank

Darum sollten Sie das Geld nicht auf dem Girokonto liegen lassen

Wenn Sie Ihr Geld auf dem Girokonto liegen lassen, schrumpft der Wert. Nicht nur aufgrund der geringen Zinsen, sondern vor allem aufgrund der Inflation. Die Inflation bezeichnet die allgemeine und anhaltende Erhöhung des Preisniveaus von Gütern und Dienstleistungen (Teuerung). In der Statistik sehen Sie die historische Inflation der letzten Jahrzehnte, die im Durchschnitt bei rund 2% liegt. Das bedeutet, dass das Geld jedes Jahr um durchschnittlich 2% an Wert verliert, weil alles teurer wird. Bei der Altersvorsorge sollten Sie also darauf achten, dass das angelegte Geld mehr Rendite erwirtschaftet, als die Inflation. Anderenfalls würde es an Wert verlieren. Da es auf einem Girokonto (wenn überhaupt) noch vielleicht 0,2% Zinsen gibt, sollten Sie dort nur Ihren Notgroschen parken – also Geld das Sie kurzfristig benötigen könnten. Als Faustregel könnte man hier von 3-6 Monatsgehältern sprechen.

Die Entwicklung der Inflation
Die Entwicklung der Inflation

Die Bestandsaufnahme: Welche Rente habe ich zu erwarten?

Prüfen Sie zunächst die bestehenden Absicherungen auf spätere Rentenansprüche. Arbeitnehmer und bestimmte Selbstständige sind in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert und erhalten bei Renteneintritt eine gesetzliche Rente. Sobald Sie mindestens 27 Jahre alt sind, erhalten Sie jährlich eine Renteninformation von der deutschen Rentenversicherung. In dieser finden Sie die aktuellen Ansprüche, die Sie bereits erworben haben und eine Hochrechnung der zu erwartenden Rente, wenn Sie weiterhin Beiträge in derselben Höhe zahlen. In den Werten sind eventuelle Abgaben wie Steuern oder Sozialbeiträge jedoch noch nicht berücksichtigt. In 2017 erhält ein Rentner, der langjährig versichert ist und immer das Durchschnitteinkommen verdient hat, knapp 48 Prozent seines letzten Bruttolohns als Rente. Dieses Rentenniveau soll bis 2030 auf 43 Prozent absenken und dann stabil bleiben.

Mitglieder von berufsständischen Versorgungswerken und Beamte haben es etwas besser. Die dort zu erwartenden Renten liegen höher als die Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Dennoch ist auch dort langfristig mit einem Absinken der Leistungen zu rechnen, sodass eine Zusatzversorgung auch für Angehörige dieser Systeme sinnvoll ist.

Wenn Sie selbstständig tätig sind und zu keiner der speziellen Berufsgruppen gehören, sind Sie nicht zur Altersvorsorge in einem der gesetzlichen Systeme versichert. Sie müssen daher unbedingt die Alternativen der Vorsorgelandschaft prüfen.

Das System in Deutschland – Altersvorsorge im 3-Schichten-Modell

Sowohl Politik als auch Versicherungsvermittler sprechen bei der Altersvorsorge von drei verschiedenen Schichten oder Säulen. Zur besseren Übersicht haben wir Ihnen eine Tabelle mit den einzelnen Schichten und ihren Besonderheiten erstellt.

Die 3 Schichten der Altersvorsorge
SchichtBeispieleSteuerliche Behandlung
Schicht 1 - Basis- Gesetzliche Rente
- Rürup- bzw. Basis-Rente
- Berufsständische Versorgungswerke
Beiträge steuerbegünstigt, Auszahlung zunehmend steuerpflichtig
Schicht 2 - geförderte Altersvorsorge- Betriebliche Altersvorsorge
- Riester-Rente
Beiträge in der Regel steuerfrei, Auszahlungen steuerpflichtig
Schicht 3 - ungeförderte Altersvorsorge- Private Rentenversicherung
- Kapitalbildende Lebensversicherung
- Fondssparpläne
Beiträge aus versteuertem Einkommen, dafür Auszahlungen nur mit dem Ertragsanteil zu versteuern

Neben den drei genannten Schichten gibt es außerdem eine weitere Schicht, in die alle Produkte fallen, die nicht zu den oben genannten Versicherungslösungen gehören. Immobilien, reine Aktienanlagen und direkte Unternehmensbeteiligungen sind Beispiele für diese Kategorie.

Schicht 1 – die Basisvorsorge

Zur ersten Schicht gehören die gesetzliche Rentenversicherung, die berufsständischen Versorgungswerke für Ärzte, Apotheker, Rechtsanwälte und andere freie Berufe und die Rürup- oder Basisrente, die über ein privates Versicherungsunternehmen abgeschlossen werden kann. Alle drei Versicherungsformen werden mit einem steigenden Faktor steuerlich begünstigt. In 2017 dürfen Sie 84 Prozent der Ausgaben für Rürupverträge von der Steuer absetzen, Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung und für Versorgungswerke werden voll berücksichtigt. Ab 2025 sind auch Rürup-Verträge zu 100 Prozent abzugsfähig.

Die Rüruprente war vor allem als Alternative zur Riester-Rente für Selbstständige gedacht, da diese keine Förderung im Rahmen der Riester-Rente erhalten. Abschließen darf die Verträge aber jeder. Im Zweifelsfall prüfen Sie zusammen mit einem Steuerberater, ob der Abschluss für Sie sinnvoll ist, oder nicht.

Schicht 2 – geförderte Altersvorsorge

Zur zweiten Schicht zählen die betriebliche Altersvorsorge in allen möglichen Versicherungsformen und die Riester-Rente. Die Riester-Rente ist an das Bestehen der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht gekoppelt, für die betriebliche Altersvorsorge muss ein Angestelltenverhältnis bestehen.

Die Riester-Rente ist im Zuge der Rentenreform 2001/2002 entstanden. Wer jährlich 4 Prozent seines Bruttoeinkommens in einen geförderten Vertrag einzahlt, erhält eine Zulage in Höhe von 154 Euro, die direkt dem Vertrag gutgeschrieben wird. Hat der Versicherungsnehmer Kinder, erhält er eine weitere Zulage in Höhe von 185 Euro pro Kind, das vor dem 01.01.2008 geboren wurde und 300 Euro für jedes Kind, das nach diesem Datum auf die Welt kam. Diese Kinderzulage wird solange gezahlt, wie ein Kindergeldanspruch für das Kind besteht. Die gezahlten Zulagen werden bei der Ermittlung der 4-Prozent-Grenze berücksichtigt. Zudem dürfen die Beiträge für Riesterverträge von der Steuer abgesetzt werden.

Die betriebliche Altersvorsorge wird ebenfalls durch den Staat gefördert. Versicherungsnehmer wird bei dieser Art von Verträgen Ihr Arbeitgeber, Sie sind versicherte Person. Die Beiträge für die „bAV“ werden direkt von Ihrer Gehaltsabrechnung abgezogen und vom Arbeitgeber an den Versicherer gezahlt. Die Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge sind im Jahr 2017 bis zu einem Monatsbeitrag von maximal 254 Euro steuer- und sozialabgabenfrei. Da der Arbeitgeber durch die betriebliche Altersvorsorge ebenfalls Sozialabgaben einspart, zahlt er oft einen Zuschuss zur bAV, 20 Prozent sind bei vielen Arbeitgebern üblich.

Hinweis: Ihr Arbeitgeber ist verpflichtet, Ihnen eine betriebliche Altersvorsorge anzubieten. Sofern er das nicht tut, fragen Sie in jedem Fall danach.

Während der Ansparphase sind diese Verträge steuerlich begünstigt, dafür müssen die Auszahlungen im Rentenalter mit dem individuellen Steuersatz versteuert werden. Bei Riesterverträgen ist zudem keine vollständige Auszahlung in einer Summe möglich, ohne dass die Förderung zurückgezahlt werden müsste.

Schicht 3 – ungeförderte Versicherungsprodukte

Zur dritten Schicht gehören zum Beispiel private Rentenversicherungen, kapitalbildende Lebensversicherungen oder eher exotische Produkte wie eine Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr. Die Beiträge für die Versicherungen zahlen Sie aus Ihrem bereits versteuerten Einkommen, eine gesonderte Förderung durch den Staat findet nicht statt. Dafür werden in der Auszahlungsphase nur Steuern auf den Ertragsanteil fällig. Dieser wird individuell berechnet und liegt bei Altersrenten in der Regel zwischen 15 Prozent und 20 Prozent. Das bedeutet, dass nur der entsprechende Anteil der Rente auf das Einkommen angerechnet werden muss.

Schicht 4 – andere Produkte zur Altersvorsorge

Die vierte Schicht gehört nicht offiziell zu den Schichten der Altersvorsorge, es ist aber sinnvoll, sie hier zu erwähnen. Die Vorsorge für das eigene Alter ist nicht nur mit Versicherungsprodukten möglich. Mit Immobilien, egal ob selbst genutzt oder vermietet können Sie ebenfalls für das Alter vorsorgen. Entweder profitieren Sie von geringeren Wohnkosten im Alter oder von zusätzlichen Mieteinnahmen. Unternehmer halten Unternehmensbeteiligungen, aus denen sie später Gewinneinkünfte ziehen können und auch Aktiensparpläne oder Einmalinvestitionen gehören zu möglichen Produkten, mit denen Sie Altersvorsorge betreiben können.

Die richtige Altersvorsorge für mich – wie gehe ich vor?

Vorab: Es gibt nicht „DIE“ Altersvorsorge für Jedermann. Ihr eigener Vorsorgemix hängt von Ihren Zielen und finanziellen Mitteln ab. Zudem sollten Sie auf externe Faktoren achten, die Sie nicht immer direkt beeinflussen können. Beantworten Sie sich zum Beispiel folgende Fragen, um eine grundsätzliche Strategie festzulegen:

  • Welcher Anlagetyp bin ich? Möchte ich eine sichere Anlage ohne Risiko oder kann ich mit Schwankungen beim Wert der Anlage leben (ohne gleich in Panik zu verfallen), wenn die Renditechance dafür höher ist?
  • Welche geförderten Versicherungsprodukte kann ich überhaupt abschließen, weil ich die Voraussetzungen erfülle?
  • Welchen Lebensstandard will ich im Alter erreichen?
  • Was möchte ich in den nächsten Jahren erreichen können? Benötige ich in den nächsten Jahren eine größere Summe für einen Immobilienkauf?

Packen Sie nicht alle Eier in einen Korb

An dem Sprichwort sind viel Wahres dran und man kann es auch auf die Altersvorsorge anwenden. Das Stichwort heißt „Diversifikation“: Legen Sie nicht Ihr ganzes Geld in einem Produkt an, sondern investieren oder legen Sie breit gefächert an. Investieren Sie also nicht in einen einzigen Fonds, sondern in mehrere oder besser gleich in einen ETF, der einen Index abbildet wie den „MSCI World“. Einzelne Ausfälle ruinieren damit nicht Ihre komplette Altersvorsorge. Es wird immer Aufs und Abs geben, das sollten Sie wissen. Wer ausreichend diversifiziert, brauch sich jedoch keine Sorgen machen.

Wenn Sie sich diese Fragen beantworten, kommen Sie der richtigen Strategie näher. Zudem ist der Aufbau der eigenen Altersvorsorge kein einmaliger Vorgang. Beschäftigen Sie sich regelmäßig mit der Entwicklung der von Ihnen gewählten Produkte und passen Sie gegebenenfalls die Sparsummen oder sogar die Produkte an Ihre aktuelle Situation an. Je früher Sie auf Veränderungen Ihrer Situation reagieren, desto kleiner fallen die notwendigen Anpassungen aus.

Wir haben Ihnen einige Beispielfälle zusammengestellt, die Ihnen einen ersten Überblick über die Renditeerwartungen von geförderten Altersvorsorgeprodukten bieten.

Die Riester-Rente – gut geeignet für Familien und Besserverdiener

Geförderte Riesterverträge können von allen Personen abgeschlossen werden, die in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind oder einen Ehepartner haben, der dort pflichtversichert ist. Die staatliche Förderung ist durch die hohe Kinderzulage vor allem für Familien mit Kindern interessant, da die Zulagen auf Einkommensgrenze für die Förderung angerechnet werden. Eine Mutter mit zwei Kindern, die nach 2008 geboren wurden, kann bis zu 20.350 Euro brutto verdienen und zahlt dennoch nur den Pflichteigenanteil von 60 Euro in den Riestervertrag ein. Die Förderquote für diesen Vertrag liegt dann bei über 90%. Selbst wenn der Versicherungsvertrag nur eine geringe Kapitalrendite erwirtschaften sollte, lohnt sich der Abschluss durch die staatlichen Zulagen.

Besserverdiener profitieren vor allem von der steuerlichen Abzugsmöglichkeit. Bis zu 2.100 Euro jährlich dürfen steuermindernd in einen Riesterrentenvertrag eingezahlt werden. Die Steuerersparnis in Verbindung mit der staatlichen Zulage sorgt dadurch in den meisten Fällen für eine Rendite von mehr als 3% pro Jahr.

Die Auszahlungen aus der Riester-Rente werden im Alter mit dem individuellen Steuersatz voll versteuert. In der Regel ist dieser im Alter geringer, sodass die Belastung geringer ausfällt. Außerdem dürfen Riestersparer bei Rentenbeginn bis zu 30 Prozent des vorhandenen Kapitals in einer Summe aus dem Vertrag entnehmen, ohne dass die Förderung rückwirkend entfallen würde.

Die Riester-Rente lohnt sich nicht für Jedermann

Wer jetzt schon zu den Geringverdienern gehört oder bei wem es absehbar ist, dass er im Rentenalter nur die Grundsicherung erhält, der sollte von einem Riester-Vertrag absehen, da die Grundsicherung mit der Riester-Rente verrechnet wird und diese auffressen würde.

Es gibt außerdem zahlreiche faule Riester-Verträge, die wahnsinnig hohe Abschluss-und Verwaltungskosten haben. Dass es auch anders geht, zeigen wir in unserem Riester-Spezial. Dort erfahren Sie, wie Sie einen sinnvollen und renditestarken Riester-Vertrag abschließen können.

Die betriebliche Altersvorsorge – sparen mit dem Arbeitgeber

Angestellte haben einen Rechtsanspruch auf die sogenannte Entgeltumwandlung. Ihr Arbeitgeber muss es Ihnen ermöglichen, einen Teil Ihres Gehalts in eine betriebliche Altersvorsorge zu investieren. Je nach Arbeitgeber können Sie sich den Anbieter frei aussuchen oder müssen den Anbieter nehmen, den Ihr Arbeitgeber für die bAV ausgewählt hat. In den meisten Fällen können Sie eine Direktversicherung abschließen. Die Direktversicherung ist ein Rentenversicherungsvertrag, den Ihr Arbeitgeber für Sie abschließt. Die Beiträge für die Versicherung werden direkt von Ihrem Bruttogehalt abgezogen. Bis zu 254 Euro monatlich sind in 2017 steuer- und sozialabgabenfrei. Sie sparen dadurch also zum einen Sozialversicherungsbeiträge und Lohnsteuern und zum anderen sinkt ihr zu versteuerndes Bruttoeinkommen, sodass ein geringerer Steuersatz auf den Rest fällig wird.

Die meisten Arbeitgeber zahlen Ihnen zudem einen Zuschuss zur betrieblichen Altersvorsorge, weil sie ebenfalls von den wegfallenden Sozialabgaben profitieren. In vielen Betrieben sind inzwischen 20 Prozent üblich. Direktversicherungen gibt es als klassische Rentenversicherung und als fondsgebundene Versicherungslösung mit oder ohne Beitragsgarantie. Welche Variante für Sie interessant ist, hängt vor allem von Ihrem Anlagetyp ab. Rentenzahlungen aus der betrieblichen Altersvorsorge sind im Alter mit dem individuellen Steuersatz zu versteuern. Zudem zahlen Sie Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge auf die Summe, wenn die monatliche Rente 148,75 € übersteigt.

Betriebliche Altersvorsorge lohnt sich nur bei Arbeitgeberzuschuss

Im Jahr 2004 gab es das Gesetz zur Modernisierung der gesetlichen Krankenversicherung (GMG), dass sich auf alle Verträge der betrieblichen Altersvorsorge auswirkt – auch rückwirkend: Bei der Auszahlung von Lebensversicherungen mit Betriebsrenten-Charakter im Rentenalter müssen darauf Sozialversicherungsbeiträge (15,5% Krankenversicherung inkl. Arbeitgeberanteil + 2,35% Pflegeversicherung) gezahlt werden. Wenn Sie sich also durch Ihre betriebliche Altersvorsorge 100.000 auszahlen lassen wollen, müssen Sie direkt erst einmal 17.850 Euro an Sozialversicherungsbeiträgen zahlen. Zusätzlich wird dann natürlich noch die Einkommenssteuer fällig. Nur bei einer monatlichen Rente von unter 148,75 Euro fallen die Sozialversicherungsbeiträge nicht an. Sollte der Arbeitgeber zusätzlich auch noch seinen Zuschuss einbehalten, kann es sein, dass diese Form der Altersvorsorge für Sie kein Sinn macht. Sofern der Arbeigeber 20% Zuschuss zahlt, passt das Ergebnis jedoch in der Regel. Da der Arbeitgeber durch die baV jedoch einen finanziellen Vorteil hat, sollte er diesen auch an seine Mitarbeiter weitergeben können. Der Zuschuss ist am Ende Verhandlungssache und hängt von Ihrer Argumentation ab.

Die Rürup-Rente – Basisvorsorge für Selbstständige

Selbstständige, die nicht gesetzlich rentenpflichtversichert sind, können mit der Basis- oder Rürup-Rente für das Alter vorsorgen und von einer hohen steuerlichen Abzugsmöglichkeit profitieren. In 2017 können Sie 84% der Beiträge zu einer Basisrente steuerlich geltend machen. Die maximale Steuerbegünstigung ist an die Beitragsbemessungsgrenze der knappschaftlichen Rentenversicherung gekoppelt. Im Jahr 2017 liegt der Höchstsatz bei 23.362 Euro für ledige Personen, verheiratete Paare dürfen doppelt so viel absetzen. Daraus ergibt sich eine Berücksichtigung von höchstens 19.624 Euro. Zahlen Sie zum Beispiel als Lediger den Grenzsteuersatz von 42 Prozent, sparen Sie mit der Basisrente mehr als 8.000 Euro Steuern.

Die Basisrente ist allerdings sehr unflexibel und kann in der Ansparphase nicht gekündigt werden. Einmal eingezahltes Kapital muss bis zum Rentenbeginn im Vertrag verbleiben. Die einzige Möglichkeit zur Aufhebung ist die Beitragsfreistellung. Die Auszahlungen aus der Basisrente werden mit dem individuellen Steuersatz voll besteuert. Rürup-Renten können als klassische Rentenversicherung oder fondsgebundene Versicherung abgeschlossen werden. Bei fondsgebundenen Varianten wählen Sie aus Verträgen mit garantierten Leistungen oder ganz ohne Garantien.

Für Selbständige, Freiberufler und Vielverdiener lohnt sich die Rürup-Rente schon. Allerdings sollte man sie eher als kleinen Baustein im Gesamtkonstrukt der Altersvorsorge betrachten.

Mehr dazu erfahren Sie in unserem Rürup-Renten Spezial

Herausforderung: Seriöse Beratung

Es gibt in der privaten Altersvorsorge viele schwarze Schafe. Wir raten in jedem Fall davon ab, ein Produkt bei Ihrer Bank abzuschließen, da die Mitarbeiter dort nicht ungebunden beraten können. Sie erhalten bei Banken immer nur eine Empfehlung für die hauseigenen Produkte. Ein seriöser Makler kann Ihnen aus einer großen Anbieterpalette passende Produkte empfehlen, denn er arbeitet ungebunden für keine Versicherung. Ideal wäre ein Honorarberater, der keine Provision erhält, sondern dem Sie ein Beratungshonorar zahlen. Für solche Produkte sind das jedoch auch schnell 1.000 – 2.000 Euro und mehr. Seriöse Honorarberater finden Sie beim Verbund Deutscher Honorarberater. Nicht jeder möchte jedoch direkt eine solche Summe bezahlen ohne zu wissen, ob er ein geeignetes Produkt findet oder wie die Beratung ausfällt. Alternativ können Sie bei uns einen seriösen Berater finden, den Sie nicht nicht direkt bezahlen, sondern der eine Provision für abgeschlossene Verträge von den Versicherungen erhält. Sie können den Berater direkt nach Postleitzahlen und Bewertungen anderer Kunden sortiert finden:

Abschließende Tipps zur Altersvorsorge

1. Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung im Blick halten
In den jährlichen Bescheiden der gesetzlichen Rentenversicherung finden Sie einen Überblick über Ihre spätere Rente. Wenn Sie die Zahlen überfordern, nehmen Sie den Hörer in die Hand und fragen Sie nach. Wichtig ist, dass Sie wissen, was Sie später erhalten werden.

2. Ermitteln Sie Ihren finanziellen Bedarf
Überlegen Sie, wie viel Geld Sie später im Rentenalter benötigen werden. Vergessen Sie dabei nicht die Inflation in Ihrer Rechnung und setzen Sie den Betrag nicht zu niedrig an. 80% Ihres potenziellen letzten Gehalts vor der Rente könnte als Richtwert dienen – deutlich zu wenig sollten Sie jedoch nicht ansetzen. Die Differenz zwischen dem ermittelten finanziellen Bedarf und der Zahlung der gesetzlichen Rentenversicherung auf dem Rentenbescheid abzgl. Steuern und Versicherungen ist Ihre Rentenlücke, die es mit zusätzlicher Vorsorge zu schließen gilt.

3. Förderungen prüfen:
Prüfen Sie mit einem Fachmann die staatlichen Förderungen wie Riester, betriebliche Altersvorsorge oder Rürup. Nicht für Jeden kommt alles in Frage und macht Sinn. Ein Finanzexperte sollte Ihnen dabei beratend zur Seite stehen.

4. Alle paar Jahre die Verträge prüfen
Auch wenn es noch lange hin ist zur Rente und man die Verträge lieber beibehalten als wechseln sollte, ist es sinnvoll alle 2-3 Jahre die Entwicklung zu prüfen und auch einzuschätzen ob das Rentenziel damit nach wie vor erreicht werden kann.

Welchen Tipp haben Sie für die private Altersvorsorge? Schreiben Sie uns einen Kommentar!

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Ab wann sollte ich mich um die Altersvorsorge kümmern?

Fangen Sie am besten so früh wie möglich mit der Vorsorge an, denn durch den Zinseszinseffekt arbeitet nämlich die Zeit für Sie als Anleger. Je früher Sie anfangen, desto weniger müssen Sie auch monatlich zurücklegen. Wer erst mit 35 anfängt vorzusorgen, muss eine höhere monatliche „Belastung“ in Kauf nehmen um die Rentenlücke zu schließen.

Warum ist die private Altersvorsorge wichtig?

Es gibt mittlerweile immer mehr Rentenempfänger und immer weniger Rentenzahler. Aus diesem Grund kann die staatliche Rente nicht mehr garantiert werden und die gesetzlichen Renten werden mit jedem Jahr immer weiter gesenkt. Deshalb müssen Sie sich selbst um zusätzliche Absicherungen kümmern, damit Sie nicht von der Altersarmut bedroht sind.

Welche staatlich geförderten Modelle gibt es?

Zu den geförderten Modellen gehören die Riester-und Rürup-Rente. Bei der Riester-Rente zahlen Sie monatlich einen Beitrag ein und erhalten einen jährlichen Bonus von bis zu 154 Euro + einen Bonus über 300 Euro pro Kind. Für Selbständige, die nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, gibt es über die Rürup-Rente Steuervorteile.

Worauf sollte man bei der Produktauswahl achten?

Bei Altervorsorge-Produkten sollten Sie grundsätzlich versuchen das Risiko zu vermeiden und breit zu streuen. Wer sehr defensiv anlegt, kann meist mit einer sehr geringen Rendite rechnen, risikoreiche Anlagen bringen jedoch auch das Risiko mit, das Geld (teilweise) zu verlieren. Man sollte deshalb den Mittelweg gehen und die Produkte, Anlegestrategie oder Fonds nicht permanent anpassen. Die Strategie sollte „Buy and hold“ heißen, das heißt regelmäßig über einen Sparplan investieren und liegen lassen. Dabei gleichzeitig möglichst breit investieren (=diversifizieren), damit das Risiko gut verteilt ist.

Lohnt sich eine klassische Lebensversicherung als Altersvorsorge?

Wir raten Ihnen von der klassischen Lebensversicherung definitiv ab, denn diese erwirtschaftet kaum Rendite. Sie bieten in der Regel einen Garantiezins von aktuell 0,9% und erwirtschaftet nur selten mehr. In Kombination mit den hohen Abschlusskosten ist eine klassische Lebensversicherung damit uninteressant. Eine fondsgebundene Lebensversicherung eignet sich schon eher: Sie bietet weniger Sicherheiten (keine Garantie) aber höhere Renditechancen, da Ihr eingezahltes Kapital voll investiert wird und nicht für Garantien zurückgehalten werden muss. Mit einer breiten Anlage (z.B. in passiven Fonds / ETFs) können Sie Ihr Risiko dennoch sehr weit herunterfahren und dennoch spannende Renditen erzielen.

Sind geschlossene Fonds und Unternehmensbeteiligungen sinnvoll?

Auf keinen Fall! In beiden Fällen sind Sie einem Totalverlust ausgesetzt. Das Investment ist hochspekulativ und kann Ihnen auch Ihre Rente kosten. Der Markt ist in diesem Bereich leider nicht ausreichend reguliert und aufgrund hoher Provisionen für die Vermittler sehr lukrativ. Die Gefahr einer Fehlberatung ist dabei besonders hoch.

Was kann ich tun, wenn ich falsch beraten wurde?

Eine falsche Beratung müssen Sie immer beweisen. Das kann durch Unterlagen Ihres Versicherungsberaters erfolgen, auf denen er unrealistische Renditeerwartungen oder nicht vorhandenen Sicherheiten spricht. Zeugenaussagen sind auch immer hilfreich, daher sollten solche Beratungsgspräche im Idealfall im Beisein des Partners erfolgen. Bedenken Sie auch, dass Ansprüche aus Falschberatungen nach 3 Jahren verjährt sind.


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